Blutroter Schnee. Brennende Zelte. Sterbende Kameraden.
Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen.
Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Mein Regal voller Regenbögen
5/5
04.09.2021
Buch (Taschenbuch)
Mitreißende historische Fantasy
„Unter einem Banner“ war irgendwann einmal ein Spontankauf und ist dann in meinem Stapel an ungelesenen Büchern immer weiter nach hinten gerutscht. Nachdem ich aber inzwischen von mehreren Seiten zu hören bekommen habe, dass ich die Geschichte unbedingt lesen sollte, habe ich sie nun endlich in Angriff genommen.
Der erste Satz:
– Die Welt versank in drückendem Grau. –
Ein Krieg, grausam und nicht zu gewinnen, hat aus Reykan einen gebrochenen Mann gemacht. Er hat verloren, was ihm wichtig war, miterlebt wie seine Männer, unter ihnen die Liebe seines Lebens, ohne Rücksicht auf Verluste ins Verderben geschickt wurden. Den immer wiederkehrenden Bildern dieser schrecklichen Erinnerungen hofft er, mit einem Austritt aus dem Dienst des Königs, der das Wohl seines Volkes aus den Augen verloren hat, zu entfliehen, hofft, die Vergangenheit abschütteln zu können. Das Schicksal hat aber Anderes mit ihm vor und so gibt er dem letzten Wunsch des verhassten Königs nach.
– »Beschützt … meinen Sohn.« Ein Zittern überlief seinen Körper, rasselnd rang er nach Luft. »Ihr müsst … Schwört es mir. Bitte …«
Reykan senkte den Blick. Sein Schwur hatte ihm nichts als Leid beschert, alles in ihm sträubte sich, dem König dieses letzte Versprechen zu geben. Doch würde er damit leben können, einem Todgeweihten seinen Wunsch zu verweigern? Reykan kannte die Antwort. – (S. 115)
Elea Brandt hat mich mit diesem Roman in eine sehr atmosphärische Welt eintauchen lassen, die mich schon ab den ersten Seiten vereinnahmt hat. Zuzuschreiben ist das dem detailreich ausgearbeiteten Setting. Ich liebe diese Feinheiten, die einer Geschichte erst das gewisse Etwas geben. Während sich die Erzählung wahnsinnig spannend entwickelt, entdeckt man auch bei den einzelnen Charakteren die unterschiedlichsten Facetten, was sie für mich extrem interessant macht. Reykan ist nicht der Held in der schillernden Rüstung, dem alle zu Füßen liegen, sondern ein Mann mit Zweifeln, der Fehler macht und unvernünftige Entscheidungen trifft. Etwas, was ihn für mich total sympathisch macht. Und auch Benrik ist viel mehr, als das Bild des verzogenen Prinzen auf den ersten Blick suggeriert.
Ein weiterer Punkt, der mir wirklich gut gefallen hat, ist, dass sich die übergreifende Handlung und die darin eingebettete Love-Story harmonisch ineinanderfließen. Das Kennenlernen und die Annäherung der Beiden geht eher langsam von statten. Es ist ein Herantasten zwischen Flucht, Konflikten, Intrigen und der vagen Hoffnung auf einen Sieg.
Wer „Unter einem Banner“ noch nicht gelesen haben sollte, dem sage nun auch ich: Lies es! Es erwartet dich eine Geschichte, die großartig erzählt wird, die fesselt und zu Herzen geht – eine unbedingte Leseempfehlung von meiner Seite.
World of books and dreams
5/5
18.02.2018
Buch (Taschenbuch)
Rundum gelungen
Reykan von Torat gehört zu den ranghöchsten Offizieren an König Renards Seite und das, obwohl er nur ein Bastard ist, aber dank seiner Loyalität und seinem übergroßen Pflichtbewusstsein ist er unersetzlich geworden. Doch nach einem verlorenen Krieg gegen das Reich Notia hat auch Reykan mit seinen Dämonen zu kämpfen, denn er verlor nicht nur den Kampf, sondern auch den Mann, dem sein Herz gehörte. Nichts wäre ihm lieber, als seinen Dienst zu quittieren, aber das sieht König Renard anders, stattdessen soll Reykan an seinem Hofe als einer seiner Leibwächter dienen. Als Arlis, die Königsstadt, heimtückisch überfallen wird, stirbt Renard und bittet Reykan um einen letzten Dienst. Er soll den Prinzen Benrik beschützen und in Sicherheit bringen. Eine gar nicht allzu leichte Aufgabe, denn Benrik ist mehr als ein wenig verwöhnt und Gefahren und Intrigen lauern überall.
Meine Meinung:
Low Fantasy und dazu noch eine leichte Brise Gay Romance/Erotik - das klang nicht unbedingt nach einer Geschichte für mich, doch die Autorin Elea Brandt hatte mich kurz zuvor mit ihrem Debüt Opfermond völlig fesseln können, somit war ich dann doch sehr neugierig und wollte diese Geschichte unbedingt lesen.
