Die Welt aus den Angeln
Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart
Lange kalte Winter und kurze kühle Sommer: Im 17. Jahrhundert veränderte sich das Klima in Europa dramatisch. Das Getreide wurde knapp, Wirtschaft und Gesellschaft torkelten in eine tiefe Krise. Die Kleine Eiszeit vermittelt uns eine Vorstellung von den schweren Verwerfungen, die ein Klimawandel auslöst. Die Menschen versuchten sich mit Hilfe von Aufklärung, Wissenschaft und Technik aus der Abhängigkeit von der Natur zu befreien. Aber heute stößt diese moderne Welt an ihre Grenzen, weil sie eine erneute Klimakatastrophe heraufbeschwört. Philipp Blom entfaltet ein großartiges historisches Panorama, in dem wir die Herausforderungen der Gegenwart erkennen.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Welt aus den Angeln
Das Klima – außer Rand und Band! Die Experten – ratlos und verzweifelt! Das Volk – wütend und im Aufruhr begriffen! Alte Konventionen gelten nichts mehr, falsche Heilsbringer jedweder Couleur haben Hochkonjunktur. Dazu blutige Glaubenskriege, wohin man nur schaut. Das 21. Jahrhundert? Mitnichten, wir schreiben das Jahr 1570, es beginnt die sogenannte „Kleine Eiszeit“. Fast 150 Jahre lang überzieht klirrender Frost selbst im späten Frühling Europa. Ernten fallen aus, die gewohnte Weltordnung knarzt bedenklich oder bricht gleich krachend zusammen.Unter diesem enormen Druck erfährt Europa gewaltige technische und gesellschaftliche Umwälzungen, unsere heutige Weltordnung beginnt, sich herauszukristallisieren. Sogar der erste große Crash des frühkapitalistischen Systems, der Tulpenwahn, nimmt moderne Entwicklungen vorweg. Hochspannend beschreibt Philipp Blom, dessen Buch über die von Gewalt geprägte Zwischenkriegszeit im 20. Jahrhundert ich vor ein paar Jahren mit großem Gewinn gelesen habe, auch diese Krisenepoche der Menschheit. Besonders spannend sind dabei die Parallelen, die er zur heutigen Zeit und den aktuellen Klimaveränderungen zieht, und düster sind die Aussichten, die Blom uns attestiert. Davon, dass die Menschen versucht hätten, gemeinsam das Beste aus dem Wandel zu machen, sei wenig zu merken gewesen, lautet das Fazit des Historikers. Stattdessen gab es einfach mehr Kriege, um die Ressourcen anderweitig heranzuschaffen. Letztlich bleibt uns nur die fromme Hoffnung, dass der kommende Anpassungsdruck durch mehr Kriege, Desertifikation, anthroprogenen Klimawandel und gesellschaftliche Verwerfungen auch diesmal zu einem, zumindest langfristig gesehen, positiven Wandel führt. In Anbetracht der Tatsache, dass wir heute Waffen und Mittel haben um alles Leben von der Erde zu tilgen, möchten aber weder Philipp Blom noch ich darauf eine Wette abschließen. Ein Buchtipp von Konstantin Klaiber im März 2017
Bewertung
aus Forchheim
5/5
30.03.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr interessantes Buch
Das Buch ist sehr interessant und auch etwas anspruchsvoller. Ich kann es nur empfehlen. Es zeigt Ereignisse, die man trocken aus dem Geschichtsunterricht kennt, in einem neuen Kontext.
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