Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ¿erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, "Die Brücke", die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der "Brücke" steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als die "Brücke " unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr...
"Leere Herzen" ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Es ist ein Lehrstück über die Grundlagen und die Gefährdungen der Demokratie. Und es ist zugleich ein verstörender¿ Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
aus Berlin
5/5
02.03.2019
eBook (ePUB)
Mir hat es nicht so gefallen
Die Idee Buches, also damit meine ich die Geschäftsidee der Hauptprotagonistin Britta, ist genial. Tiefgründig, poltik- und gesellschaftskritisch. Auch die Idee, das Buch zeitlich in unserer nahen Zukunft spielen zu lassen und uns somit einen kleinen Ausblick, wie es sein könnte,zu gönnen, gefällt mir.
Aber die Story, in die diese tollen Ideen eingebettet wurden, ist leider lahm. Britta ist mir absolut unsympathisch, auch mit den anderen Charakteren konnte ich nicht viel anfangen. Mir waren sie, wie die Story selbst, zu naheliegend, zu vorhersehbar, zu langweilig. Den Verlauf der Story konnte man schnell erahnen.Auf unvorhersehbare Wendungen wartet man vergeblich. Wirklich schade, mit der Idee wäre so viel mehr möglich gewesen.
Bewertung
5/5
28.11.2017
eBook (ePUB)
"Da.So seid ihr."
Nur wenige Jahre voraus hat sich die Gesellschaft in einer sich heute schon abzeichnenden Richtung entwickelt. Der unseren einerseits noch sehr ähnlich, haben in ihr plakative Politik, Populismus und zynische Gleichgültigkeit zugenommen.
Juli Zeh siedelt hier einen unterhaltsamen Roman und spannenden Politthriller an; eine beunruhigende Geschichte über die Wechselwirkung von Gesellschaft und Individuum, aber für mich auch ein überraschend drängender Aufruf, das eigene Denken, Fühlen und Handeln doch einmal mehr einer differenzierten Überprüfung zu unterziehen! "Da. So seid ihr." hat Juli Zeh dem Buch vorangestellt..... .
Bewertung
5/5
18.11.2017
eBook (ePUB)
Leere Herzen - da braucht es keine Thriller mehr !!!
Deutschland in naher Zukunft : Die BBB ( Bewegte Bürger Bewegung) regiert das Land und demontieren soziale und politische Errungenschaften. Den Bürgern ist es egal - man kann eh nichts ändern, sich aber in den Komfortzonen des Wohlstands nett einrichten und von den "alten Zeiten" unter Merkel & Co schwärmen.
Eingerichtet haben sich auch Britta und Babak: sie betreiben unter dem Namen " Die Brücke" eine kleine, unauffällige Firma und sind mit ihrer Geschäftsidee reich geworden. Sie betreuen potentielle Selbstmörder, die ein bestimmtes Level einer Skala erreichen müssen. Erst dann verhilft man ihnen zu einem spektakulären Tod als Selbstmordattentäter für eine gute Sache. Die Anderen steigen vorher aus und beginnen meist ein glücklicheres Leben.
Und dann kopiert jemand diese Geschäftsidee. Britta und Babak wehren sich und die Geschichte nimmt ihren Lauf ...
Juli Zeh hält uns den Spiegel vor - wir sind auf dem Weg in dieses unsägliche Deutschland, das sie hier beschreibt. Dieser Roman sollte uns wachrütteln, wir sollten uns wieder einmischen und nicht so werden wie die Menschen in ihrem Buch : satt, aber ohne Hirn und Herz. Und das beschreibt sie drastisch, böse und hinterhältig. Wer braucht da noch einen Thriller ??
Absolute Leseempfehlung !!!
Bewertung
5/5
16.11.2017
eBook (ePUB)
Da. So seid ihr.
Da ist er nun endlich, der neue Roman von Juli Zeh, die mit "Unterleuten" einen der besten Romane des Jahres 2016 geliefert hat.
Die Erwartungen waren durchweg hoch und, vorweg, wurden nicht enttäuscht!
Es ist das Jahr 2025.
Die "Besorgte Bürger Bewegung" regiert das Land, das in einen Strudel aus Politikverdrossenheit und der Einschränkung der Rechte des Individuums geraten ist. Durch die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens fühlen sich die Bürger ausreichend gut versorgt, kümmern sich in ihren vier Wänden um ihre eigenen, und auch nur die eigenen, Probleme und haben dem gesellschaftlichen Leben, der Politik, den Entscheidungen, den Rücken gekehrt.
