Produktbild: Bananama

Bananama Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.02.2018

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,9/12,8/2,2 cm

Gewicht

317 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01103-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.02.2018

Verlag

Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,9/12,8/2,2 cm

Gewicht

317 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-218-01103-7

Herstelleradresse

Kremayr & Scheriau GmbH & Co. KG, Verlag
Rotenturmstr. 27/5
1010 Wien
Österreich
Email: office@kremayr-scheriau.at
Url: www.kremayr-scheriau.at
Telephone: +43 1 7138770
Fax: +43 1 713877020

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  • Miro

    aus Wels

    5/5

    11.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Versuch eines Paradieses

    Bananama soll ein Paradies sein für die Eltern und ihre 6jährige Tochter. Das Haus ist ökozertifiziert und natürlich Null-Energie und der Garten soll sie in Zukunft versorgen können. Eingekauft wird im Tauschkreis und die Tochter wird selbstverständlich zuhause unterrichtet, damit ihr die Lehrer keinen Unsinn beibringen. Doch die Tochter, die kleine Ich-Erzählerin vermisst das alte Haus, ihre Mitschüler und ganz allgemein die Außenwelt. „Manchmal vermisse ich die finstere Kammer. Immer wenn ich Angst hatte, konnte ich sie dort einsperren. Ich habe sehr viel Angst. Ich weiß nur meistens nicht genau, wovor.“ (S. 18) Bananama wird nicht ganz das gewünschte Paradies. Die Selbstversorgung liegt den Eltern nicht, sie bestellen lieber im Internet. Schritt für Schritt demontiert die Autorin die „perfekte Welt“ der Aussteiger und die Lage in Bananama spitzt sich zu. Die Erzählerin merkt wohl als erste, dass Bananama keine wirtliche Welt mehr ist. Doch welche Möglichkeiten hat eine 6jährige. Simone Hirth zeichnet ein düsteres Bild vom Aussteigertum, von der Einsamkeit, die so eine Entscheidung mit sich bringen kann. Doch gleichzeitig wirft sie eine Menge Fragen auf. Liegt das Scheitern zwingend im Lebensentwurf der Protagonisten, oder haben sie ihr Scheitern eigentlich schon mitgebracht. „Bald werden wir endgültig ausgestiegen sein, aus der Jahreszeit, aus der Welt, aus dem Leben." (S. 97) Nur von sich selbst können sie nicht aussteigen. Das beginnt unsere kleine Erzählerin langsam zu begreifen und fühlt sich zum Handeln gezwungen. Bananama ist kein einfacher Roman. Es regt zum Nachdenken an, nicht alles kann ich nachvollziehen und manches bleibt im Dunklen. Mir hat dieser poetische Roman sehr gut gefallen. Vor allem der Erzählstil des Kindes. Ganz in kindlicher Manier springt die Erzählerin häufig von einem Gedanken zum nächsten und wir füllen die Lücken mit unseren Ideen. Am Ende bleibt vieles offen und wir Leser müssen damit einfach leben. Es steht ganz einiges im Raum, das wir einfach stehen lassen müssen. Die Autorin lässt uns keine Wahl. Sie gibt uns keinen Hinweis oder Lichtblick. Das mag manchen Leser verunsichern, aber es ist stimmig für diese Geschichte.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    4/5

