In ihrem neuen Fantasy-Roman erzählt Spiegel-Bestseller-Autorin Maggie Stiefvater eine atmosphärisch-düstere Geschichte über Angst und Magie, Liebe und Mut. Jeder träumt von einem Wunder, aber nicht jeder ist bereit dafür. Wem nur noch ein Wunder helfen kann, der findet stets seinen Weg in die Wüste Colorados und zur außergewöhnlichen Familie Soria. Doch die Wunder der Sorias sind unberechenbar und wer sie aus eigener Kraft nicht vollenden kann, zahlt einen hohen Preis. Auch Daniel Soria bewirkt diese Wunder mit der Ernsthaftigkeit und Hingabe, die es braucht. Doch dann bricht er die wichtigste Regel seiner Familie: Er mischt sich in ein Wunder ein. Dadurch entfesselt er eine Magie, die seinen Tod bedeuten könnte. »Eine meisterhafte Geschichtenerzählerin.« USA today
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Vanessa | @herbsandhexes
aus Köln
4/5
16.04.2023
eBook (ePUB 3)
Eulen, die von Wundern angezogen werden, Pilger:innen, die ihr Glück suchen und Charaktere, die ihren eigenen Platz erkämpfen.
Die ersten Seiten haben mich direkt gefangen genommen & dabei ist es auch geblieben. Wie Eulen in der Nacht war ausdrucksstark, atmosphärisch und ganz anders. Ich habe mich ausgesprochen gut unterhalten gefühlt!
Meine Begeisterung fußt vor allem auf der Sprache und den Details der Geschichte. Der Plot als solcher ist nicht besonders spannungsgeladen und durch die Vielzahl an Charakteren lässt sich ggf. nicht zu jeder Figur eine nähere Beziehung aufbauen. Ich war trotzdem gespannt, wie die Geschichte ausgehen wird und habe fleißig die Daumen gedrückt. Außerdem haben mir die Botschaften und vielfältigen Herausforderungen gut gefallen.
"No one wanted to see their darkness made manifest, but the reality was that it could not be fought until you saw its shape."
„Tatsächlich war es nur die Liebe, die verhindert hatte, dass er beim ersten Mal an seinem gebrochenen Herzen starb. Die Liebe versteht es, Löcher im Herzen abzudichten und zugleich neue hineinzuschlagen.“
"Here was a thing she feared: that the prettiest thing about her was her exterior."
„Ich weiß nicht, ob ich meine Schwester liebe, oder ob ich sie lieben muss, weil wir praktisch ein und dieselbe Person sind. Die Leute sagen immer, wie ähnlich wir uns sehen – das ist das Erste, was sie sagen."
Traut euch nach dem Buch zu greifen, auch wenn die Meinungen stark auseinandergehen!
Zusatz: Womit ich mich im Nachgang etwas näher beschäftigt habe, waren Own Voice Reviews zum Buch, da die Autorin Folklore, Religion und Kultur für ihre Geschichte nutzt, der sie nicht angehört. Die Meinungen hierzu gehen auseinander. Insgesamt habe ich für mich mitgenommen, dass stellenweise fehlendes Wissen bemängelt wird und auch vereinzelt Stereotype den Weg ins Buch gefunden haben, woran sich einige mehr und andere gar nicht bis weniger gestört haben. Trotzdem wollte ich diesen Aspekt gerne ergänzen, um Platz für sensibles Lesen zu machen.
Jenny Wons
aus Bergheim
3/5
20.04.2026
eBook (ePUB 3)
Luft nach oben
Im Zentrum der Geschichte steht die Familie Soria, die seit Generationen die Fähigkeit besitzt, Wunder zu wirken. Diese Wunder sind jedoch keine klassischen, einfachen Heilungen, sondern komplexe Prozesse: Die Dunkelheit eines Menschen wird zunächst sichtbar gemacht, oft in Form seltsamer, teilweise verstörender äußerer Veränderungen. Doch das allein reicht nicht aus – die betroffene Person muss sich im zweiten Schritt selbst ihrer inneren Dunkelheit stellen und sie verstehen, um wirklich frei zu werden.