Das Cover passt hervorragend zum Inhalt der Geschichte und dadurch hatte ich gleich von Beginn an ein Bild von Reykan vor Augen. Doch das Highlight für mich ist der Schreibstil der Autorin, der einfach so lebendig ist, dass sofort das Kopfkino anspringt und Charaktere und Ereignisse Gestalt annehmen. Elea Brandt schreibt flüssig und einnehmend, dabei passt sie ihre Sprache durchaus den Zeiten, in der die Geschichte spielt, an, ohne dabei verstaubt oder langweilig zu klingen.
Der Einstieg beginnt gleich sehr düster, aber auch spannend und somit wird auch umgehend die passende Atmosphäre geliefert. Man spürt hier die Not und die Verzweiflung und die Grausamkeiten und Verluste des Krieges und leidet schon zu Beginn mit den Charakteren mit. Danach fällt man förmlich gemeinsam mit dem Protagonisten in ein Loch und es wird ruhiger, ohne langatmig zu werden, denn man darf hier sehr intensiv an Reykans Gefühls- und Gedankenwelt teilhaben. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf, Ereignisse überschlagen sich, man befindet sich auf der Flucht und immer wieder passieren Dinge, dich ich nicht im geringsten auf mich zukommen sah. Guten Gewissens kann ich hier sagen, dass ich zu keinem Moment Langeweile verspürte, sondern immer wieder mitfieberte. Dazu passen Worldbuilding und Atmosphäre perfekt, denn Elea Brandt schafft es, hier eine vorstellbare Welt zu erschaffen. Seien es Schmerzen, Verluste oder Entbehrungen, Beschreibungen von rauer Umgebung oder mittelalterlich angehauchten Burgen, ich hatte immer wieder das Gefühl vor Ort zu sein und den Charakteren zuzuschauen.
Ein personeller Erzähler in der dritten Person führt den Leser durch die Geschichte, die Perspektive ist die unseres Protagonistens Reykan. Dadurch fühlte man sich schnell mit diesem ungewöhnlichen Helden verbunden.
Die Charakterisierung Reykans, aber auch Benriks und der Nebencharaktere ist hier durchweg gelungen. Reykan ist ein sehr interessanter Charakter, den man gleich als pflichtbewussten und loyalen Mann kennenlernt, doch durch seinen Verlust ist er gebrochen und kämpft nun innerlich gegen seine Dämonen und bekämpft sie äußerlich mit Alkohol. Doch all sein Tun habe ich niemals angezweifelt, denn es passte einfach zu der Person, die man hier von Beginn an begleitet. Letzten Endes siegt bei ihm immer wieder seine Loyalität, auch wenn diese ihn immer wieder in Bedrängnis bringt. Benrik hingegen - oh ja, er hat mich am Anfang häufig mit den Augen rollen lassen und nicht gerade selten gingen mir Ausrufe wie: "Nun mach doch, Prinzesschen," durch den Kopf. Ja, er ist natürlich der Prinz, aber man muss ihn erleben, um zu wissen, was ich damit meine. Umso überzeugender war dann aber die Darstellung und Wendung dieses Charakters, denn letzten Endes zeigt Benrik nur allzu gut, was wirklich in ihm steckt. Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden mag nach außen hin ein wenig klischeehaft wirken, wurde aber einfach perfekt ausgearbeitet und konnte gerade dadurch überzeugen.
Neben diesen beiden Personen lernt man noch den ein oder anderen Nebencharakter kennen und auch diese werden sehr geschickt gezeichnet und lebendig. Doch sie bleiben hinter Reykan und Benrik definitiv eine Nebensache.
Mein Fazit:
Wie schon im Debüt Opfermond konnte mich Elea Brandt auch hier mit ihren lebendigen Beschreibungen von Welten und Charakteren fesseln und überzeugen. Orte, Gestalten, Personen, alles wird vorstellbar und lebendig. Spannung und Intrigen gibt es, sowie immer wieder Wendungen, die unvorhersehbar blieben. Die beiden Protagonisten sind mir sehr ans Herz gewachsen und der Abschied fiel mir schwer. Ein Buch, das ich gerne allen Fans von mittelalterlich anmutende Lowfantasy ans Herz legen möchte und wer noch ein wenig vor dem Gay Romance zurückschreckt, der kann beruhigt sein, denn es ist weder schmalzig noch schnulzig. Danke, Elea Brandt, für dieses Leseabenteuer!
