Der emanzipierte Mythos - Medea im Werk Heiner Müllers m. besonderem Augenmerk auf 'Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
20.08.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
30 (Printausgabe)
Dateigröße
203 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638211840
Nach wie vor steht der Mensch im Bannkreis der mythologischen, meist in der griechischen
Antike wurzelnden, Überlieferung.
"Mythos" - ein Wort das heute in vielerlei Zusammenhang gebraucht wird. Es gibt eine
Vielzahl moderner Mythen, die ebenso schnell verschwinden, wie sie die Gesellschaft
beschäftigen. Jede Epoche hatte seine eigenen Mythen - die Suche nach dem heilige Gral im
Mittelalter, die Formel der Alchimisten zur Herstellung von Gold, der Mythos des
sagenhaften Atlantis, der bis heute fortbesteht, universelle, religiöse Mythen wie das "Fatum",
das Schicksal im Islam. Heutige Mythen lassen sich schwer zusammenfassen - eben weil sie
so schnell wieder in Vergessenheit geraten und jede Generation, jede individuelle
Gruppierung, seine eigenen Mythen hat.
Die Kenntnis der antiken Mythologie trägt wesentlich dazu bei, Eingang zu einer Vielzahl
von moderner Literatur zu finden - auch wenn diese sich nicht sofort ersichtlich mit einem
antiken Topos beschäftigt.
In vielfacher Gestalt haben antike Mythen per se Eingang in die moderne Literatur gefunden,
wurden und werden von modernen Autoren übernommen und in abgewandelter Form in die
moderne Zeit adaptiert. Dabei verliert sich aber nie das antike "Ur"- Thema, es wird in ein
modernes Kleid gesteckt, aber die Fragen nach dem Schicksal, dem Gesetz, der Liebe und
menschlichen Problemen bleiben dieselben wie vor 3000 Jahren, sie sind dem heutigen Leser
- und Zuschauer - so bekannt und vertraut wie dem Damaligen.
Sei es der Zweifel am Rechtsstaat, wie ihn Antigone äußert, oder das Leiden und die Erlösung
durch den Tod, sowie das Verhältnis einer Frau zur Mutter bei Elektra.
Der bekannte Mythos des Ödipus thematisiert die Suche eines Menschen nach seiner
Herkunft, die Geschichte von Medea und Jason - ein Teil der Argonautensage - beschreibt
den Betrug eines Mannes an seiner Frau.
Das Gesetz, seelisches Leiden, Identitätssuche, Betrug - Themen die die Literatur noch heute
beherrschen und die Leser faszinieren. Als Konsens bleibt die Einsicht, dass die Menschen
nur Spielbälle des Schicksals sind - sie können es nicht beeinflussen. [...]
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