"Kein menschlicher Makel" von Ellinor Wohlfeil ist eine Geschichte, welche an Toleranz und Menschlichkeit plädoyiert. Die Protagonistin Ruth wächst als Halbjüdin im nationalsozialistischen Deutschland auf. Als solche erfährt sie viel Hass und Ausgrenzung. Alles, was sie möchte, ist dazugehören. Sie gibt nicht auf und kämpft sich durch alle Widrigkeiten während der Schulzeit, ihrer Ausbildung und auch später im Berufsleben. Diese Geschichte hebt sich von anderer Literatur ab, welche die nationalsozialistische Zeit behandelt. Geht es doch auch um die Frage, wie bedeutend es ist, unsere Identität zu finden.
Das Hörbuch wurde hochqualitativ und liebevoll umgesetzt. Die klanglichen Untermalungen lassen eine intensive Athmosphäre entstehen. Schnitt und Audio-Bearbeitung, sowie Sound-Engineering wurde von Barbeq-Sound durchgeführt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Lidia/ WriteReadPassion
aus Sankt Augustin
5/5
06.05.2018
Hörbuch-Download
Emotional und Einfühlsam - eine einzigartige Biografie!
Klappentext:
"Kein menschlicher Makel" von Ellinor Wohlfeil ist eine Geschichte, welche an Toleranz und Menschlichkeit plädoyiert.
Die Protagonistin Ruth wächst als Halbjüdin im nationalsozialistischen Deutschland auf. Als solche erfährt sie viel Hass und Ausgrenzung. Alles, was sie möchte, ist dazugehören. Sie gibt nicht auf und kämpft sich durch alle Widrigkeiten während der Schulzeit, ihrer Ausbildung und auch später im Berufsleben.
Diese Geschichte hebt sich von anderer Literatur ab, welche die nationalsozialistische Zeit behandelt. Geht es doch auch um die Frage, wie bedeutend es ist, unsere Identität zu finden. Das Hörbuch wurde hochqualitativ und liebevoll umgesetzt. Die klanglichen Untermalungen lassen eine intensive Atmosphäre entstehen. Schnitt und Audio-Bearbeitung, sowie Sound-Engineering wurde von Barbeq-Sound durchgeführt.
Die Autorin:
Ellinor Wohlfeil
Ich bin 1925 geboren. Meine Kindheit war überschattet von der Nazidiktatur und dem zweiten Weltkrieg. Seit 1950 lebe ich in Düsseldorf. 1952 habe ich geheiratet. Wir bekamen zwei Söhne. Ab 1965 wurde ich auf dem zweiten Bildungsweg Grundschullehrerin und war bis 1985 im Schuldienst des Landes NRW tätg. Nach meiner Pensionierung begann ich zu schreiben. Zwei Erzählungen und zwei Romane habe ich veröffentlicht. Kurzprosa und Gedichte von mir wurden in Anthologien publiziert. In vielen öffentlichen Lesungen habe ich versucht, meine Bücher bekannt zu machen.
Die Sprecherin:
Birgit Arnold
Ich wuchs als jüngstes dreier Geschwister als Tochter von Gastronomen am Starnberger See auf. Während meiner Studienzeit verbrachte ich einige Jahre in Mannheim. Danach war ich lange im Finanzbereich tätig. Bis ich eines Tages aufwachte und mir überlegte, welchen Sinn es macht, irgendwelche Zahlen in Reports zu bauen und so schönzureden, dass sie den Investoren gefallen.
Der Entschluss stand fest: Ich baue mein Hobby aus und versuche, mich damit selbständig zu machen. Bereits einige Jahre vorher hatte ich nebenbei eine Ausbildung zur Sprecherin und Synchronsprecherin absolviert, welche ich durch diverse Kurse vertieft habe. Außerdem stand ich seit meiner Jugend mit verschiedenen Bands als Sängerin auf der Bühne. Und das Unglaubliche geschah: die Aufträge mehrten sich, und ich konnte (und kann) tatsächlich davon leben. Viele nennen es Glück. Ich muss allerdings sagen, es hat eher mit viel Planung und harter Arbeit zu tun. Aber es ist die wunderbarste Arbeit, die ich mir vorstellen kann. Und nun habe ich schlichtweg einen weiteren Schritt gewagt, und mein erstes Buch geschrieben. Die beiden nächsten sind bereits im Begriff zu entstehen. Ich habe nicht vor, dies zu meinem Beruf zu machen. Es ist ein Hobby, das Spaß macht, das auch befreit, und das mir manch seltsame Gedankengänge meines Gehirns aufzeigt.
Bewertung:
Das Cover des Hörbuchs ist mit dem wunderbarem Foto bestickt, das melanchonisch in schwarz-weiß gesetzt wurde. Einfach wunderschön und passend zu der Autobiografie der Autorin Ellinor Wohlfeil.
Sobald ich das Hörbuch anmachte, erklang die beruhigende Stimme der Sprecherin Birgit Arnold im Raum. Wunderbar klar und sanft, ohne einzuschläfern, erzählt sie von Ruth, die im nationalsozialistischem Deutschland aufwächst und sich als Kind Anfeindungen entgegensetzen muss. Der Sprecherin gelingt es, verschiedene Tonhöhen den Figuren entsprechend zu setzen und gibt diese überzeugend wieder.
Die Geschichte wird sehr lebhaft erzählt, sodass ich wirklich das Gefühl hatte, neben Ruth zu stehen oder zeitweise eine Freundin von ihr zu sein, der sie sich anvertraut. Besonders die Beziehung zu ihrer Mutter steht im Mittelpunkt, neben all dem Grauen.
