Antonius liegt auf dem Platz vor der Kirche. Er hatte die Schmerzen nicht mehr ertragen, die Straße nach Padua war gepflastert und der Wagen hart gefedert. Jetzt liegt er da und sieht den italienischen Himmel. Und er erinnert sich an alles, was ihn hierhergebracht hat, von der Kindheit in Portugal bis in den Orden des heiligen Franziskus. – Michael Köhlmeier erzählt, wie nur er es kann, von einer sehr fernen Zeit, doch er macht uns den Bruder Antonius zum Zeitgenossen. In einer Epoche voller Gewalt fragt sich Antonius, wie kommt das Böse in die Welt? Habe ich etwas dagegen bewirkt mit meinen Reden? Köhlmeier erzählt von dem Menschen Antonius, und der geht uns alle an.
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01.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Habe ich etwas bewirkt?
Antonius liegt auf dem Platz vor dem Kloster und schaut zum Himmel auf. Er ist erschöpft, krank, hat Schmerzen und wird auch nicht mehr lange leben. Viele sind gekommen, um dem Heiligen beim Sterben zuzusehen. In seinen letzten Lebenszügen erinnert sich Antonius an alles, was ihn hierher gebracht hat...
Michael Köhlmeier schreibt eine fiktive Biografie über den Heiligen Antonius, zumeist erzählt durch die eigenen Erinnerungen und Visionen des Heiligen. Man muss garantiert nicht gläubig sein, um dieses Werk zu schätzen, denn auch wenn es von Bibelzitaten nur so gespickt ist, spürt man vielmehr die philosophische Betrachtungsweise und auch die kaum bemerkbaren Ansätze leiser Kritik. Und am Ende zählt auch vielmehr die Frage: Was habe ich bewirkt? Und diese Frage stellt sich Antonius und diese Frage stellt sich irgendwann auch jeder von uns. Was habe ich in dieser Welt vollbracht?
Sprachlich absolut traumhaft erzählt und weil ich so begeistert war, hier nur ein kleines Beispiel:
"Und das war für den Moment so dermaßen lustig, dass allesamt sich mit auf diesen Wagen reißen ließen, der nun ungehindert über die wohlbestellten Gärten des Anstands ratterte und die zarten Blumen des Mitleids, der Treue, der Freundschaft niedermachte. - Aber auf einmal war die Welt starr und still." (S. 124)
Das ist wirklich große Erzählkunst, eingebettet zwischen zwei Buchdeckel. Ein leises, nachdenkliches, wunderschönes Werk und eine absolute Empfehlung!
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