Dieser visonäre Roman wurde 1899 geschrieben, vier Jahre vor dem ersten Motorflug und sieben Jahre vor der ersten experimentellen Rundfunkübertragung. Graham, der Held der Geschichte, fällt in tiefe Bewußtlosigkeit und wacht erst 200 Jahre später in London auf. London ist inzwischen eine Megacity mit 33 Millionen Einwohnern, die unter einer klimatisierten und beleuchteten Glasglocke leben. Die nötige Energie liefern gewaltige Windkraftanlagen. Die Einwohner scheinen sich um nichts sorgen zu müssen: für Information und Unterhaltung sorgen allgegenwärtige »Schwatzmaschinen«, der Verkehr zwischen entfernten Megacitys wird durch Flugzeuge bewerkstelligt und gegessen wird gemeinsam in großen Speisehallen. Seit vielen Jahrzehnten herrscht Frieden auf der Welt. Bald stellt sich heraus, daß Graham im Laufe der letzten 200 Jahre der reichste Mann der Welt geworden ist; ihm gehört der größte Teil davon. Der Verwaltungsrat, der über die Jahrhunderte Grahams Vermögen vermehrte und nutzte, hat sich zur diktatorischen Regierung aufgeschwungen und empfindet sein plötzliches Wiedererscheinen als Bedrohung seiner Macht. »Kongreß und Parlament werden meist als veraltete, wunderliche Versammlungen angesehen und Wahlen sind eine heitere Formalität geworden, eine siebenjährige Narrheit.« Alle anstrengende und schmutzige Arbeit in dieser schönen neuen Welt wird von einer Klasse rechtloser Arbeitssklaven verrichtet. Aber durch Grahams Erwachen wird eine gewaltige Umwälzung der Gesellschaft in Gang gesetzt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
aus Ramsau am Dachstein
5/5
14.08.2016
Buch (Taschenbuch)
Lieblingsroman
Neben Orwells 1984 eines meiner Lieblingsbücher. Bester Schlusssatz ever.
PS: Auf gar keinen Fall die Beschreibung/Rückseite lesen.
Bewertung
5/5
12.06.2015
Buch (Taschenbuch)
Grandiose Dystopie eines sehr weitsichtigen Menschen
H.G. Wells war einer der Begründer der modernen Science-Fiction. Er absolvierte sein Studium der Naturwissenschaft bei dem grossen Biologen und Darwins Bulldog T. H. Huxley (dessen Bruder Aldous Huxley ebenfalls die moderne Science-Ficiton prägte, unter anderem mit dem Weltbestseller Schöne neue Welt).
Wells verfasste über hundert Werke. Darunter solche Welterfolge wie Krieg der Welten oder die Zeitmaschine.
Wenn der Schläfer erwacht geht hierbei fast ein wenig unter. Obwohl es eine grandiose Gesellschaftskritik und unglaubliche Utopie (oder vielleicht besser Dystopie) ist.
Graham, der Protagonist in diesem Buch, ist müde, geplagt von depressionsartigen Gefühlszuständen und kann schon seit Wochen nicht mehr schlafen.
Doch dann schläft er plötzlich ein - und erwacht 203 Jahre später völlig unerwartet in einer Welt, die sich weiterentwickelt hat - und ist, aufgrund des Zines-Zins-Effekt, grossen Erbschaften, die er gemacht hat und einem Rat, der sein Geld überall in der Welt angelegt hat, plötzlich der Herrscher der Welt.
Sein Erwachen löst eine Revolution aus und er muss sich entscheiden, für welche Seite er sich entscheidet.
Doch was alles so einfach auf den ersten Blick erscheint, ist manchmal doch verworrener, als es zu sein scheint. Mit einem grandiosen Blick fürs Detail und für gesellschaftliche Zustände, gelingt Wells nicht nur ein abenteuerlicher Roman, sondern er beweist auch sein Gespür für die menschliche Entwicklung. Und vieles von dem, was er damals prophezeit hat, zeigt sich heute für den interessierten Menschen als grauenvoller Wahrheit:
»Und wie ist es heute?«
»Profit und Freudenstädte oder - Sklaverei.«
»Sklaverei? Sie wollen doch nicht sagen, dass es noch Leibeigenschaft gibt?«
»Schlimmeres. Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte. Sie müssen es erfahren. Man wird diese Dinge vor Ihnen verbergen, man wird Ihnen die Freudenstädte zeigen. Aber haben Sie die Männer, Frauen und Kinder in der blauen Einheitskleidung gesehen, mit ihren hohlwangigen, gelben Gesichtern und ihrem stumpfen Blick?«
(S. 163)
Graham ist Idealist. Er will die bestehenden Ungerechtigkeiten stürzen und so die Menschheit in die Freiheit führen.
Doch, kann er sich auf den Revolutionsführer Ostrog verlassen? Hegt er die Selben Wünsche wie Graham?
Oder ist Ostrog nur ein weiterer Machtpolitiker, der die Masse geschickt zu lenken weiss?
»Diese Welt ist für mich voller Überraschungen. Zu meiner Zeit träumten wir von einer Demokratie, von einer Zeit, da alle Menschen gleich und alle glücklich sein würden.«
Ostrog sah ihn unverwandt an: »Die Tage der Demokratie sind vorbei«, sagte er. »Vorbei für immer. Sie begannen zur Zeit der Bogenschützen und endete, als nicht mehr eine tapfere Armee, sondern die bessere Ausrüstung über Sieg oder Niederlage entschied. Nicht die marschierende Infanterie, vielmehr teure Kanonen, grosse Panzerschiffe, strategische Eisenbahnlinien sind die Machtmittel. Und heute bedeutet Reichtum Macht, wie nie zuvor in der Geschichte. Er herrscht über Erde, Meer und Himmel. Die Macht gehört denen, die ihren Reichtum richtig zu gebrauchen wissen. Tatsachen müssen Sie akzeptieren - und das sind nun einmal Tatsachen.«
(S. 171)
Dieses Buch ist, wie bisher alle Bücher, die ich von Wells gelesen habe, extrem geistreich, weitblickend und spannend. Auch das Ende ist . . . speziell.
Sehr lesenswert!
Stefan Heidsiek
aus Darmstadt
4/5
07.02.2012
Buch (Taschenbuch)
Wells zweite Zeitreise
Auch wenn es die ein oder andere Parallele zu "Die Zeitmaschine" gibt - "Wenn der Schläfer erwacht" ist ebenfalls uneingeschränkt empfehlenswert und wirklich so erschreckend visionär, dass es mir stellenweise den Rücken runterlief. Wells erweist sich einmal mehr als genauer Beobachter seiner Zeit, der mit viel Gespür für seine Mitmenschen und unheimlichen Weitblick eine doch sehr bekannte "Zukunft" malt. Inwieweit diese bereits Gegenwart geworden ist, verdeutlicht den Stellenwert dieses Werks aus den Anfängen der Science-Fiction. Ein Klassiker, den es wiederzuentdecken gilt.
Bewertung
aus Wals-Siezenheim
3/5
08.11.2021
eBook (ePUB)
Schläfer ?
Zu langatmig Beschreibung verliert zu oft. Beschreibung der Geschichte zu Langatmig und oftmals Aussetzer
der Folge
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