Buzz Windrip, für seine Gegner ein "ungebildeter Lügner mit idiotischer Weltanschauung" und ein gefährlicher Populist, will Präsidentschaftskandidat werden. Er gibt vor, sich für die kleinen Leute einzusetzen, und verspricht, "aus Amerika wieder ein stolzes Land zu machen". Trotz völlig unglaubwürdiger Versprechen laufen ihm die Wähler zu, und er zieht ins Weiße Haus ein. Sogleich regiert er wie ein absolutistischer Herrscher, beschneidet die Freiheiten der Minderheiten, legt sich mit Mexiko an und lässt seine Kritiker rabiat verfolgen. Einer davon ist der liberale Zeitungsherausgeber Doremus Jessup, der sich nicht mundtot machen lassen will.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
31.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Make Amerika great again
Mit windigen Versprechungen versucht ein ungebildeter, aber skrupelloser Populist die US-Amerikanischen Wahl 1936 zu gewinnen, um als leuchtende Lichtgestalt das Präsidentenamt zu übernehmen. Und die breiten Massen lassen sich von ihm einfangen und merken lange nicht, wen sie da eigentlich an die Spitze gesetzt haben, bis es zu spät ist. Die amerikanische Intelligenzija belächelt den Kandidaten und verleugnet zu lange, dass ein gemeinsames beherztes Vorgehen, die Katastrophe vielleicht noch hätte verhindern können ..
Beim Hören lief es mir fast fortlaufend eiskalt den Rücken herunter. Zu Beginn denkt man, da schreibt jemand genau über die aktuellen Entwicklungen in den USA. Doch die Geschichte hat fast 90 Jahr auf dem Buckel. Unglaublich, wie sich Muster wiederholen. Trotzdem könnte man vermuten, dass der Autor über hellseherische Fähigkeiten verfügte. Trotzdem bleibt er seiner Zeit verhaftet. So ist sein Erzählstil mitunter gewöhnungsbedürftig. Zu viele, uns heutzutage völlig unbekannte Personen tauchen darin auf. Und, man merkt nach etwa einem Drittel, dass es sich in seinem weiteren Handlungsverlauf an die damaligen Entwicklungen in Europa anlehnt.
Der Autor, Sinclair Lewis war übrigens der erste US-Amerikaner, der den Nobelpreis für Literatur (im Jahr 1930) erhalten hat.
Fazit: Aktueller denn je, unbedingt hörens- oder lesenswert.
Bewertung
5/5
21.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Was noch bei seiner Entstehung...
Was noch bei seiner Entstehung 1935 noch eine düstere ZUkunftsvision oder gar Übertreibung schien, kam in den letzten Jahren der amerikanischen Realität schon gefährlich nahe...
Faszinierende Unterhaltung!
Michael Th. Nimz
aus Leipzig
5/5
04.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Das ist bei uns nicht möglich von Sinclair Lewis (5) Buch (Taschenbuch)
Interessantes, gut geschriebenes Buch mit nach wie vor aktuellem Inhalt. Es zeigt auf, wie Populismus funktioniert und welche Folgen daraus entstehen,
Bewertung
5/5
06.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Erschreckend, was 1935 im Ausland schon bekannt war
Den Autor Sinclair Lewis habe ich schon sehr früh für mich entdeckt. Ich hatte eine Zeit, da habe ich besonders gerne US-Autoren aus dem frühen 20. Jahrhundert gelesen. Und ich freue mich, dass sie inzwischen von den Verlagen wiederentdeckt wurden. Für mich gehören neben Sinclair Lewis noch John Dos Passus und Upton Sinclair hinzu. Autoren, die sehr gut die amerikanische Gesellschaft seziert haben. Von Sinclair Lewis gibt es inzwischen wieder „Main Street“, „Babbit“ und „Das ist bei uns nicht möglich“, von John Dos Passos „Manhattan Transfer“, „Orient-Express“, „USA Trilogie“ und „Das Land des Fragebogens“ und von Upton Sinclair „Der Dschungel“.
