Italien, März 1899. Die junge Nell reist mit ihrem Mann Oliver an die ligurische Küste, um in Bordighera ihre Flitterwochen zu verbringen. Das Paar logiert im luxuriösen Grandhotel Angst. Nell ist von dem großartigen Gebäude, dem exotischen Hotelpark und dem Blick aufs funkelnde Meer fasziniert. Doch zu ihrer Überraschung kennt Oliver nicht nur bereits das Personal und einige Gäste, sie scheinen auch Geheimnisse zu teilen. Als ein Hotelgast überraschend verstirbt, beginnt Nell, nachzuforschen. Und stößt auf eine Geschichte von Schuld und Verrat - und auf eine unheimliche Legende, die sie in ihren Bann zieht. Bis sie plötzlich selbst im Verdacht steht, ein Verbrechen begangen zu haben ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Literaturlounge eu
aus Gießen
4/5
16.07.2023
eBook (ePUB)
Grandhotel Angst
Nachdem ich ja schon letztes Jahr gesagt bekommen habe, dass das Grandhotel Angst rauskommt, habe ich mich umso mehr gefreut, als es endlich da war.
Gut, oft ist es ja so, dass ich mich auf etwas besonders freue, und dann gibt es eine Enttäuschung - außer bei einer Buchmesse oder einem Gespräch mit einem Autor.
Aber diesmal, ja diesmal, begebe ich mich mit Emma Garnier an die Riviera des Jahres 1899 und schlüpfe in die Figur der Nell, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Es sind ihre Flitterwochen, die sie mit ihrem Mann Oliver im Grandhotel Angst verbringt. Das erste was ich gemacht habe, war nach dem Grandhotel zu googlen und ja, dieses Hotel gab es wirklich.
Was die Autorin zumindest in dem Buch schafft, ist das Hotel in meinem Kopf auferstehen zu lassen, mit den Angestellten, dem Luxus, dem Garten um das Hotel und was sie noch alles in dieser Richtung beschreibt. Langsam wurde ich in die Geschichte gesaugt. Schritt für Schritt entwickelt man ein Gefühl für den Fluch, der auf dem Hotel lastet. Aber ist es wirklich der Fluch, der Nells Ehe schon in den Flitterwochen gefährdet? Ist es nicht viel mehr die fehlende Ehrlichkeit in der Ehe, die es Olivers geschäftlichem Gegenspieler leicht macht, Zweifel in Nell zu sähen, weswegen sich die beiden zusehends entfremden, und ja, das geht wirklich so schnell, wenn man in einer Beziehung nicht ehrlich ist. Dies kann einiges zerstören. Ich weiß, dass dies recht schnell geht und man dadurch sehr bald an seinem Gegenüber zweifelt.
Und auch der Luxus kann das Ganze nur begrenzt überspielen, zumal Nell den Luxus gar nicht haben will. Dies wird immer deutlicher im Laufe der Erzählung. Sie zweifelt immer wieder an sich selbst, da sie ihrem Mann ja einfach nur glauben möchte.
Wer aber denkt, dass es so einfach ist mit dem Gut und Böse in der Geschichte und es sei doch klar, dass Oliver der alleinige Böse ist, bzw. dass er überhaupt böse ist, den muss ich nun enttäuschen. Gerade diese zwei Seiten der Medaille machen das ganze Buch so interessant.
Es sind immer wieder Kleinigkeiten, die den Unterschied machen, die dazu führten, dass ich es nicht geschafft habe, das Buch wegzulegen. Mag es der Baedeker – Reiseführer sein, der schon damals eine wichtige Rolle gespielt hat, oder einfach kleine Beschreibungen der Gegend und deren Eigenheiten, wie z.B. die Sache mit den Palmen und dem Palmsonntag, mit solchen Kleinigkeiten schafft es die Autorin, eine tolle Atmosphäre in die Geschichte zu zaubern. Es gibt auch immer wieder kleine Überraschungen, die das ganze wie ein Ü-Ei wirken lassen. Es hat Liebe, Drama und überraschende Wendungen, alles Zutaten, die eine gute Story zu einer tollen Story machen. Ich bin wirklich erfreut, dass dieses Buch endlich in meinem Bücherregal steht, und ich es gelesen habe.