    11.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine erdrückende Idylle

    Die Geschichte um Bananama wird aus dem Blickwinkel eines sechsjährigen Mädchens erzählt. Die Protagonistin bleibt namenlos, ebenso wie ihre Eltern, mit denen sie auf einem Grundstück inmitten eines Waldgebiets ein Aussteigerleben führt. Die Eltern haben vor dem Grundstück ein Schild mit dem Schriftzug „Bananama“ aufgestellt und sich so eine kleine Oase (so scheint es zunächst) fernab der Zivilisation erschaffen. Hier sollen die Plagen der heutigen Zivilisation ausgesperrt bleiben, ein Leben fernab von Konsum, Hektik, Fremdbestimmheit und gesellschaftlichem Wettstreit geführt werden. Doch von Anfang an ist klar, dass der idyllische Schein trügt. Die Kleine, die das Leben in „der anderen Welt“ eine Zeit lang durch ihre Schulkameraden zumindest aus der Ferne betrachten konnte, sehnt sich nach Kontakt mit Gleichaltrigem, wünscht sich nichts sehnlicher als eine Freundin, eine Schwester, zumindest ein Haustier. Und Schokolade! „Während ich mich langweile, ist das Gras grün und der Himmel blau. Ich bin ein Kind, das nicht weiß, was es noch spielen soll, und wozu.“ (S. 27/28) Zusätzlich liegt eine düstere Atmosphäre über der ganzen Szenerie. Aus dem Wald tönen Schreie, die niemand erklären kann (oder will), der Sommer mit seinem wilden und in Bananama ungezähmten Pflanzenwuchs scheint einen immer engeren Gürtel um das kleine Idyll zu ziehen, und je weiter der Sommer fortschreitet, umso mehr häuft sich nicht nur das vergammelnde Gemüse im und um das Haus, sondern auch die Anzahl toter Tiere. „Ich werde den Sommer bald nicht mehr ertragen. Wir werden zerfallen, zu trockenem Staub, der nichts mehr zu tun hat mit fruchtbarem Kompost. Bald werden wir endgültig ausgestiegen sein, aus der Jahreszeit, aus der Welt, aus dem Leben.“ (S. 97) Ist es „nur“ die wilde Natur, die hier ihren ungezügelten Kreislauf nimmt – oder steckt noch etwas anderes hinter den vielen toten Vögeln, die jeden Tag gegen die Fenster des Hauses fliegen, fast, als wollten sie ihr Leben dadurch beenden? Im Verlauf des Buches nimmt die diffuse Angst des Mädchens und das Gefühl der Bedrohung immer mehr zu – hier gelingt es der Autorin meisterhaft und mit einer sehr bildhaften Sprache das ungezähmte Wuchern draußen und das Scheitern der Idylle drinnen zu verknüpfen. Beim Lesen wurde für mich der Wald rund um Bananama zu einem immer dichteren, ungnädigen Dschungel, ich konnte die Schwüle, die Enge, das Eingesperrtsein unter dem doch so freien Himmel fast körperlich spüren und hatte den dichten Geruch von Pflanzen, die an einer Ecke noch in voller Blüte stehen, an der nächsten in der Schwüle des Sommers schon vergammeln, in der Nase. Auf dem Höhepunkt der Geschichte – so viel wird im Klappentext bereits verraten - liegt eine Leiche im Garten des Paradies, während eine schon Tot-Geglaubte (fast) lebendig wieder erscheint. Simone Hirths Buch kommt mit weniger als 200 Seiten aus, ist sehr dicht und eindrucksvoll erzählt. Viele Stellen habe ich mir beim Lesen angestrichen, mehrmals gelesen, und später nochmal in einem anderen Kontext gesehen. Einziger Wermutstropfen für mich ist das sehr offene Ende – ich bin einfach kein Fan von Geschichten, die keinen klaren Endpunkt haben. Dennoch vergebe ich für den spannenden Erzählansatz, die tolle, bildhafte und sehr eindrückliche Sprache und den packenden Erzählstil vier sehr wohlwollende Sterne!

  • Die Art der Ida Gratias

    4/5

    11.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Bananama, kein Paradies, wo Milch & Honig fließt

