20. Juli 1944. In Paris läuft der Umsturz nach Plan, doch mit dem Scheitern in Berlin bricht der Widerstand zusammen. Wenige Tage später wird Cäsar von Hofacker, Anführer der Pariser Verschwörer, verhaftet. Kurz darauf holt die Gestapo seine Frau Lotte und die beiden ältesten Kinder ab - Sippenhaft in Gefängnissen und Konzentrationslagern folgen. Die drei Jüngsten werden in ein Kinderheim verschleppt. Nach der Befreiung schreiben die 13 und 15 Jahre alten Schwestern Christa und Anna-Luise ihre Erlebnisse auf - bewegende Berichte von Kinder, die früh erwachsen wurden. Die Tochter von Anna-Luise erzählt nun die Geschichte ihrer Familie.
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31.12.2025
eBook (ePUB)
Ganze Familien in Sippenhaft
Dieses Buch als Sachbuch deklariert, es liest sich jedoch nicht so, ist mein Highlight in diesem Jahr gewesen. Ich bin so dankbar über dieses Buchgeschenk. Gelesen in der Adventszeit hat mich der Glaube dieser mutigen Menschen, die Advents- und Weihnachtszeiten in Deutschlands dunkelster Zeit erlebt haben, auf Tiefste berührt und beeindruckt und ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen.
Die Autorin Valerie Riedesel Freifrau zu Eisenach, Enkelin Cäsars von Hofacker und die Tochter von Anna-Luise von Hofacker, nimmt uns Leser mit in ein Kapitel ihrer Familiengeschichte, die von sehr viel Dunkelheit und Leid geprägt war und die dennoch ein Licht ausstrahlt, geprägt von Mut, Glauben und Vertrauen auf Gott, dass mich sehr, sehr bewegt hat. Wir dürfen ganz nah teilhaben, was der Familie von Hofacker und von Stauffenberg, sowie den anderen Widerstandsfamilien widerfahren ist. Das Buch ist ausgestattet mit der persönlichen Korrespondenz von Cäsar von Hofacker mit seinen Kindern und auch zahlreichen Fotos, das macht die Geschichte sehr lebendig und nahbar. Es ist mehr als ein Sachbuch, es ist ein Zeugnis für den Glauben und für die Überzeugung das Richtige zu tun, egal, welche Konsequenzen es nach sich zieht.
"Es gibt nun einmal in der ganzen bisherigen Geschichte keine geistige Macht, die so wie das Christentum es verstanden hat, die Menschen dazu zu bringen, ihre eigenen Grenzen zu erkennen, das Gute zu wollen und dem Schlechten zu widerstreben." Zitat aus einem Brief Cäsars von Hofackers an seine ältesten Kinder.
Doch nun zur Geschichte. Wir befinden uns im Jahr 1944. Die Geschichte des Attentats auf Hitler, verübt von Graf von Stauffenberg und seinen Mitkämpfern. Auch Cäsar von Hofacker, in Paris stationiert, ist einer der Menschen, die nur diesen Ausweg sehen, um Deutschland vor dem totalen Untergang zu retten. Doch wir kennen den Ausgang, das Attentat geht schief, der Widerstand bricht zusammen und wenige Tage später werden die "Verschwörer", darunter auch Cäsar von Hofacker verhaftet. Kurz danach werden auch alle Familienangehörige der Widerstandsgruppe, ob Eltern, Ehefrauen und die Kinder verhaftet, darunter auch Babys und Kleinkinder.
Lotte von Hofacker wird mit ihren fünf Kindern verhaftet, mit ihren ältesten Kindern Eberhard und Anna-Luise, kommt sie nach München in das berüchtigte Gestapo-Gefängnis, die drei kleineren Kinder Alfred, Christa und Lieselotte kommen in ein NS-Kinderheim in Bad Sachsa. Es folgt eine wahre Odyssee durch verschiedene Gefängnissse und Konzentrationslagern quer durch das "Deutsche Reich". Die Kinder dürfen nicht ihre Namen nennen, denn niemand soll wissen, wer denn die prominenten Insassen sind. Sie gehen als "Geisterkinder" in die Geschichte ein. Die fünfzehnjährige Anna-Luise, Ännerle, genannt, schreibt nach der Befreiung der Amerikaner die Geschichte ihrer Familie auf, Erlebnisse, die kein Kind erleben sollte. Dabei wurden sie teilweise aufs Schlimmste schikaniert und dann wieder wie rohe Eier behandelt, um sie als Pfand für die Amerikaner zu benutzen. Der Glaube an Gott und dass der Vater, über dessen Schicksal sie lange nicht informiert wurden, hielt sie in dieser schweren Zeit am Leben. Trotz aller traumatischster Erlebnisse hielt die Familie zusammen.
Mich hat die Geschichte dieser tapferen und mutigen Familien sehr beeindruckt und bewegt, für die Wahrheit und das Richtige einzustehen, egal was es kostet, für Cäsar von Hofacker eine sehr schwere Entscheidung, die von der Familie mitgetragen wurde, ohne dass sie wussten oder ahnen konnten, was auf sie zukommt.
"Warum haben wir gerade in heutiger Zeit Anlaß, uns mit besonderer Inbrunst zum christlichen Glauben zu bekennen? Weil wir fühlen, daß es bestimmte ewige Gesetze des Gutseins, des Edelmuts, der Gerechtigkeit gibt, die man nicht ungestraft verletzen darf." , Cäsar von Hofacker in einem Brief an seine Kinder Eberhard und Ännerle im April 1944.
Ein sehr lesenswertes Buch, gerade in unserer heutigen Zeit!
Lilliest
aus Frankfurt am Main
5/5
30.06.2024
eBook (ePUB)
Wieviel Glück sie hatten...
Packend, die Hintergründe der betroffenen Familien zu lesen und sich vor Augen zu führen. Beeindruckend, wie man mit den Familienangehörigen umging, sie so in einem grauen Pfad zwischen Leben und Tod / Unsicherheit zu halten. Für mich sehr packend, erschütternd und doch unbedingt eine Empfehlung. Hier kommen viele Informationen heraus, die man nicht so nebenbei im Schulunterricht oder den geschichtlichen Hintergründen erfährt.
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