Sinclair Lewis erhielt 1930 als erster Amerikaner den Literaturnobelpreis vorrangig für seinen Roman „Babbit“ und bekam für seinen Roman „Dr. med. Arrowsmith“ den Pulitzerpreis zugesprochen, den er aber ablehnte. Er wurde auf Grund seiner genauen Analyse des amerikanischen Kleinbürgertums und seiner Kritik daran sehr gerne als „Staubaufwirbler“ bezeichnet. In der Zeit von 1928 bis 1942 war er mit der Schriftstellerin und Journalistin Dorothy Thompson verheiratet. Sie leitete Anfang der 30 Jahre das Berliner Büro der New York Evening Post und interviewte 1932 Adolf Hitler. Darüber schrieb sie u.a. das Buch I saw Hitler“. Und sie sah schon sehr genau, was in Deutschland vor sich ging. Diese Informationen und die Situation in den USA nach dem großen Börsencrash 1929 haben Sinclair Lewis dann zu seinem Roman „Das ist bei uns nicht möglich“ inspiriert.
Über den Inhalt des Romans möchte ich Ihnen gar nicht viel mehr erzählen, als hier als Inhaltsangabe schon steht. Die Hauptperson ist der Zeitungsherausgeber Doremus Jessup, der in einer kleinen Stadt namens Fort Beulah in Vermont lebt. Er beobachtet sehr genau den Aufstieg des Präsidentschaftskandidaten Buzz Windrip. Und als dieser gewählt wird, behält er sich weiterhin Kritik vor, bis er selbst mundtot gemacht wird. Aber er gibt seinen Kampf für die Demokratie nicht auf.
Vom Verlag wird gerade gerne der Vergleich zwischen Buzz Windrip, einem hohlen Phrasendrescher, und Donald Trump hergestellt. Als ob Sinclair Lewis Donald Trump schon vorhergesehen hat. Mich hat allerdings viel mehr erschreckt, wie Sinclair Lewis beschrieben hat, wie Buzz Windrip mit seinen Beratern und Einflüsterern im Hintergrund die USA langsam ab stetig übernimmt und die Demokratie aushebelt. Seine Minutenmänner, abgekürzt MM, übernehmen die Drecksarbeit und sorgen dafür, dass die Menschen einander nicht mehr vertrauen. Juden und Kommunisten stehen schon früh ganz oben auf der Liste der Menschen, die Buzz Windrip eliminieren möchte. Und das hat er auch ganz klar in seinem Buch „Die Stunde null“ mitgeteilt. Er lässt Arbeitslager bauen und entsorgt dort diejenigen, die ihm für seine Macht im Weg stehen. Wenn ich diesen Beschreibungen in dem Roman von 1935 folge, dann sieht man doch, dass die Weltöffentlichkeit, bzw. auf jeden Fall die USA schon viel früher wussten, was tatsächlich in Deutschland unter Adolf Hitler abging. Wobei Sinclair Lewis den Vorteil hatte, dass seine damalige Ehefrau als Journalistin in Deutschland arbeitet. Warum haben die anderen Länder dann nicht früher eingegriffen? Oder passte ihnen dieses Programm von Adolf Hitler sogar ganz gut in den Kram? Haben sie nur nicht einkalkuliert, dass Adolf Hitler so vielen Ländern den Krieg erklären wird? Für mich eine absolut erschreckende Vorstellung!
Bei der Lektüre des Buchs muss man ein wenig Geduld mitbringen. Die Sprache in den 30er Jahren war anders als unsere heutige. Nicht so direkt. Besonders Sinclair Lewis ist ein langsamer und sehr beschreibender Autor. Allerdings spürt man im Hintergrund seinen Biss und seine Ironie. Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe, denn der Inhalt entschädigt einen dafür. Allerdings sollte man schon geschichtlich und politisch interessiert sein. Als reiner Unterhaltungsroman taugt der Roman definitiv nicht.
Ein ausgesprochen hellsichtiger Roman, nicht leicht zu lesen, der sehr genau aufzeigt, wie Diktaturen entstehen.
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