    Klappentext: Was ist grün und klopft an die Tür? Wer schreit im dunklen Wald von Bananama? Und warum verschließen die Eltern das Haus? Fragen, die sich ein sechsjähriges Mädchen stellt. Sie lebt mit ihren Eltern, selbst ernannten Aussteigern, in einem Haus am Waldrand. Mit Befremden erzählt sie von der Veränderung ihrer Eltern, die jeden Tag merkwürdiger werden. Je wahnhafter sie an ihrer Vision von Bananama festhalten, desto weniger lässt sich die „Welt da draußen“ verleugnen. Eines Morgens liegt ein toter Mann im Gemüsebeet. Die diffuse Angst des Kindes bekommt ein Gesicht. Und in Bananama bleibt nichts, wie es war. Auf beklemmende Weise geht Simone Hirth den Widersprüchen und Absurditäten unserer Gesellschaft auf den Grund. Dabei kratzt sie mit herrlich ironischem Blick an der Utopie eines sicheren Lebens, bis diese endgültig zerbricht. „Wenn wir jetzt die Tür immer zusperren müssen, sind wir dann eingesperrt in Bananama, sind wir dann nie wieder frei?“ Die Figur des „aus der Gesellschaft und ihren Konventionen Aussteigenden“ ist äußerst beliebt in der europäischen Literaturgeschichte. Das Streben nach individueller Freiheit, das Gefühl der Entfremdung, das Bedürfnis nach größtmöglichen Entfaltung der Persönlichkeit sind sehr dankbare Topoi, sind sie doch stets auf neue aktuell. Ob nun ein Querulant aus dem 18. Jahrhundert wie Michael Kohlhaas, der verbissen für sein Recht streitet, ein sich dem geschäftigen Treiben verweigernder Oblomov im zaristischen Sankt Petersburg oder gar der nackte Anführer des fernen Kokosnussordens Engelhardt in Krachts „Imperium“ wie auch die junge Ich-Erzählerin in Hirths „Bananama“, im deutschen Irgendwo, sie alle dienen dem Leser als Projektionsfläche für die Darstellung des Spannungsverhältnisses zwischen den Ansprüchen der Gesellschaft und des Individuums. Das kleine Mädchen beschreibt sehr eindrucksvoll, mit dem kindlichen Blick für die Wahrheit hinter den Dingen, ihr Leben in der Unfreiheit, die der Preis für das Freiheitsstreben ihrer Eltern ist. Rapunzel gleich wird sie weggesperrt, fern gehalten von der Schule & gleichaltrigen Freunden & Verwandten. Ihr Turm ist ein verwunschenes Paradies ohne Bananen & bösem Zucker, dafür mit eigener DIY Busshaltestelle, der einzige menschliche Außenkontakt ist der Mann, der die fast täglich eintreffenden Internetshoppinggüter anliefert, beschult vom Vater, um die gelebte Systemkritik in die nächste Generation zu implementieren, und natürlich selbstversorgt vom heimischen permakulturellen Garten, in dem mehr Tod als Leben herrscht. Deren „Permakulturerfinder“ Bill Mollison sagt: „Die wichtigste ethische Entscheidung ist, Verantwortung für unser eigenes Leben und das unserer Nachkommen zu übernehmen. Und zwar JETZT.“ Diese Verantwortung nimmt Hirths Rapunzel eines Tages ihren Eltern aus der Hand, sehr emanzipiert, ganz ohne Prinz & macht sie sich auf dem Weg und steigt aus, aus diesem Anti-Leben, das ihr mehr ungeliebtes Gefängnis ist, als die gelebte Utopie eines besseren Seins. Ein ganz wunderbarer zweiter Roman von Simone Hirth ist das, Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, weniger Sprachmontage als in ihrem Debut, was mir Stilistikspießerin entgegen kommt, aber trotzdem sprachlich eindrucksvoll. Und inhaltlich? Ich muss geschehen, ich hatte manches Mal die schreckliche Vermutung Frau Hirth hätte mich und mein Lebensumfeld gestalkt, so bekannt kamen mir, wenn auch überzeichnet und auf zwei Charaktere zugespitzt, Verhalten und Argumente ihrer Figuren vor. Meine unbedingte Leseempfehlung, ob für die schwafelnden Theoretiker in Kreuzberg und der Schanze oder die Fundamentalisten im pommerschen Niemandsland.

  • Bewertung

    aus Groß-Gerau

    4/5

    11.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ist irgendwo Bananama ?

