Raimund Merz kennt Moritz und Floriane von Kindheit an. Ihr Lebensmittelpunkt ist ein wilder Garten am Dorfrand. Als Inger zu ihnen stößt, die Tochter eines dänischen Künstlers, bilden die vier eine verschworene Gemeinschaft, bis sich beide Jungen in das Mädchen verlieben. Inger entscheidet sich für Moritz, Raimund und die ehrgeizige Floriane werden ebenfalls ein Paar. Jahre später kreuzen sich die Wege der vier erneut – für Raimund die Chance, sich der Leere seines Lebens ohne Inger zu vergegenwärtigen. Verzweifelt sucht er nach einem Weg zurück zu sich selbst und zu einer Aussöhnung mit der Vergangenheit. In einem furiosen Finale bricht er auf nach Lyon zu einem Gemälde, das ihn in Bann zieht wie in der Kindheit der wilde Garten. Mirko Bonnés großer Liebesroman überträgt das Wahlverwandtschaften-Thema in die heutige Zeit. Er fragt nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das ergreifende Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus dem Schatten über seinem Dasein hinauszutreten.
Kundinnen und Kunden meinen
3.3/5.0
Bewertung
4/5
09.11.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Raimund Merz stürzt in eine tiefe...
Raimund Merz stürzt in eine tiefe Depression als der seine große Liebe wiedersieht. Er beginnt sein Leben zu überdenken und radikal zu ändern. Ein hoffnungsvoller Liebesroman!
Xirxe
aus Hannover
3/5
26.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Raimund Merz, um die 50,…
Raimund Merz, um die 50, Familienvater, Ehemann und lustloser Angestellter einer Wochenzeitung, sieht eines Tages überraschend von Weitem seine Jugendliebe Inger. Dies löst Ereignisse mit ungeahnten Konsequenzen aus, die Raimunds Leben vollständig auf den Kopf stellen. Nichts scheint mehr Bestand zu haben und nach einem intensiven Abtauchen in die Vergangenheit fasst er einen radikalen Entschluss. Was mich an diesem Buch wirklich begeistert hat, ist die wunderbare Sprache des Autors. Ja, stellenweise klingt sie etwas gestelzt und bemüht, doch das ist nicht allzu häufig wie ich finde. Meist fand ich seinen Stil herrlich poetisch und die Bilder, die er heraufbeschwört, sehr aussagekräftig (zum Beispiel "... war er überzeugter gewesen, dass was er aus den Flaschen so lange weltvergessen in sich hineingoss, bis es wieder aus ihm herausfloss, gar nicht Wein war, sondern in Wahrheit Tränen."). Wenn jetzt noch die Geschichte gestimmt hätte, wäre dies ein grandioses Buch. Aber mich haben fast alle der Mitwirkenden schlicht genervt. Dass Menschen eine falsche Entscheidung treffen und in dieser aus den unterschiedlichsten Gründen verharren - keine Frage, das ist garantiert keine Seltenheit. Aber was hier an den unterschiedlichsten Personen dargestellt wird, ist doch wirklich kaum glaubwürdig. Praktisch heiraten Alle in vollem Bewusstsein den falschen Menschen, den sie entweder nicht lieben oder genau wissen, dass er jemand andern sein Herz geschenkt hat. Der Protagonist harrt über Jahrzehnte in endloser Lethargie aus und ergeht sich in Selbstmitleid, seine Ehefrau holt sich ihre Befriedigung in der Karriere und züchtet ihre Wut; die wahre Liebe des 'Helden' ist traumatisiert und weiß deshalb nicht so recht, was sie will; und deren Ehemann muss das haben was er will, damit es kein Anderer bekommt. Wunderbar - und dann macht man noch einen auf Friede Freude Eierkuchen und gute Freundschaft. Was für ein Blödsinn! Aber immerhin alles in einer wirklich schönen Sprache. Tja, damit ist es ein bisschen besser als der Durchschnitt (guter Stil ist nicht so häufig wie eine gute Geschichte, finde ich ;-)), aber nicht wirklich des Lesens wert.
Juti
aus HD
3/5
22.12.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
eine Vierecksgeschichte…
eine Vierecksgeschichte Während Raimund Merz, die Hauptfigur dieses Roman, sein „Elsterkind“ Lyndi zur Klassenfahrt zum Bahnhof bringt, trifft er Pippa und Inger, ohne sich erkenntlich zu zeigen. Später erfahren wir, dass Pippa seine uneheliche Tochter und Inger seine Liebe aus Jugendtagen ist. Aber auch das ist ungenau. Eigentlich wird erzählt, dass Merz Frau Flori in der Jugend mit Moritz zusammen war, während Inger mit Raimund sich nicht so richtig trauten. Dann aber verlässt Inger Raimund auf einen Blick von Moritz, während Flori ersatzweise zu Raimund kommt. Das war die Jugendzeit. In der Nachstudienzeit sehen sich beide Paare nochmal in Berlin und es kommt zwischen Ihnen zu Begegnungen. Das zweite Kapitel endet damit, dass es zum lang erwarteten Krach kommt, weil Raimund Inger ein Kind gemacht hat, was eigentlich Moritz als Vater haben sollte. Nur leider wusste Flori, dass Moritz keine Kinder zeugen kann. Das dritte Kapitel wird zum Krimi. Flori trennt sich von Raimund, nachdem Inger und er sich wiedergesehen haben, darauf „entführt“ er Lyndi (das Kind kommt freiwillig mit), stiehlt ein Bild in Lyon und wird schließlich von seinem Bürokollegen Bruno gefunden. Ich habe diesmal viel erzählt, nicht alles, denn die Vierecksgeschichte, also insbesondere das 2. Kapitel hat mich schon gefesselt, auch wenn die Auflösung doch etwas plump daher kommt. Der Autor braucht lange um in die Geschichte einzuführen. Es heißt ja ein guter Roman erzählt drei Geschichten. Die Haupthandlung ist beschrieben, daneben kommen dauernd Wespen vor, was mich nicht sonderlich interessierte, auch wenn ich erstmals von Kuckuckswespen gelesen habe. Ich möchte gerne eine Interpretation lesen, welche Symbolik dahinter stehen soll, aber ich glaube, die FAZ erwähnt die Wespen nicht einmal. Noch weniger interessierte mich die beschriebenen Bilder und der chronisch schlechte HSV, denn das ist ja bekannt. Das dritte Kapitel, das die Entführung schon in der Überschrift verrät, beginnt erst mal über 50 Seiten mit einer Reise von Raimund und Bruno nach Stuttgart. Außerdem liebt der Autor offenbar lange, zusammengesetzte Substantive. Wer `s mag. 3 Sterne.
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