Seit Jahrtausenden besteht zwischen den stolzen Drachen und den Menschen, die mit ihnen gemeinsam auf dem Planeten Pern leben, ein festes Bündnis. Die Drachen und ihre Reiter schützen mit ihren speziellen Fähigkeiten Pern vor den katastrophalen Folgen, die die periodische Annäherung eines fremden Himmelskörpers mit sich zu bringen pflegt. Aber die Beschützer des Planeten gelten gegenwärtig nicht viel, denn es ist ungewöhnlich lange her, seit Pern zum letzten Mal in Gefahr war. Als Geächtete fristen die Drachenreiter ihr Leben - bis ihre Stunde wieder kommt. Dann, als der rote Stern nah am Himmel seine Bahn zieht, greifen sie ein und verteidigen Pern gegen eine Invasion der ganz besonderen Art.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Fabian
aus Troisdorf
5/5
28.12.2023
eBook (ePUB)
Auftakt des legendären Pern-Zyklus
"Die Welt der Drachen" von Anne McCaffrey ist der erste Teil der langen Reihe von Pern-Romanen und nimmt die/den Leser:in mit auf den Planenten Pern mit seiner mittelalterlichen anmutenden Gesellschaftsstruktur, aber einem ganz eigenen Problem: In regelmäßigen Intervallen (nämlich alle 200 Jahre) regnen 50 Jahre lang fleischfressende, pilzartige Sporen ("Fäden") aus dem All auf die Welt herab, denen sich die Bewohner:innen nur mittels feuerspeiender Drachen samt Reiter:innen erwehren können.
Zu Beginn der Handlung steht nach langen sporenfreien Jahren wieder die Phase der Fädenfälle an, allerdings glaubt kaum jemand noch an die Bedrohung - und überdies gibt es auch viel zu wenige Drachen, um der herannahenden Gefahr entgegenzutreten. Die Protagonistin Lessa spielt im Rahmen der Romanhandlung eine entscheidende Rolle, um diese Probleme zu lösen.
Pluspunkte am Reihenauftakt sind ganz klar die starke Protagonistin, die Welt Pern mit ihren ganz eigenen Gesellschaftsstrukturen sowie die (im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, in denen Drachen eine tragende Rolle spielen, nicht kriegerisch zu lösende) Problemstellung des Fädenfalls, welche letztendlich die Planetenbewohner:innen nur mit vereinten Kräften lösen können.
Wer an diesem Buch Gefallen findet, kann seinen Leseeifer mit zahlreichen Fortsetzungen stillen. Da die Reihe insgesamt sehr umfangreich und manchmal auch ein wenig durchwachsen ist, machen Leser:innen mit den ebenfalls sehr guten Nachfolgebänden "Die Suche der Drachen", "Der weiße Drache" und "Die Weyr von Pern" auf keinen Fall etwas falsch. Von den übrigen Bändern der Reihe muss man nicht zwingend alle gelesen haben, da z.T. bekannte Entwicklungen aus Sicht anderer Charaktere geschildert werden oder die Bücher auch einfach in anderen Epochen der Planetengeschichte spielen.
Ramona Schroller
aus Klein Rönnau
4/5
08.01.2026
eBook (ePUB)
Die Stunde der Drachenreiter
Die Welt von Pern hat sich verändert in den letzten 400 Jahren. Die Drachenreiter, einst die mächtige Verteidigungslinie gegen die Silberfäden, sind in Vergessenheit geraten. Die Barone, die die Macht in Pern an sich gerissen haben, negieren ihre Nützlichkeit, was die Drachenreiter noch mehr in die Isolation greift. Doch der junge Bronzereiter F'lar glaubt noch an die Überlieferung: Kehrt der rote Planet zurück an den Himmel über Pern, werden die Silberfäden erneut regnen und Zerstörung bringen ...
