Nia ist 12 Jahre alt, als sie sich zum ersten Mal verliebt. Der Nachbarsjunge, nach dem sich ihr Herz verzehrt, ist allerdings bereits 20 Jahre alt. Wirklich begreifen kann die Protagonistin diesen Zustand des Verliebtseins in ihrem Alter jedoch noch nicht, sondern fällt fast gänzlich hilflos immer tiefer in eine unbändige Gefühlswelt. Mit zunehmendem Alter (zum ersten Mal mit 36) blickt die Protagonistin anschließend aus verschiedenen Zeiten zurück auf ihr jüngeres Ich und beschaut sich ihre damaligen Handlungen...
Der "Verbrecher Verlag" hat hier für den deutschen Markt eine kleine Perle ausgegraben und aus Georgien nach Deutschland geholt. Der Roman behandelt die erste große Liebe aus der Sicht von der anfangs 12-jährigen Nia, die dann jedoch bald 13 wird. Die Gefühlswelt in diesem Alter kann wohl jeder von uns nachvollziehen und die Autorin lässt ihrer Erzählstruktur dabei freien Lauf. Die Perspektiven wechseln zwischen einem allwissenden Erzähler, Nia selbst und auch anderen Personen aus Nias Umkreis. Das erfordert eine etwas höhere Aufmerksamkeit seitens der Leserschaft, aber glauben sie mir, es lohnt sich!
In Georgien wird dieses Buch gerne von Verliebten verschenkt und auch wenn es sich in diesem Werk um eine unerfüllte Liebe dreht, kann man die Entscheidung der Verliebten gut nachvollziehen. Die großen Gefühle und körperlichen Zustände, die man durch die Liebe durchmachen muss (Herzrasen, Sehnsucht, usw.) werden eindrucksvoll geschildert. Die Haupthandlung startet 1959 und geht bis ins Jahr 1961, zwischendurch gibt es dann Rückblicke aus verschiedenen Zeitabschnitten im Leben der Protagonistin. Sie sieht allerdings nicht nur ihr junges und stürmisches Ich, sondern der Leser wird auch damit konfrontiert, dass Nia diese Liebe niemals vergessen hat. Abgerundet wird das Werk noch durch das einfügen von Gedichten, die Nia erst in jungen Jahren entdeckt und später zusammen mit ihren Studenten analysiert. Das sind wirklich große Gefühle, verpackt in eine kraftvolle Geschichte und somit ein Roman, den die Liebe verdient hat! Auch wenn die Erzählstruktur zuweilen etwas fordert, kann ich sie nur bitten, dieses Buch zu lesen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es lohnt sich!
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