    Simone Wirth beschreibt in ihrem zum Februar 2018 erscheinenden Roman ein gescheitertes Aussteigeridyll einer dreiköpfigen Familie. Die Erzählperspektive ist dabei aus der Sicht der Tochter geschrieben (ca. 6 Jahre alt). Die Eltern stammen wohl aus der gehobenen Bourgoisie und wollen ihren eigenen Traum verwirklichen fernab jeglicher Außeneinflüsse ein fast antikapitalistisches Leben zu führen. Das Mädchen wird dabei mental alleine gelassen und ihr Alleinegelassensein bringt sie dazu Tagträumen und Illusionen nachzuhängen. Sie beerdigt Wörter und tote Tiere, versucht sich eine Schwester zu erfinden und wünscht sich Nähe durch Lebewesen jeglicher Art. Der Leser begleitet sie durch verschiedene Jahreszeiten und je weiter das Jahr fortschreitet, desto aussichts- und trostloser wird ihr kläglicher Versuch. Sie muss aushalten, das der angeschaffte Hase vom Tauschkreis, dessen Modell ihrem Vater sehr wichtig ist, nur Nahrungsmittel, denn Familienmitglied ist.I hr Vater kommt blutbefleckt vom Schlachtkurs nach Hause und sie muss sich mit dem angetrocknetem Blut auseinandersetzen. Die Mutter, als Alleinverdienerin doch noch im Sog des Materialismus bleibt überbläht in der Geschichte- zu voll und mit sich beschäftigt, das ihre Tochter eine Randerscheinung bleibt, als Teil dieses Projektes. Auch der Vater, alle namenlos, sieht das Mädchen für mich als zu bemalende Leinwand, die es gilt nach den selbsterschaffenen idealisierten Regeln, die im elterlichen Gedankenkonstrukt ( wenn auch nicht übereinstimmend ) wage angedacht sind, zu formen. Das Mädchen entfernt sich immer weiter und bleibt sich isoliert selbst überlassen. Bananama findet sich sicher in vielen Haushalten und Erziehungsmodellen und so wirkt das Buch auf mich nach und wird mich in vielen Erzählungen von Eltern, Familien , Lebensmodellen weiter begleiten und daran erinnern, das viele Vorstellungen auf Kosten anderer Menschen ( Lebewesen) gedacht und durchgeführt werden. Ein Buch, das mich zwischendurch wütend gemacht hat, im Sinne eines Wachrüttelns , seinen Kindern oder den Menschen, die man vorgibt zu lieben, ob das eigene Bananama auch ein idealisiertes Idyll ist, welches nicht existiert, nicht existieren kann und alle Beteiligten nur freudlos weiterverfolgen ...Man sich z.T gesellschaftliche Revolten, Selbst- und Fremdbilder überprüfend auf seine Gegenrevolte hinterfragt.

  • anushka

    aus Berlin

    3/5

    11.06.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewöhnlich, aber für mich zu viele offene Fragen

    Bananama. Das ist das Aussteigerparadies einer Familie. Ein großer Garten, der Obst und Gemüse liefert, weit ab vom Schuss. Doch es bleibt nicht paradiesisch. Der Wald scheint ans Haus heranzurücken. Schreie dringen aus dem Wald und die Eltern beginnen, die Türen abzuschließen. Immer häufiger fühlt sich das Paradies wie ein Gefängnis an. Wie mag das Ganze auf ein Kind wirken? Die 6-jährige namenlose Erzählerin beobachtet die Entwicklung ihrer Eltern und ihrer eigenen Bedürfnisse. Immer häufiger leidet sie unter Angst und Einsamkeit, so als einziges Kind auf Bananama, dem die Eltern viele Erklärungen schuldig bleiben. Leider bleibt das Buch selbst dem Leser ebenfalls viele Antworten schuldig. Mit offenen Ende kann ich so schon selten gut umgehen. Aber hier bleibt dann auch noch so vieles ungeklärt und mysteriös. Selbst für scheinbar zentrale Ereignisse gibt es keine Auflösung. Man kann dadurch zwar die Sicht der kleinen Erzählerin besonders gut nachvollziehen, aber als Leserin eines Buches, eines Romans, reicht mir das nicht. Zudem hat dieses recht junge Kind immer wieder so tiefgreifende philosophische und logische Gedankengänge, dass ich an ihrem Alter gezweifelt habe (vor allem, da ich selbst ein Kind in dem Alter habe). Ansonsten ist der Erzählstil jedoch auch immer wieder kindlich-naiv und vermag dadurch den anfänglichen Zauber des ungewöhnlichen Lebens zu transportieren. Was ich sehr genossen habe, war ein kleiner feiner Humor und vielleicht auch eine gewisse Schadenfreude in der Aufdeckung der Doppelmoral dieser Aussteiger. Denn hier wird deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, sich loszusagen und dass es doch etliche Annehmlichkeiten gibt, auf die man nur schwer verzichten möchte. Hier schreibt die Autorin schon mit spitzer Feder und einem Augenzwinkern. "Bananama" mag ein moderner Roman sein und er thematisiert herrlich ironisch die Widersprüche in der Gesellschaft und der Utopie einer ganzen Bevölkerungsschicht. Aber für meinen Geschmack ist der Roman zu unfertig und lässt einfach ein paar Fragen zu viel offen.

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