Ein steter Kampf ums Überleben in der Wildnis von Pern
Seit jeher haben die Burgen die Menschen auf dem Planeten Pern vor den tödlichen Sporen aus dem All beschützt. Die Burgherren unterstützen die Drachenreiter, die die Bedrohung noch in der Luft vernichten. Aber nicht jeder auf Pern ist Bestandteil dieses Systems. Manche werden zur Strafe aus den Burgen verbannt, manche, wie Jayges Clan, bevorzugen ein freies Leben als fahrende Händler. Und wieder andere verloren ihre Heimat durch Intrigen und Betrug, wie Aramina und ihre Familie. Lady Thella gelingt es, die Outlaws von Pern unter ihrer Führung zu vereinigen. Sie ziehen plündernd und mordend durch das Land, und keiner kann sie aufhalten. Als Thella erfährt, dass Aramina telepathische Kräfte hat und mit den Drachen sprechen kann, ist sie entschlossen, die junge Frau in ihre Gewalt zu bringen. Doch versehentlich überfällt sie Jayges Clan - und schafft sich damit einen erbitterten Feind, der nicht ruhen wird, bis Thella ihre gerechte Strafe bekommen hat.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Ramona Schroller
aus Klein Rönnau
3/5
07.06.2026
eBook (ePUB)
Als der Süden noch wild war
Aramina trägt das Erbe Ruathas in sich. Sie kann nämlich die Drachen hören. Dass diese sie ebenfalls wahrnehmen wird ihr selbst erst dann bewusst, als einer sie vor einem Entführungsversuch rettet. Als sie daraufhin in den Benden-Wheyr gebracht wird, ist sie überwältigt von all den Stimmen in ihrem Kopf. Sie ist in der Lage, nicht nur den auf sie geprägten Drachen zu hören wie die Drachenreiter, sondern alle Drachen auf Pern.
Und als würde das nicht schon reichen, macht ihr auch noch eine Gruppe von Räubern das Leben schwer. Denn mit ihr in dieser Gruppe, wären die Diebe in Zukunft nicht nur sicher vor den Fädenfällen, sondern vor den Drachenreitern und ihren Drachen ebenso ...
Ehrlich gesagt empfinde ich diesen Roman als fehl betitelt, es sei denn, man wirft Robinton, Jaxom und Co. in die gleiche Kategorie wie die Strauchdiebe Perns. Und von denen scheint es einige zu geben. Aber die eigentliche Handlung um Aramina nimmt kaum Raum ein in diesem Roman, dabei hatte ich mich vor allem auf das Katz-und-Maus-Spiel zwischen ihr und Thella gefreut.
Nun denn, kommen wir zur Handlung zurück. Die Geschichte spielt in und kurz nach den Ereignissen in "Der weiße Drache". Der Südkontinent wird weiter erforscht und große Entdeckungen gemacht, während ein Mann versucht, soviel Land wie möglich für sich zu ergattern. Die Geschehnisse aus der Weiße Drache werden ebenfalls erwähnt, sprich das gestohlene Ei und dessen Wiederbeschaffung durch Matha und Jaxom. Auch Jaxoms anschließende Krankheit spielt eine Rolle, ebenso wie der Anfall Robintons, der auf den Südkontinent zur Rekonvaleszenz gebracht wird und dort wohl auch bleiben wird.
Ich persönlich wünschte, die Geschehnisse wären mehr auf die Probleme im Norden eingegangen. Nach einer ungewöhnlich langen Pause kommt es wieder zu Fädenfällen, und viele Menschen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Andere, die später noch eine Rolle spielen werden, werden von ihrem Land durch den jeweiligen Barion vertrieben, weil sie sich als unfähig erwiesen haben. Aus diesem Mischmasch aus Heimatlosen bilden sich daraufhin einige Räuberbanden, wobei die wohl erfolgreichste die um die Baronstochter Thella ist. Thella sollte verheiratet werden anstatt zur Baronin ernannt und floh daraufhin, um sich selbst irgendwo Land zu suchen. Als sich das als schwerer als erwartet herausstellte, wurde Thella schlicht kriminell und legte ein großes Potenzial in dieser HInsicht an den Tag.
Dann ist da noch die Geschichte des Händlersohnes Jayge. Dessen Karawane wird von einem der ersten Fädenfälle so gut wie zerstört und er verbringt als eine Art Geächteter die nächsten Jahre auf einer Burg, wo er und die Überlebenden die niedrigsten Arbeiten verrichten müssen. Als sein Vater sich dann schließlich mit einem anderen Händler zusammenschließt, geht es zurück auf die Straße, auf der Jayge sich auch wohl fühlt - bis er Thella über den Weg läuft. Nachdem diese die Karawane in äußerste Not gebracht und mehrere Mitglieder der Familie entweder getötet oder schwer verletzt hat, jagt Jayge ihr nach bis er auf Aramina trifft, die ihm ihr Leid klagt. Beide fliehen zum Südkontinent, wo sie sich eine Heimat gemeinsam aufbauen.
Sicher wollte McCaffrey mit diesem Roman eine Brücke spannen zu ihrer nächsten Trilogie innerhalb der Drachenreiter-Saga. Doch wirkt das ganze recht fragmentarisch und wie aus weiter Distanz erzählt. Man ist nicht an den Figuren dran, sondern sieht ihnen aus Abstand zu, wie sie handeln. Zudem empfand ich die Schwarz-Weiß-Zeichnung hier extrem. Die Helden sind gut, die Bösen (Thella) sind böse oder schlicht durchgedreht (Giron) und wollen nichts anderes als Rache. Dabei ist nicht einmal klar, wofür diese Rache eigentlich sein soll. Thella fühlt sich den ganzen Roman, oder die wenigen Stellen, an denen sie auftaucht, von anderen hintergangen. Giron kommt nicht darüber hinweg, dass sein Drache während eines Einsatzes starb und will sich jetzt für was genau rächen? Die Fragen bleiben unbeantwortet und die meisten Protags verschwinden einfach nach ein paar Seiten ins Nirgendwo.
Dagegen macht die Handlung um die alte Landing-Seite riesige Fortschritte und nimmt einen Großteil der Handlung ein, gerade in der zweiten Hälfte, in der die Handlung um Thella/Jayge-Aramina in einem Kapitel abgearbeitet wird. Was ist mit den anderen Diebesbanden? Die werden erwähnt in Nebensätzen, aber nicht mehr. Weder gibt es Beweise für sie abgesehen von Hörensagen, noch tauchen sie auf. Es wird nur erwähnt, dass bestimmte Straßenabschnitte wegen Strauchdieben nicht sicher seien. Gleichzeitig hat man eine halbe Bevölkerung in diversen Höhlen sitzen und vor sich hindarben. Da muss man sich nicht wundern, wenn einige von diesen Heimatlosen kriminell werden.
Wie gesagt, die Handlung um Landing macht so große Fortschritte, dass am Ende des Romans AKKI gefunden wird, was dann wohl der Auftakt der Trilogie um die Lösung der Fädenfälle einleiten soll. Wir werden sehen.
Ich persönlich war eher enttäuscht von diesem Roman. Er ist nicht schlecht, aber komplett falsch betitelt, sowohl im Deutschen wie auch im Englischen.
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