http://www.literaturlounge.eu
aus Gießen
4/5
16.07.2023
eBook (ePUB)
Nachdem ich ja schon letztes…
Nachdem ich ja schon letztes Jahr gesagt bekommen habe, dass das Grandhotel Angst rauskommt, habe ich mich umso mehr gefreut, als es endlich da war. Gut, oft ist es ja so, dass ich mich auf etwas besonders freue, und dann gibt es eine Enttäuschung - außer bei einer Buchmesse oder einem Gespräch mit einem Autor. Aber diesmal, ja diesmal, begebe ich mich mit Emma Garnier an die Riviera des Jahres 1899 und schlüpfe in die Figur der Nell, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Es sind ihre Flitterwochen, die sie mit ihrem Mann Oliver im Grandhotel Angst verbringt. Das erste was ich gemacht habe, war nach dem Grandhotel zu googlen und ja, dieses Hotel gab es wirklich. Was die Autorin zumindest in dem Buch schafft, ist das Hotel in meinem Kopf auferstehen zu lassen, mit den Angestellten, dem Luxus, dem Garten um das Hotel und was sie noch alles in dieser Richtung beschreibt. Langsam wurde ich in die Geschichte gesaugt. Schritt für Schritt entwickelt man ein Gefühl für den Fluch, der auf dem Hotel lastet. Aber ist es wirklich der Fluch, der Nells Ehe schon in den Flitterwochen gefährdet? Ist es nicht viel mehr die fehlende Ehrlichkeit in der Ehe, die es Olivers geschäftlichem Gegenspieler leicht macht, Zweifel in Nell zu sähen, weswegen sich die beiden zusehends entfremden, und ja, das geht wirklich so schnell, wenn man in einer Beziehung nicht ehrlich ist. Dies kann einiges zerstören. Ich weiß, dass dies recht schnell geht und man dadurch sehr bald an seinem Gegenüber zweifelt. Und auch der Luxus kann das Ganze nur begrenzt überspielen, zumal Nell den Luxus gar nicht haben will. Dies wird immer deutlicher im Laufe der Erzählung. Sie zweifelt immer wieder an sich selbst, da sie ihrem Mann ja einfach nur glauben möchte. Wer aber denkt, dass es so einfach ist mit dem Gut und Böse in der Geschichte und es sei doch klar, dass Oliver der alleinige Böse ist, bzw. dass er überhaupt böse ist, den muss ich nun enttäuschen. Gerade diese zwei Seiten der Medaille machen das ganze Buch so interessant. Es sind immer wieder Kleinigkeiten, die den Unterschied machen, die dazu führten, dass ich es nicht geschafft habe, das Buch wegzulegen. Mag es der Baedeker – Reiseführer sein, der schon damals eine wichtige Rolle gespielt hat, oder einfach kleine Beschreibungen der Gegend und deren Eigenheiten, wie z.B. die Sache mit den Palmen und dem Palmsonntag, mit solchen Kleinigkeiten schafft es die Autorin, eine tolle Atmosphäre in die Geschichte zu zaubern. Es gibt auch immer wieder kleine Überraschungen, die das ganze wie ein Ü-Ei wirken lassen. Es hat Liebe, Drama und überraschende Wendungen, alles Zutaten, die eine gute Story zu einer tollen Story machen. Ich bin wirklich erfreut, dass dieses Buch endlich in meinem Bücherregal steht, und ich es gelesen habe.
Siderea
4/5
13.01.2021
eBook (ePUB)
Verwirrendes Intrigenspiel in der Belle Époque
Bordighera, im Jahr 1899: Nell und ihr frisch angetrauter Ehemann Oliver verbringen ihre Flitterwochen an der Riviera. Noch nie zuvor hat Nell England verlassen, doch nun ist sie an diesem traumhaften und exotischen Ort, und wohnt sogar an der ersten Adresse am Platz, im Grandhotel Angst. Nells anfängliche Begeisterung für das Hotel schlägt aber schon nach kurzer Zeit ins Gegenteil um: jemand wird ermordet, Oliver ist plötzlich wie ausgewechselt und die düsteren Legenden, die sich um das Hotel ranken, jagen ihr eine Höllenangst ein.
Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, und dass der Schauplatz des Romans, das Hotel mit dem ungewöhnlichen Namen, keine Erfindung der Autorin ist, gab mir noch einen zusätzlichen Anreiz, das Buch lesen zu wollen.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert war die italienische Riviera bei gut betuchten Touristen extrem angesagt, und der heute etwas in Vergessenheit geratene Ort Bordighera war das Zentrum der Region. Das Grandhotel wurde im Jahr 1887 eröffnet und verfügte über eine spektakulär moderne Ausstattung - es gab elektrisches Licht im ganzen Haus, und auch fließend Warmwasser in allen Gästezimmern. Kein Wunder also, dass jeder, der es sich leisten konnte, genau dort die milden Wintermonate genießen wollte. Im Jahr 1900 soll sogar Queen Victoria einen Aufenthalt geplant haben, der aber (sicher sehr zum Leidwesen des Eigentümers Adolf Angst) nie realisiert wurde.
Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und dem anschließenden Niedergang des europäischen Adels, begann leider auch der Niedergang des imposanten Hotels, in den 30er-Jahren schloss es endgültig seine Pforten. Heute ist die Ruine, deren frühere Eleganz noch immer zu erahnen ist, ein "Lost Place". Bilder davon sind im Internet zu finden, und es verwundert nicht, dass ein solcher Ort die Phantasie einer Autorin beflügeln muss.
So ist auch das Setting absolut überzeugend, man hat die luxuriösen Gemeinschaftsräume und das edel ausgestatte Zimmer des frischvermählten Ehepaares ebenso vor Augen wie die mondäne Gästeschar, die das Hotel bevölkert.
Etwas schwer getan habe ich mich allerdings mit der Erzählform: Die Ich-Perspektive kann oft sehr gelungen sein, in diesem Fall ist Nell allerdings eine etwas anstrengende Protagonistin, die sich sehr schnell in die kursierenden Geistergeschichten hineinsteigert, und dann tatsächlich etwas hysterisch wirkt. Mit ihren 21 Jahren ist sie noch sehr naiv, obwohl sie sich bereits nach wenigen Wochen Hals über Kopf in die Ehe mit Oliver gestürzt hat, kommt für sie Erkenntnis, dass sie ihren Ehemann überhaupt nicht kennt, völlig überraschend. Da kann man sich als heutiger Leser manches Mal fast besser mit Oliver identifizieren, der von den diversen Anwandlungen seiner jungen Frau überfordert ist, und dann kühl und reserviert auf ihre schwer nachvollziehbaren Ansinnen reagiert.
Ich bin etwas hin- und hergerissen - in Romanen, die in derselben Epoche spielen, sind die Protagonistinnen oft ein wenig aus der Zeit gefallen: freiheitsliebend, emanzipiert und unabhängig. Insofern ist Nell vermutlich viel eher ein Kind ihrer Zeit, Oliver ist praktisch die Sonne in ihrem Universum, seine Verschlossenheit, seine Stimmungen und Befindlichkeiten bestimmen zu einem großen Teil ihre Gedanken, sie bezieht jede seiner Launen sofort auf sich und ein eventuelles Fehlverhalten ihrerseits. Bisher hat sie sich den Wünschen ihrer Eltern gefügt, und nun ist Oliver in Nells Augen an deren Stelle getreten, er trägt die Verantwortung für ihr Wohlergehen, und trifft somit auch alle Entscheidungen für sie. Dazu kommt dann, dass sie ein mordendes Gespenst für eine realistische Option hält. Für die damalige Zeit tatsächlich nicht so lächerlich, wie es sich heute anhört, denn die Konsultation eines Mediums oder das Abhalten von spiritistischen Sitzungen waren damals tatsächlich sehr en vogue.
In Nells "Kopf" fühlt es sich für den Leser manchmal an, als wäre man in den Schleudergang der Waschmaschine geraten, denn ihre eigene Stimmung ist so wechselhaft wie ein Tag im April, und ihre Theorien ändern sich mindestens genauso oft. Darum dachte ich während des Lesens so manches Mal, dass eine neutrale Erzählform, oder zumindest eine zweite, etwas rationalere Perspektive dem Roman ganz gut getan hätte. Andererseits könnte man sich dann auch vielleicht noch schwerer in Nell hineinversetzen - ich bin in dem Punkt wirklich unschlüssig.
Trotz dieses Kritikpunktes hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich mochte die "Spukhaus-Atmosphäre" des Hotels, und auch die Geschichte selbst bietet immer noch mal eine Wendung, die man so nicht vorausahnen konnte, wodurch es bis zum Schluss sehr spannend blieb.
Bewertung
4/5
01.12.2017
eBook (ePUB)
Mysteriös und geheimnisvoll: Stück...
Mysteriös und geheimnisvoll: Stück für Stück folgt man Nell durch den Irrgarten aus Geheimnissen & Lügen. Eine atmosphärisch dicht geschriebene Mischung aus Krimi und Schauerroman.
Bewertung
3/5
18.08.2017
eBook (ePUB)
Ein bisschen hat das Buch etwas...
Ein bisschen hat das Buch etwas von Agatha Christie.
Spannend von Anfang bis Ende!
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