In diesem Essay über "Jesus und Judas" erzählt der weltbekannte israelische Schriftsteller Amos Oz, wie Jesus für ihn von Kindheit an zu einer Art Begleiter wurde. Geboren in Jerusalem, wurde Amos Oz dazu erzogen, von Kirchen und Kruzifixen den Blick abzuwenden, weil "dieser Mann" so viel Unheil über das jüdische Volk gebracht habe. Der Bruder seines Großvaters, der berühmte Religionswissenschaftler Joseph Klausner, mahnte dagegen den Knaben: "Wenn du an einer Kirche oder einem Kreuz vorübergehst, schau hin, schau genau hin, denn Jesus war einer von uns, einer unserer größten Lehrer, einer unserer größten Visionäre." Amos Oz geht den neutestamentlichen Berichten über Jesu nach und stößt auf die Geschichte vom Verrat des Judas. Sie wird für ihn zum Skandal. In der Erzählung von Judas erkennt er "das Tschernobyl des christlichen Antisemitismus" und den Beginn und die Gründungslegende einer unheilvollen zweitausendjährigen Geschichte. Wer war Jesus, wer Judas?: Ein engagierter persönlicher Blick!
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Bewertung
5/5
03.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Judas Ischarioth
Ein paar wirklich diskussionswürdige Gedanken wirft Amos Oz mit diesem kleinen Zwischenruf dem Leser an den Kopf : Es geht um den berühmtesten Verrat der Geschichte und der ist wohl für immer mit dem Namen Judas und 30 Silberlingen verbunden ! Amos Oz geht allerdings weiter und wagt eine Korrektur : bezeichnet Judas als den ersten Christen überhaupt , der sich schlicht nur aufgehängt hat weil er an seinem Glauben zweifelte und weist Jesus als rebellischen Juden aus, der sowieso bekannt wie ein bunter Hund war und deshalb Judas Verrat gar nicht benötigte ! Sehr,sehr nachdenkenswert, enthalten diese Gedanken doch ordentlich Zündstoff aber auch Unterstützung zur Versöhnung ! Ich bin beeindruckt...
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