Das Wahlrecht wird kaum noch ausgeübt, vielmehr wird sich den politischen Verhältnissen geschlagen gegeben, die sich scheinbar unveränderlich darstellen, die akzeptiert und übernommen werden.
Inmitten dieser düsteren gesellschaftlichen Strukturen betreiben Britta und ihr Kollege Babak ein lukratives Geschäft mit Terror. Getarnt unter dem Anschein einer psychologischen Praxis vertreiben sie Selbstmordkandidaten als potenzielle Attentäter an unterschiedliche Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, durch gezielte, medienwirksame Anschläge die Aufmerksamkeit der Bevölkerung hin und wieder auf einen Punkt zu fokussieren.
Ein Geschäft, das gute Gewinne abschlägt, reißt es doch die Bevölkerung für einen kurzen Moment aus deren (selbst verschuldeter) Lethargie.
Doch plötzlich scheint ihr Geschäftsmodell durch einen Konkurrenten bedroht, der vor Nichts zurückschreckt...
Fiktion oder doch schon Realität?
Es ist diese eine Frage, die sich bei dem Lesen von Juli Zeh's neuem Roman immer wieder vor das innere Auge schleicht.
Kann man all das als einen dystopischen Roman abtun, lesen und einfach wieder vergessen?
Oder es ist doch viel eher ein Spiegel, den sie uns vor Augen hält?
Weil das Ganze doch gar nicht so abwegig erscheint.
Weil die Parallelen da sind, offenliegen, und man sich fragen muss, inwieweit sich die eigene Gesellschaft, unser Heute, in die Gesellschaft der "Bewegte Bürger Bewegung" verändert.
Eine Gesellschaft ohne Moral, ohne Diskurs, ja ohne Demokratie, die nur so verschwimmt, in einem Meer aus Desinteresse und Ignoranz.
Zeh ist zynisch, gesellschaftskritisch und düster.
Zeh ist beunruhigend, desillusioniert und gefühllos.
Zeh ist differenziert, abrechnend und präzise.
Zeh ist großartig. Mal wieder.
Der Roman liest sich wie im Rausch, was sicherlich mit dem enorm flüssigen Schreibstil zusammenhängt - literarisch, aber doch gut zu folgen.
Und ist man dann am Ende angelangt, fühlt man sich leer.
Und dann, langsam, kommt auch die Angst,
Angst vor dem, was man da gerade gelesen hat.
Angst vor der Ähnlichkeit, den Parallelen, die sich gerade mit dem letzten, tatsächlichen, Wahlergebnis tief einbrennen.
Angst vor der Zukunft.
Man wird aufgerüttelt.
Aufgerüttelt durch die Angst.
Der Angst vor der düsteren Zukunft.
Man sollte Zeh's Roman lesen. Jeder. Man sollte ihn drucken und überall auslegen. Vervielfältigen. Man sollte darüber reden und jedem davon erzählen.
Von einer Gesellschaft, die aufgegeben hat und sich geschlagen gibt.
Von einer Gesellschaft, die schweigt, obwohl sie doch eigentlich alle Möglichkeit hat, etwas zu ändern.
Vom einer Gesellschaft, die es geschehen lässt.
Deshalb:
Lest Zeh, aus Trotz, aus Protest!
Lest Zeh und habt Angst!
Denn nur so können wir etwas ändern.
Sonst ist es irgendwann wirklich soweit, dass wir uns im Spiegel ansehen und es nicht mehr zu sagen gibt als:
Da. So sind wir.
Bewertung
4/5
21.01.2019
eBook (ePUB)
Eine sehr interessant konstruierte Geschichte!
Am faszinierendsten fand ich die Verbindung zwischen dem Titel des Buches und der Protagonistin. "Leere Herzen" beschreibt den Charakter "Britta", und von Anfang an ist mir aufgefallen, dass man zu ihr nur schwer eine emotionale Bindung aufbauen kann. Dies spiegelt sich jedoch in ihrem Charakter wieder, da sie oft wenig Mitgefühl zeigt.
Zum Ende hin jedoch wird Britta wärmer bzw. offener mit sich selbst und ihrem Umfeld, und so auch mit dem Leser.
Die Geschichte ist zuerst etwas verwirrend und unverständlich, doch circa ab Seite 70 wird klar, was Britta genau in ihrem Leben macht.
Meiner Meinung nach sehr lesenswert!
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