Genau hier liegt das Problem: Immer mehr Pilger, die nach Bicho Raro kommen, schaffen diesen zweiten Schritt nicht mehr. Sie bleiben in einem Zustand des Stillstands gefangen und bevölkern das Dorf mit ihren sichtbaren Makeln und ungelösten Konflikten. Dadurch entsteht eine surreale, fast bedrückende Atmosphäre – ein Ort voller Menschen, die buchstäblich an sich selbst scheitern.
Die strengen Regeln der Soria verbieten es ihnen, sich in diesen zweiten Teil des Wunders einzumischen oder überhaupt mit den Pilgern zu sprechen. Der Grund dafür ist ebenso faszinierend wie beängstigend: Die eigene Dunkelheit der Soria ist noch gefährlicher als die der Pilger.
Als Daniel Soria, der sogenannte „Heilige“ der Familie, gegen diese Regel verstößt und einer Pilgerin hilft, gerät er selbst in den Bann dieser Dunkelheit. Seine Cousine Beatriz, eine der jüngsten und zugleich mutigsten Figuren der Familie, weigert sich, ihn aufzugeben. Gemeinsam mit ihrem Cousin Joaquín und dem geheimnisvollen Außenseiter Pete beginnt sie, die Regeln infrage zu stellen und nach einem Ausweg zu suchen.
Die Handlung entwickelt sich dabei eher ruhig und atmosphärisch als rasant. Es geht weniger um äußere Spannung als um innere Prozesse, emotionale Konflikte und die Frage, wie Menschen mit Schuld, Angst und Selbstzweifeln umgehen.
Charaktere
Die Figuren sind ein zentraler Bestandteil der Geschichte und tragen maßgeblich zu ihrer Wirkung bei.
Beatriz Soria ist die klare Hauptfigur. Sie ist mutig, entschlossen und gleichzeitig verletzlich. Besonders überzeugend ist ihre Entwicklung: Anfangs noch gefangen in den Regeln und Ängsten ihrer Familie, beginnt sie zunehmend, diese zu hinterfragen und eigene Wege zu gehen. Ihre Motivation – die Rettung ihres Cousins – wirkt dabei authentisch und emotional nachvollziehbar.
Daniel Soria verkörpert die Tragik der Familie. Als „Heiliger“ trägt er eine große Verantwortung, doch genau diese führt letztlich zu seinem Fall. Seine Geschichte steht sinnbildlich für die zentrale Botschaft des Romans: dass man sich der eigenen Dunkelheit stellen muss, anstatt sie zu verdrängen.
Joaquín Soria bringt eine ruhigere, reflektiertere Perspektive in die Geschichte. Seine enge Bindung zu Beatriz und Daniel sorgt für eine glaubwürdige Dynamik innerhalb der Familie.
Pete, der Fremde, fungiert als Katalysator für Veränderung. Durch seine Außenperspektive stellt er Dinge infrage, die für die Soria längst selbstverständlich geworden sind. Gleichzeitig wirkt seine Figur stellenweise etwas weniger ausgearbeitet, insbesondere im Hinblick auf die romantische Beziehung zu Beatriz.
Auch die Pilger sind bemerkenswert gestaltet. Jeder von ihnen trägt eine einzigartige Form von „sichtbarer Dunkelheit“, was nicht nur kreativ, sondern auch symbolisch stark ist. Sie spiegeln die Vielfalt menschlicher Ängste und Probleme wider.
Schreibstil
Der Schreibstil von Maggie Stiefvater ist eines der prägendsten Elemente des Romans. Ihre Sprache ist poetisch, bildreich und stark von Symbolik durchzogen. Besonders die Beschreibungen der Umgebung – der Wüste, des Dorfes, der allgegenwärtigen Eulen – erzeugen eine dichte, fast traumartige Atmosphäre.
Die Eulen selbst sind ein wiederkehrendes Motiv und fungieren als stille Beobachter der Wunder. Sie verstärken den märchenhaften, fast mythischen Charakter der Geschichte.
