In bewährt spannender Weise erzählt Hanne Egghardt das Leben der 16 Kinder Maria Theresias. Von der übermächtigen Mutter als „Kapital" im dynastischen Ränkespiel angesehen, wurden viele schon früh Partnern versprochen, um damit Habsburgs Macht zu stärken. Sie fügten sich in ihre Rollen, doch hinterließ dies auch Spuren in ihrem Charakter. Ferdinand Karl widmete sich lieber Vergnügungen als Staatsgeschäften. Maximilian Franz, Kurfürst von Köln, litt unter Fettsucht und Depressionen. Leopold II. erlaubte sich sexuelle Freizügigkeiten. Und Joseph II. führte seine Reformen mit größter Verbissenheit durch, vieles wird heute als Protest gegen die Mutter interpretiert. Mimi, Maria Theresias Lieblingstochter, hatte eine lesbische Liaison mit der Frau ihres Bruders, Joseph II. Maria Elisabeth, durch Pocken und einen Kropf verunstaltet, wurde zum verbitterten, scharfzüngigen Drachen. Maria Karolina zerstritt sich mit ihrer Mutter bis zum vollständigen Bruch. Am schlimmsten traf es Marie Antoinette. Als halbwüchsiges, putzsüchtiges Kind mit dem Dauphin von Frankreich verheiratet, endete sie 1793 auf dem Schafott.
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Kaiserkinder
Bewertung aus Lingen am 20.03.2017
Bewertungsnummer: 1007690
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Hanne Egghardt beschreibt in ihrem Buch "Maria Theresias Kinder" das Schicksal der zahlreichen Kinder der Maria Theresia. Einige der Kinder waren mir vorher gänzlich unbekannt. Sie starben früh, was zu der damaligen Zeit nicht ungewöhnliches war. Andere hingegen, so wie ihre bekannteste Tochter Marie Antoinette erlangten einen hohen Bekanntheitsgrad.
In jedem Kapitel wird die Geschichte eines bestimten Kindes behandelt. Etwas verwirrend fand ich die ganzen Zeitangaben und die zeitlichen Rückblenden und Vorausblicke. Im ersten Kapitel wird die Geschichte Maria Theresias kurz angeschnitten. Sie wurde schon streng erzogen und wiederholte dies auch bei ihren Kindern. Sie
brachte die Habsburger Heiratspolitik bis zur perfektion, ob ihre Kinder darunter leiden mussten oder nicht.
Hanne Egghardt ist eine Expertin der Habsburger Geschichte und das merkt man in jedem Satz. Mit viel liebe zum Detail hat sie jedem noch so unbedeutendem Kind ein liebevolles Kapitel gewidmet.
Ein tolles Buch, das vor allem im Jubiläumsjahr von Maria Theresias Geburtstag viel Beachtung und große Nachfrage finden wird. Mein Tipp für jeden Geschichtsfreund und Liebhaber schöner Biografien.
Ein guter Einblick in die Familie Maria Theresias und die politischen Hintergründe
PMelittaM aus Köln am 18.03.2017
Bewertungsnummer: 1007042
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
2017 jährt sich Maria Theresias Geburtstag zum 300. Mal, Grund genug einige Neuerscheinungen zum Thema herauszugeben. Eine davon ist dieses Büchlein, das in kompakter Form Biografien zu allen 16 Kindern der Herrscherin bietet sowie reichlich Hintergrundinformationen, speziell über die politische Lage jener Zeit und die Vorgeschichte. Trotz der Kürze (insgesamt hat das Buch ca. 220 Seiten) wird der Leser gut informiert und wer nach dem Lesen noch an umfassenderen Informationen interessiert ist, kann zu Einzelbiografien und Sachbüchern, die sich mit dieser Zeit beschäftigten, greifen.
Nicht alle Kinder Maria Theresias erlebten das Erwachsenenalter und auch von diese starben manche relativ jung. Eine Geisel des Herrscherhauses waren die Pocken, gleich mehrere Kinder und auch Maria Theresia selbst erkrankten daran und nicht alle überlebten es. Da Kinder für Adelsfamilien damals immer auch einen Aktivposten darstellten, wurde, oftmals schon sehr frühzeitig, nach passenden Ehepartner Ausschau gehalten, möglichst nach solchen, die politische Vorteile brachten und sollte eines der bereits verplanten Kinder sterben, waren ja genug andere da, die als Ersatz dienen konnten. Nicht alle Nachkommen Maria Theresias hatten daher ein glückliches und erfülltes Leben. Was man von Maria Theresia als Mutter zu halten hat, muss jeder für sich entscheiden, wenn er dieses Büchlein oder eine andere Biografie gelesen hat.
Lesen lies sich das Buch sehr gut, manche Begebenheiten wiederholen sich, was aber kaum zu umgehen ist, denn immerhin handelt es sich um eine Familie, deren Mitglieder natürlich einiges gemeinsam erlebt hat. Schlimm finde ich das nicht, so prägt sich manches deutlicher ein, vor allem auch, da ein weiterer Blickwinkel hinzukommt.
Maria Antonia, besser bekannt als Marie Antoinette, ist zweifellos das bekannteste der Kinder Maria Theresias. Mich hat diese Biografiesammlung neugierig gemacht, tiefer in das Leben auch einiger der anderen Kinder und auch in das der Herrscherin selbst einzutauchen. Besonders interessant für mich ist das jüngste, Maximilian Franz, der in Köln als Kurzfürst und Erzbischof gewirkt hat.
Für einen ersten Eindruck und einen guten Überblick ist dieses Buch eine gute Wahl, man erfährt schon viel und kann sich entscheiden, ob man mehr wissen möchte. Mir hat gut gefallen, dass die Einzelbiografien, wo möglich, durch Bilder ergänzt werden, so dass man auch einen optischen Eindruck erhält. Gut hätte mir gefallen, wenn Einzelbiografien empfohlen worden wären, aber das wäre nur ein zusätzliches Bonbon gewesen. Ich vergebe gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
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