Ja, ich bin weit zurückgetrieben in der Fantasy. Die Drachenreiter ist ein Zyklus, den ich schon lange, also seit wenigstens Mitte der 1980er habe lesen wollen. Aber irgendwie flutschten mir die Bücher immer durch die Finger, mit der Zeit wurden sie zu teuer für jemandem mit einem so schmalen Geldbeutel, wie ich ihn habe. So kam mir Heynes Neuauflage 2017 gerade recht und ich legte mir die gesamten, auf Deutsch erschienenen, Romane als eBooks zu. Jetzt fand ich, war es an der Zeit, die eBooks endlich zu lesen.
Lessa, die letzte Überlebende eines alten Geschlechts, lebt noch auf der Burg ihrer Familie, getarnt als einfache Küchenmagd fristet sie ein Leben, das nur von dem Gedanken an Rache getrieben wird. Und Lessa ist noch dazu etwas besonderes, was sie aber nicht weiß: sie kann Menschen und Drachen manipulieren mit ihren Gedanken und zudem mit Drachen sprechen. Gerade letzteres ist eine eher seltene Gabe, die nur von den Drachenreitern, und in der Regel bei ihnen auch nur von Reiter zu seinem Drachen verwandt wird. Als F'lar zu Besuch auf der Burg ist kann Lessa ihn zu einem Duell mit Fax, dem neuen Baron, manipulieren und es kommt, wie es kommen mus: F'lar tötet Fax, erkennt aber auch die Nützlichkeit Lessas und nimmt sie mit in den Whyr.
Verbunden mit der neuen Drachenkönigin wird Lessa zur Whyrherrin und steht von da an der Festung der Drachenreiter vor. Sie und F'lar verbindet etwas und sie schließt sich zögerlich, dann aber mit vollem Herzen, seiner Aufgabe an: Pern vor den Silberfäden schützen.
Doch nach 400 Jahren glaubt so gut wie niemand mehr an deren Existenz. Der rote Stern? Ja, der steht am Himmel für alle sichtbar. Aber dass dieser Silberfäden auf Pern verschießt? Nein, daran glaubt kaum noch jemand, selbst die meisten Drachenreiter nicht.
McCaffrey schuf mit diesem Zyklus etwas, was sie bis zu ihrem Tod begleitete und seitdem von ihrem Sohn Todd weitergeführt wird. Etwas an Pern scheint sie sehr gereizt zu haben, vielleicht diese sonderbare Welt, vielleicht die Drachen, vielleicht diese Verbindung zwischen Drache und Mensch, vielleicht auch alles.
Der hier besprochene Band erschien erstmalig 1969 auf Amerikanisch, 1971 auf deutsch. Das merkt man der Übersetzung auch an. Vieles wirkt steril und verwirrend, wie die Tatsache, dass, im Gegensatz zu den meisten anderen Fantasywerken, die förmliche Anrede nicht "Ihr" sondern "Sie" ist. Das brachte mich ehrlich gesagt, zuerst ziemlich aus dem Lesefluss, doch man gewöhnt sich daran.
Die Charaktere wirken zu Beginn etwas steif und vor allem Lessa sehr eindimensional. Doch das wandelt sich im Laufe des Romans. Je mehr man über die Personen erfährt, desto lebendiger werden sie. Zudem sind da immer noch die Kommentare der Drachen selbst, die wenigstens den einen oder anderen Schmunzler hervorbringen, wenn nicht sogar ein oder zwei Lacher. Drachen haben eben einen trockenen Humor.
Die Handlung wirkt manchmal etwas sehr gedehnt und ausgedünnt, was vielleicht daran liegen mag, dass McCaffrey den Roman nach einer ersten Version als Kurzgeschichte schuf. Auf jeden Fall aber erhält der Leser einen interessanten ersten Einblick in Pern und seine Gesellschaft.
Alles in allem ein gelungener Einstieg in die Welt der Drachenreiter. Sehen wir, was es dort noch zu entdecken gibt.
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