Allerdings ist dieser Stil nicht immer leicht zugänglich. Gerade zu Beginn wirkt die Erzählweise fragmentarisch und ungewohnt, was es erschweren kann, vollständig in die Geschichte einzutauchen. Erst nach und nach entfaltet sich die Logik dieser Welt, was Geduld von den Leser:innen verlangt.
Kritik
Trotz der vielen Stärken hat das Buch auch einige Schwächen.
Die Handlung bleibt hinter ihrem Potenzial zurück. Die Grundidee ist originell und vielversprechend, doch die Umsetzung wirkt stellenweise zu wenig ausgearbeitet. Einige Handlungsstränge hätten mehr Raum und Tiefe verdient.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Liebesgeschichte, die sich zwischen Beatriz und Pete entwickelt. Diese wirkt teilweise überstürzt und wenig glaubwürdig, da ihre Entwicklung nicht ausreichend aufgebaut wird.
Auch wenn die kulturellen Einflüsse respektvoll dargestellt sind, bleibt ein gewisser Abstand spürbar, was gelegentlich die Authentizität beeinträchtigt.
Fazit
Wie Eulen in der Nacht ist ein ungewöhnlicher, atmosphärisch dichter Roman, der vor allem durch seinen poetischen Schreibstil und seine tiefgründigen Themen überzeugt. Die Figuren sind vielschichtig und die Grundidee faszinierend, doch die Handlung kann nicht immer mit diesem Anspruch mithalten.
Für Leser:innen, die magischen Realismus und symbolische Erzählweisen schätzen, ist das Buch dennoch eine Empfehlung.
3 von 5 Sternen!
Cora Lein
aus Berlin
5/5
24.01.2023
Hörbuch-Download
magisch
Inhalt:
Die Familie Soria wirkt Wunder. Daher kommen viele Pilger zu ihnen, um sich ihres erfüllen zu lassen. Doch bevor das Wunder wirkt, muss man erst seine Dunkelheit erkennen und besiegen. Dies ist nicht einfach und ohne Hilfe kaum zu schaffen. Doch wenn sich ein Soria einmischt, dann kommt die Dunkelheit über ihn …
Stil:
Camilla Renschke hat eine angenehme Stimme und schafft zudem eine ganz besondere Atmosphäre. Sie lässt die Handlung laufen, ohne störende Stimmakrobatik, daher ist das Zuhören einfach entspannend und der Fokus liegt auf der Handlung.
Der Einstieg in die Geschichte ist angenehm. Die Figuren werden ausführlich vorgestellt und so entwickelt sich eine spannende Geschichte, um Schicksale, Wünsche, Wunder und der Liebe. Ein ganz toller Zauber, der die schlechten und guten Dinge im Menschen beleuchtet und was passiert, wenn man die Dunkelheit in sich verleugnet. Es zeigt aber auch auf, dass wir alles tun können, um schlechte Eigenschaften in uns zu besiegen und ein erfülltes Leben führen können. Wie Eulen in der Nacht ist daher ein traumhaft schöner Liebes-Fantasy-Roman und auch etwas Selbsthilfe. Die Ausdrucksweise war passend und bildhaft, sodass das Kopfkino schnell anspringen kann.
Charaktere:
Alle waren mir sympathisch, auch die Bösen, […] die so böse waren, dass selbst die Bösen dachten, die sind böser […]. Ich fand diese Vergleiche im Buch einfach herrlich! Besonders interessant fand ich die Gedanken der Charaktere mitzubekommen, das hat sie noch lebendiger gemacht. Auch ihre Beweggründe waren damit absolut verständlich, ohne dabei aufdringlich zu wirken.
Cover:
Das Cover wirkt mystisch, allerdings passen die Farben nicht wirklich zusammen.
Fazit:
Ein sehr berührende Geschichte, welche mich absolut begeistern konnte. Daher vergebe ich volle 5 Sterne (toll gelesen, interessante Handlung) und eine Hörempfehlung an Hörende, welche gerne Geschichten mit Tiefgang, Liebe, Schattenseiten und Glückseligkeit mögen.
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