Am Ufer der Havel wird ein junger Mann erschossen. Sein sechzehnjähriger Begleiter ist nicht nur spurlos verschwunden, sondern auch der Sohn von Staatsanwältin Caren Winter. Für Hauptkommissar Toni Sanftleben beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die erfolgreiche Beamtin hat viele Feinde. Seine Ermittlungen führen ihn in die verfallenen Ruinen der Beelitz-Heilstätten. Hier trifft er auf junge Wilde, die ihr Territorium mit allen Mitteln verteidigen.
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Auch der zweite Fall um KHK Toni Sanftleben hat mich gefesselt und begeistert
hapedah am 06.07.2021
Bewertungsnummer: 1523572
Bewertet: eBook (ePUB)
Am Havelufer wird die Leiche eines jungen Mannes aufgefunden, einer seiner Freunde, mit dem das Mordopfer in der Nacht unterwegs war, wird vermisst. Dessen Mutter, die Staatsanwältin Caren Winter, überredet Toni Sanftleben, in den aktiven Dienst zurück zu kehren, um die Suche nach ihrem Sohn zu leiten. Neben den Ermittlungen halten den Kommissar auch seine privaten Probleme auf Trab, zwar lebt seine lange verschollene Frau Sofie inzwischen bei ihm auf dem Hausboot, doch zwischen den Eheleuten hat sich eine Distanz aufgebaut, die Toni trotz aller Bemühungen nicht überwinden kann.
"Kalte Havel" von Tim Pieper ist der zweite Fall um den sympathischen KHK Toni Sanftleben, der mich, wie schon sein voriger Band auf ganzer Linie begeistert hat. Tim Piepers Schreibstil kenne und mag ich schon aus zwei anderen Regionalkrimis (ich bin mit Tonis fünftem Fall in die Reihe eingestiegen und lese nun die Vorgänger in chronologischer Folge). Daher hat der Ermittler schon einen Stammplatz in meinem Herzen und ich genieße es, mehr über sein privates Leben zu erfahren. Meiner Meinung nach gibt das dem Charakter Tiefe, so dass Toni für mich keine flache Papierfigur ist, sondern sich real und lebendig anfühlt, ich hoffe, bange und leide beim Lesen mit ihm mit.
Auch seine Ermittlungen sind spannend geschildert, immer wieder gibt es kleine Rückblicke, die das Geschehen aus der Sicht des Opfers und einige Male sogar aus dem Blickwinkel des Täters beleuchten. Dabei bin ich willig allen Spuren gefolgt, die der Autor für seine Leser ausgelegt hat, dennoch war ich von der Auflösung des Falles sehr überrascht. Auch in diesem Roman wird der Hintergrund im idyllischen Havelgebiet umfassend und bildlich beschrieben, im Rahmen der Handlung habe ich unter Anderem die Beelitzer Heilstätten erkundet und einiges über die regionale Geschichte erfahren. Damit hat Tim Pieper die für mich perfekte Mischung aus spannender Krimihandlung, Einblick in das persönliche Leben des Ermittlers und Beschreibung der Umgebung geschaffen, so dass ich dieses wunderbare Leseerlebnis gern weiter empfehle.
Fazit: Spätestens mir diesem Buch steigt Tim Pieper in die Ränge meiner liebsten Krimiautoren auf, seine Fälle sind spannend und Toni Sanftleben ist ein Ermittler, den ich mittlerweile sehr mag. Auch die Havelregion, in der die Geschichte spielt, ist einladend geschildert, so dass ich immer mehr Lust bekomme, mir die Schauplätze einmal selbst anzusehen. Für den fesselnden Regionalkrimi spreche ich mit Freude eine Leseempfehlung aus.
Einfach klasse
Wuestentraum am 03.02.2021
Bewertungsnummer: 981751
Bewertet: eBook (ePUB)
Der Prolog startet schon spannend. Zwei junge Männer haben etwas vor, und Hendrik der ältere der beiden hat sich sogar ordentlich für sein Vorhaben bewaffnet. Alexander sein Freund begleitet ihn, ohne zu wissen, was sein Freund wirklich vorhat. Schnell wird klar, Alexander ist der Sohn von Staatsanwältin Caren Winter. Am nächsten Tag wird Hendrik erschossen aufgefunden und Alexander ist verschwunden. Caren Winter wendet sich verzweifelt an Toni Sanftleben und bittet ihn, diesen Fall zu übernehmen und ihren Sohn zu finden. Eigentlich ist Toni noch beurlaubt, um sich um seine Frau Sofie zu kümmern, die nach 16 Jahren Verschwinden wiedergefunden wurde. Aber für Toni ist klar, Caren sofort zu helfen und kehrt früher als geplant in seinen alten Job zurück. Auch wegen bestehender Geldprobleme kommt ihm der frühere Beginn ganz recht.
Das alte Team ist da und vor allem Phong freut sich auf die Wiederkehr von Toni. Auch sein alter Chef, Kriminalrat Schmitz ist noch da, der sich gleich zu Beginn eine unsympathisch erscheinende Geste leistet, indem er Toni einen Geschenkkorb auf seinen Schreibtisch stellt, mit italienischen Spezialitäten sowie einer Flasche Barolo und einer Flasche Grappa, obwohl Schmitz von den Alkoholproblemen Tonis wusste. Man neigt dazu, zu glauben, Schmitz habe dies mit voller Absicht getan um entweder Toni zu ärgern oder ihn sogar wieder zum Trinken zu animieren.
Toni wirft sich sofort in die Ermittlungen, um so schnell wie möglich Carens Sohn Alexander zu finden. Es wird spannend bei alldem, was er nach und nach herausfindet und fiebert mit Toni mit, endlich Klarheit in den Fall zu bringen.
In Dunkle Havel ist es mir sehr nahegegangen, wie Toni Sanftleben nach seiner jahrelang verschwundenen Frau Sofie gesucht und wie er gelitten hat, vor allem wie sehr er sie liebt. Deshalb war auch dieses Thema für mich sehr interessant, wie es weitergeht mit den beiden, nachdem Sofie wieder bei ihm und seinem Sohn ist.
Tim Pieper hat einen wunderbaren, leichten und klaren Schreibstil, bei dem man nur so über die Seiten fliegen kann. Bildhaft beschreibt er die einzelnen Schauplätze Potsdams, so dass man eine klare Vorstellung von allem hat, wenn man es nicht persönlich kennt oder bereits dort war. Besonders die Beelitzer Heilstätten hatten es mir angetan, mit einer interessanten Vergangenheit, über die ich mir im Internet sogleich Informationen gesammelt habe. Die Charaktere sind realistisch und überwiegend sympathisch dargestellt. Besonders Toni, Caren Winter und Phong haben mir super gefallen.
Die Spannung war von Anfang an hochgehalten, steigerte sich am Ende zu einem absoluten Showdown, indem alle Fragen schlüssig beantwortet wurden. Durch viele falsche Fährten wurde ich immer wieder irrgeleitet und wusste bis zum Ende tatsächlich nicht, wer der wahre Täter war. Nur im Privatleben von Toni blieb einiges offen, was mich noch neugieriger auf den nächsten Band werden lässt. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Fall mit Toni Sanftleben und seinem Team.
Fazit: Absolut spannender Krimi, mit vielen falschen Fährten und bildhaft beschriebenen Schauplätzen Potsdams ist dieser Regionalkrimi ein wahres Lesevergnügen und sehr zu empfehlen.
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