Bewertung
aus Brühl
5/5
18.08.2019
eBook (ePUB)
Soldat und Prinz auf einer Mission mit Herz
Elea Brandts Roman „Unter einem Banner“ ist ein packendes und spannendes Low-Fantasy-Abenteuer, bei dem – wie auch in den anderen Romanen der Autorin – die Figuren mit ihren Gedanken und Gefühlen im Fokus stehen.
Soldat Reykan ist kriegsmüde. Nachdem er im letzten, zum Scheitern verurteilten Feldzugs seines Königs seinen Partner und Geliebten Kadur verloren hat, möchte er den Dienst an den Nagel hängen. Doch der König will davon nichts hören und befördert ihn stattdessen zum Hauptmann seiner Wache. Reykan kann nicht verhindern, dass der König Opfer eines Komplotts wird, schwört dem sterbenden Mann aber, seinen Sohn Benrik zu beschützen. Gemeinsam fliehen die beiden aus der Burg und ihrer Heimat, verfolgt von den Häschern des Thronräubers – und kommen sich dabei näher.
Eines vorweg: „Unter einem Banner“ ist weniger Fantasy, als man vielleicht denken mag. Abgesehen von fiktiven Städten und Ländern und ein wenig Getier wird man nichts Phantastisches und schon gar keine Magie finden. Dieser Aspekt stört jedoch in keinster Weise, passt er doch wunderbar zu der derben und auch dreckigen Mittelalter-Welt, die Elea Brandt erschafft. Wie immer bei der Autorin sind die Figuren wunderbar lebendig beschrieben – besonders Reykan als desillusionierter, traumatisierter Kriegsveteran bleibt im Gedächtnis. Auch die Geschichte vermag zu überzeugen – sie ist wendungsreich, wird nicht langweilig und die Liebesgeschichte zwischen Reykan und Benrik fügt sich harmonisch in die Haupthandlung rund um Flucht und Thronraub ein.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich … irgendwie mehr erwartet hatte. Mehr Drama auf der Flucht, mehr durch-den-Schlamm-robben, noch ein wenig mehr Düsternis. Vielleicht bin ich da durch den Roman „Opfermond“ der Autorin etwas verwöhnt. Auch handelten mir an ein paar Stellen die Figuren ein wenig naiv.
Dennoch weiß „Unter einem Banner“ auf so ziemlich der ganzen Linie zu überzeugen: als Low-Fantasy-Abenteuer ebenso wie als Romantasy-Roman. Von mir gibt es dafür eine 9/10.
Ingeborg Geib
aus Kaiserslautern
5/5
07.05.2018
eBook (ePUB)
Reykan und Bendrik
Reykan leidet noch immer unter dem Verlust seines Geliebten ,den er in der letzten Schlacht verlor.Er hat genug vom sinnlosen Kämpfen ,gibt sich seinen Depressionen hin und trinkt.Doch dann gibt es einen Putsch und der König zwingt ihn durch eine List seinen Sohn zu beschützen.Doch Benrik ist ein verwöhntes Bürschlein,arrogant,anspruchsvoll und sehr jung.
Im Laufe der gefahrenvollen Reise kommen sich die beiden zwangsläufig näher und in Reykan kommen Gefühle auf,die er eigentlich nicht mehr zulassen will,schon gar nicht für Bendrik.
Reykan und Bendrik schlagen zusammen manchen Kampf und die beiden werden einander immer zu getaner.
Das gesamte Paket aus Kampf,Liebe ,Verrat und Tod passt wunderbar .Die Charaktere sind toll und man liebt und leidet mit ihnen und man freut sich für den sympatischen Reykan ,das er wieder eine neue Liebe und Aufgabe findet ,die ihn aus seinem emotionalen Tief heraus holt ,wenn auch nicht ganz freiwillig. So sehr er sich anfänglich dagegen wehrt an Bendrik gekettet zu sein so nimmt er es doch dank seines Pflichtgefühls auf sich und verteidigt den jungen Schnösel mit seinem Leben.
Ein Buch das man nicht aus der Hand legen konnte.Schönes mittelalterliches Setting das einen gefangen nimmt und einen in eine Welt voller Gefahren katapultiert, in der am Ende die Liebe siegt.
Das Buch hat gehalten was das tolle Cover versprach : eine Geschichte so mystisch und geheimnisvoll wie das Cover mit einem Helden ,den man einfach nur mögen muss
Bücher - Seiten zu anderen Welten
4/5
19.10.2019
eBook (ePUB)
Eine Geschichte zum wegsuchten
Mit ihrem Stil konnte mich die Autorin von der ersten Seite an das Buch fesseln. Ich mochte die beiden Protagonisten und gerade Benrik konnte mich mit seiner Entwicklung begeistern und überraschen. Die Handlung fand ich okay, aber vieles konnte ich mir einfach schon denken, weswegen mir da ein wenig die Spannung der Wendungen verloren gegangen ist. Dennoch eine tolle Geschichte, die ich gerne gelesen habe.
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