Kleingärten sind besondere Grünfl ächen, die es ihren BenutzerInnen ermöglichen, selbst zu gestalten, kreativ zu werden, sich mit der Natur zu beschäftigen. In Wien gibt es über 26.800 KleingärtnerInnen, die in 247 Vereinen organisiert sind. Der Historiker Peter Autengruber zeichnet die Geschichte des Kleingartenwesens von seinen Anfängen vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart nach.
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S.A.W
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20.01.2021
Buch (Paperback)
Wir sind Gärtner!
Wir sind Gärtner!
Allein in Wien gibt es 26.800 davon, organisiert in 247 Vereinen und sie werden leider nicht mehr, obwohl 100te Willige bis zu 5 Jahre darauf warten: Schrebergärtner sind keine Gartenzwerge, sie haben welche, aber nur zur Zierde. Seit 1904 genießen Generationen leidenschaftlicher Pflanzer ihr kleines Stück Natur, bewegen sich im Freien, essen Selbstgezüchtetes, auf Wunsch garantiert chemiefrei. Hier darf jeder sein, wie er will, alleine die Ruhe genießen oder mit Nachbarn plaudern und tarockieren, sich unter den Gartenschlauch stellen oder sogar ganzjährig häuslich einrichten: Für 3,20 Euro Pachtzins/m2 darf man sich ein einstöckiges Haus auf 50m2 bauen, sogar 83m2 Keller sind erlaubt. So billig kommt niemand sonst zu einem Zweithaus und garantiert kein Urlaubsdomizil ist so erholsam: Anfahrt mit der U-Bahn, jederzeit ohne Buchung besuchbar und wie die Chinesen sagen: "Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, schaff dir einen Garten an"
Seit der Leipziger Orthopäde Moritz Schreber sich Sorgen um die Gesundheit der Städter machte und sein Freund Hauschild 1869 den ersten Schrebergarten für Schüler gründete (die allerdings keine Lust auf Unkrautjäten hatten, weswegen bald ihre Eltern sich der Sache annahmen und im Nu begeisterte Gärtner wurden) hat sich das Schrebergärtnern wie eine Epidemie über ganz Deutschland ausgebreitet. Da ich Sohn eines Leipzigers und leidenschaftlicher Gärtner bin, erfüllt mich das doppelt mit Stolz.
In Österreich stellte die Bahn Flächen neben den Gleisen zur Verfügung, die seitdem von Eltern auf Kinder oder Enkel weitergegeben und gehütet werden wie Augäpfel. Richtige Äpfel hatten man auf Wunsch immer genug.
40% der Wiener Schrebergärtner haben sich ihre 200m2-Parzelle inzwischen um knapp 50.000 € gekauft und sind stolze Landbesitzer. Sie fördern damit die Ökosysteme in der Stadt und schonen das Weltklima, denn ihr Garten verbraucht mehr CO2 als sie mit ihrem sparsamen Lebensstil je produzieren können.
Ein tolles Buch! Aber Achtung: Sie könnten auf den Geschmack kommen und auch so leben wollen, was für die Tourismusindustrie ganz schlecht wäre.
Rüdiger Opelt, Autor von "Der Tag hat 48 Stunden. Wie Sie entschleunigen und dennoch alles schaffen."
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