Herr Berg hat vieles gesehen. Die Zeit zieht an ihm vorüber, nichts kann ihn aus der Ruhe bringen. Oder doch? »Geh weg, Herr Berg!«, schreit Lily, »ich will endlich sehen, was hinter dir ist!«. Wie kann ein Kind das von einem Berg verlangen? Er wettert los, doch Lily lässt sich nicht von ihrer Idee abbringen. Schließlich hilft ihr Herr Berg, klettern zu lernen. Von oben sieht die Welt fast unendlich aus. Aber was ist hinter dem Horizont? Lily geht auf Entdeckungsreise, und Herrn Berg wird beim Warten auf seine neue Freundin die Zeit plötzlich lange.
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Bezaubernde Illustrationen und...
Bewertung am 14.09.2020
Bewertungsnummer: 350257
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Bezaubernde Illustrationen und eine Geschichte, die Kinder stark macht. Egal ob jung oder alt, dieses Bilderbuch kann für jeden etwas sein. Es geht darum, wie man scheinbar aussichtlose Situationen meistert.
Vielschichtig und wunderschön! Manchmal kann irgendwie auch ein Berg verrücken.
SternchenBlau am 29.08.2020
Bewertungsnummer: 1370148
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Bilderbuch ist ganz wundervoll. Ich denke, man könnte seitenlang über die verschiedenen Deutungsebenen schreiben, weil einfach so viel drinsteckt. Das liebe ich ja besonders, weil Kinder in ihrer Klugheit und Phantasie ernstgenommen werden. Darum hat das Buch meinem 8,5jährigen Sohn auch noch richtig gut gefallen, so dass er 5 Sterne vergibt. Und dazu ist „Geh weg, Herr Berg“ eine zauberhafte Geschichte von einem Berg und einem Mädchen mit wunderschönen Illustrationen.
„Hallo, Berg! Kannst du bitte aus dem Weg gehen?“
So fragt das Mädchen den Berg eines Tages sehr höflich. Aber der Berg denkt gar nicht daran, und bewegen kann er sich ja auch nicht. Später lässt das Mädchen, Lily, das Bitte dann weg. Nein, keine Angst, das wird kein Diskurs übers Bitte-und-Danke-Sagen. Ich kann sie verstehen, schließlich hat der Berg mehrfach nicht auf ihre freundliche Bitte reagiert. Den Höflichkeit ist nicht so einfach, wie sie dieses „Wie heißt das Zauberwort?“ vorgaukelt.
Nerviges Kind, genervter Erwachsene:r könnte man denken. Aber Francesca Sanna geht weit über dieses simple Schema hinaus. Beide, Kind und Berg, haben recht und beide haben eine legitime Sichtweise.
„Ich bin ein Kind! Ich kann nicht über dich hinausklettern.“
Das sagt Lily später. Es braucht Empowerment, dass sie das kann. Die Großen helfen den Kleinen – und später dann umgekehrt. Die Beweglichen den Unbeweglichen.
Ich musste beim Lesen zudem an das Gelassenheitsmantra denken:
„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Ein Berg lässt sich nicht verrücken. Aber in dieser Geschichte irgendwie doch. Vielleicht passt dann der Spruch von Aktivistin Angela Davis, den ich passend dazu gelesen habe, noch besser auf das Buch:
“Ich akzeptiere nicht mehr die Dinge, die ich nicht ändern kann... Ich ändere die Dinge, die ich nicht akzeptieren kann."
Auf dieses wundervolle Kinderbuch bin ich über Tipps von Edition F gestoßen, weil hier ein ganz tolles Mädchen mit Schwarzer Hautfarbe die Hauptrolle spielt. Bitte mehr davon.
Fazit
Wunderschön und mit ganz vielschichtigen Deutungen. Dieses Bilderbuch kann ich von ganzem Herzen empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.
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