Opa ist Neles bester Freund. Opa hat immer Zeit für Nele und gibt auf sie acht. Er ist ein feiner Herr mit weißem Hemd und Sakko, der stets den Hut hebt und freundlich grüßt. Mit Nele geht er gern spazieren und angeln, oder sie backen Kuchen und besuchen Oma auf dem Friedhof. Bis zu dem Tag, als Nele Opa unrasiert im Schlafanzug antrifft. Am helllichten Nachmittag! – Opa vergisst jetzt oft etwas, sogar Neles Namen. Und den Nachbarn streckt er manchmal die Zunge raus. Kann man denn da gar nichts machen? Ganz bestimmt, meint Nele! Auf jeden Fall will sie gleich morgen lernen, Krawattenknoten zu binden und Opa zu rasieren. Backen und auf ihren Andersopa aufpassen kann sie nämlich schon!
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Lia48
5/5
13.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wundervolles Bilderbuch zum Thema Demenz
INHALT:
Nele kennt ihren Opa als schick gekleideten, stets gepflegten und immer freundlich grüßenden älteren Herrn. Er passt regelmäßig auf sie auf und sie gehen gemeinsam spazieren oder besuchen die Oma mit Marmorkuchen auf dem Friedhof.
Bis Nele aus den Sommerferien zurückkehrt. Plötzlich ist der Opa ganz anders! Noch nachmittags hat er den Schlafanzug an, seine Erinnerungen verschwinden immer wieder und manchmal vergisst er sogar Neles Namen.
Da beschließt Nele, ab sofort zu lernen, wie man eine Krawatte bindet und den Opa rasiert. Denn nun möchte sie auf ihren Andersopa aufpassen...
Meinung:
Als gelernte Erzieherin schätze ich Bilderbücher, die Kindern auf einfühlsame Art und Weise auch schwierige Themen nahebringen können.
Hier habe ich mal wieder ein solches Schätzchen gefunden - ein Kinderbuch, das das Thema Demenz ganz wundervoll und kindgerecht aufgreift, empfohlen ab 5 Jahren.
Schon allein der Titel "Mein Andersopa" und die Idee dahinter, finde ich wunderbar gelungen! Am Anfang erklärt Nele, dass sie zwei Opas in einem hat und berichtet anschließend wie es dazu kam.
Dabei hat das Bilderbuch nicht zu viel Text, so dass es keine all zu lange Aufmerksamkeitsspanne von den Kindern benötigt.
Der Text ist dem Alter entsprechend gut verständlich geschrieben und beinhaltet nur wenige selten verwendete Begrifflichkeiten (z.B. “alte Schule“), die im Text jedoch für das Kind nachvollziehbar erklärt werden oder durch Text und Bilder selbsterklärend sind.
Auch die Bilder, die oftmals über eine ganze Buchseite gehen, sind kindgerecht und sehr liebevoll gestaltete. Sie sind hell und meistens eher in Pastellfarben gehalten, wodurch das Buch nicht zu bedrückend wirkt. Später werden die Bilder zum Inhalt passend dunkler und unterstützen dabei die zwischendurch etwas traurige Stimmung der Geschichte (z.B. als der Opa traurig wird). Insgesamt sind die Bilder wenig detailreich, was mir aber gut gefällt - so liegt der Fokus mehr auf dem Inhalt und auf den Emotionen, die die Geschichte hervorruft.
Für mich ist es ein Kinderbuch, das mit Text und Bildern berührt und viel Mitgefühl für die Enkelin Nele, aber auch für den Opa weckt. Es spricht somit die verschiedensten Emotionen von Kindern an.
Auch regt es zum Nachdenken an. Als Kind wird man sich im Laufe des Buches fragen: Was ist bloß mit Neles Opa los? Warum benimmt er sich so anders und seltsam?
Und letztendlich ist es eine tolle Geschichte, die die Kinder im Umgang mit dem Anderssein des Opas ermutigt!
FAZIT: Ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch zum Thema Demenz, das die Kinder auf emotionaler Eben abholt und im Umgang mit dem "Anderssein" ermutigt. Klare Buchempfehlung und 5/5 Sterne!
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