Ich hätte auch noch mehrere Stunden zusätzlich zuhören können; wenn es nicht dieses traurige Thema wäre, könnte man es als Wellness-Hörbuch nutzen. 😁
Fazit:
Für mich rundum überzeugend und realistisch umgesetzt. Eine beruhigende und klare Stimme, die einer anderen eine Stimme gibt. Trotz allem erdrückt die Geschichte einen nicht vor lauter Schwermut, sondern regt zum Nachdenken an. Eine gelungene Umsetzung über ein Thema, das auch für Jugendliche verständlich gemacht wurde.
Lieben Dank, Birgit, dass du mir die Geschichte geschenkt hast! 🤗
Bewertung
aus Hamburg
5/5
24.10.2017
Hörbuch-Download
Unterdrückung und Ausgrenzung im Dritten Reich
Ein Krieg oder die Unterdrückung in einem Terrorregime, sind nicht vorbei, wenn der Krieg oder die Herrschaft des Tyrannen enden. Jeder Mensch, der so etwas erleben musste, wird diese Erlebnisse nicht mehr los. Umso wertvoller ist es, wenn diese Menschen sich mit Ihrer Geschichte auseinandersetzen und sie aufschreiben.
Die Geschichte der Halbjüdin Ruth hat den autobiographischen Hintergrund der Autorin, was man im Erzählstil und in der detaillierten Darstellung einzelner Ereignisse erahnen kann. Ruth bekommt bereits in ihrer Kindheit, die Unterdrückung des Nazi-Regimes deutlich zu spüren, indem sie von ihren Mitschülerinnen gemieden und gezielt aus gemeinschaftlichen Aktionen wie dem Sportfest an der Schule ausgeschlossen wird. Ausgerechnet in der Kindheit, einer sensiblen Lebensphase, erfährt Ruth Ausgrenzung und Unterdrückung.
Leider konnte ihre Mutter nicht auffangen, was Ruth erlebte. Sie hatte natürlich mit ihren eigenen Gefühlen und Erlebnissen zu kämpfen. Ihre Reaktion einfach im Alltag fortzufahren, als der Mann verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht wird, wirkt vor allem hilflos, aber auch verstörend.
Immer wieder spürt man die Sehnsucht von Ruth nach einem normalen und friedlichen Leben, in dem sie ihren eigenen Weg gehen kann. Zuletzt sind es Zufälle, die Ruht das Leben retten: eine ungeliebte Ausbildung, eine Mauer, die noch zwischen ihr und einer explodierenden Bombe steht.
Das Buch wechselt immer wieder die Erzählperspektive, so dass manchmal die Geschichte direkt von Ruth erzählt wird, manchmal ein allwissender Erzähler oder Beobachter die Erzählerin beschreibt. Für den Zuhörer bleibt die Erzählung damit abwechslungsreich. Er kann sich überlegen in welcher Situation Ruth ihre Geschichte vielleicht erzählt und kann sich eine zweite Person dazu denken, ein Freund, ein Historiker, der sie interviewt, vielleicht auch ein Psychologe der dabei hilft die Erlebnisse zu verarbeiten.
Die Inhalte werden im Hörbuch durch eine wunderbare Stimme transportiert. Die Sprecherin schafft es die Stimmungen von Ruth klar auszudrücken und den Zuhörer so in der Geschichte mitzunehmen. Die Geschichte bekommt damit Lebendigkeit, auch durch eine durchweg passende klangliche Untermalung.
Das Buch erzählt eine wichtige Geschichte, die sich leider auch heute noch wiederholt, nur die Orte an denen Menschen unterdrückt oder in Kriegen umgebracht werden, sind heute andere.
Bewertung
aus Fürth
5/5
23.10.2017
Hörbuch-Download
Vom Dazugehören-wollen und dem Erleben
Zum Inhalt:
Die Hauptfigur der Geschichte, Ruth, erlebt ihre Jugend im nationalsozialistischen Deutschland. Sie ist Halbjüdin, dadurch erlebt sie viele negative Gefühle und erfährt Ausgrenzung. Sie möchte einfach nur dazu gehören und kämpft für diesen Wunsch mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln.
Der Zuhörer begleitet sie beim Erwachsenwerden und Erwachsensein.
Meine Meinung:
Bei Hörbuch begleitet der Hörer die Protagonistin bei ihrem Rückblick auf ihrer Lebensgeschichte.
Diese Geschichte ist sehr persönlich, wird aber im Hörbuch sehr gut umgesetzt, so dass man die Geschichte wie eine Erzählung hören kann. Die Geschichte beginnt zu einer Zeit in der wir die Protagonistin von ihrer Kindheit aus begleiten. In einer eher leisen, aber sehr eindringlichen Erzählweise begleiten wir Ruth von ihrer Kindheit ab und erleben immer wieder, wie sie ausgegrenzt wird. Geht es um Leistungen, um eine Rolle in einem Theaterstück, bis hin zur Berufswahl. Ihre jüdischen Wurzeln haben immer wieder Auswirkungen für sie. Dabei ist es ihr sehnlichster Wunsch dazu zu gehören. Das Buch bietet in gewisser Weise einen Einblick in das Seelenleben von Ruth in einer sehr schweren Zeit.
Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, er ist ruhig, nachdenklich aber auch neutral. Passend zur Geschichte ist sehr schöne, gefühlvolle Musik eingearbeitet, welche den Inhalt sehr passend unterstreicht.
Besonders positiv finde ich, dass dieses Buch kein erhobenes Zeigefinger Buch im klassischen Sinne ist, das anklagt, sonders auf sehr angenehme Art und Weise dafür sorgt, dass die Zuhörer nachdenken und gegen das Vergessen. Und das ohne den moralischen Zeigefinger.
Fazit:
Ein außergewöhnliches Buch mit viel Gefühl
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