Behütet, geborgen, wohlerzogen wächst Matthi auf: frei, beinahe unbeschwert, leidend allein an aufkommenden Sehnsüchten, Trieben; vielseitig interessiert, gefördert, begabt - ein Junge, dem alles offen steht, der sich vorbildlich einfügt, gewand anpasst und doch irgendwie nicht hineinpasst. Bald diesem, bald jenem zugeneigt, vermag ihn nichts lange zu fesseln. Zweifel am eigenen Sein und Tun gehen einher mit vermehrter Irritation, Kritik an der Gesellschaft, der mangelnden Akzeptanz anders Denkender, Fühlender, Seiender. Matthias eckt an, stolpert, strauchelt ... nimmt von neuem Anlauf, strebt und steigt rasch auf, bis er vorm Gipfel innehält. Erreicht er ein Ziel, ist es das nicht nicht mehr, lehnt er die Krone, die ihm winkt, die er aufgesetzt bekommen, unter die er gedrückt werden soll, ab und geht. Erst nach und nach findet er Verständnis, Befürworter, Freunde. In dem Maße, in dem er verstanden wird, beginnt er sich selbst zu verstehen. Das macht es nicht unbedingt leichter. Nachdem er Krone um Krone ausgeschlagen hat, bleibt die Frage, wohinaus er eigentlich will. Welche Hoffnung gibt es für ihn in einem Staat, der einen nach dem anderen verliert, am Ende verloren ist und geht?
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