Täter und Täterstrategien. Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule. Notwendige Präventionsmaßnahmen
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
36,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
19.10.2016
Verlag
GRINSeitenzahl
104 (Printausgabe)
Dateigröße
668 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668323377
(Gerold Becker, zit. n. Dehmers, S. 36)
Mit diesen Worten leitete Gerold Becker, früherer Schulleiter der Odenwaldschule im hessischen Ober-Hambach, eine seiner Begrüßungsreden zu Beginn des Schuljahres ein. Über dreißig Jahre später machten mehrere Altschüler in der Frankfurter Rundschau deutlich, was der damalige Schulleiter und weitere Lehrer der Schule unter dem Erlaubten verstanden: Ein System der Regellosigkeit, das jahrelange sexuelle Übergriffe gegenüber Schülern zuließ und anscheinend von einem Großteil der Lehrerschaft geduldet wurde.
Das Publik werden der Missbrauchsfälle an der bekanntesten deutschen Reformschule im Jahr 2010 erschütterte die Gesellschaft zutiefst. Die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs war fortan in aller Munde. Sowohl im medialen als auch im politischen und reformpädagogischen Diskurs löste es eine Welle weiterer Enthüllungen und juristischer Ermittlungen aus. Bei keiner anderen Schule, deren Name mit Missbrauchsfällen in Verbindung kam, reagierte die Öffentlichkeit mit derartigem Interesse und Empörung; nicht zuletzt bedingt durch das jahrelange Verschweigen und der einhergehenden Verschleppung der Aufklärung. Auch in den Folgejahren gelang es der ehemaligen UNESCO-Modellschule nicht, sich aus der selbst verantworteten Krise zu befreien. Im Jahr 2014 waren die Augen erneut auf das hessische Landerziehungsheim gerichtet, als ein Lehrer unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie stand und sich grenzverletzend verhalten haben soll.
Obwohl es den Anschein erweckt, dass mit der Veröffentlichung der Schlagzeilen im Jahr 2010 die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs in Institutionen erst geboren wurde, ist die sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen kein neuartiges Phänomen. Als Reaktion auf den Missbrauchsskandal richtete die Bundesregierung die Stelle einer Missbrauchsbeauftragten ein und besetzte sie mit Christine Bergmann als unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs bis ins Jahr 2011. Innerhalb eines Jahres meldeten sich Frauen und Männer in über 2000 Briefen und 11.000 Anrufen und berichteten von, teilweise schon Jahre zurückliegender, erlebter sexueller Gewalt. Eine Analyse der Angaben offenbarte, dass ein Drittel der Kinder und Jugendlichen vornehmlich in Institutionen sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren (vgl. Bergmann 2011, S. 46)...
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice