Robinson Crusoe strandet nach einem Sturm als einziger Überlebender auf einer einsamen Insel. Er baut sich eine kleine "Festung", wo er lebt und anfängt, Getreide anzubauen, zu jagen und Kleidung aus Ziegenfellen herzustellen. Die Insel wird gelegentlich von Kannibalen besucht, die dort ihre Festmahle abhalten. Bei einer solchen Gelegenheit gelingt es Robinson, eines der vorgesehenen Schlachtopfer zu befreien. Die beiden werden Freunde. Robinson tauft den Befreiten Freitag und ernennt ihn zu seinem treuen Diener. Er bringt Freitag die englische Sprache bei und macht ihn vertraut mit der europäischen Lebensweise. Nach 28 Jahren schließlich wird Robinson gerettet.
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Bestellung Robinson Crusoe
Bewertung am 02.11.2018
Bewertungsnummer: 1143779
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Möchte mich vor allem für die professionelle Verpackung meiner Bestellungen bedanken.Bleibe Ihr Kunde und freue mich auf weiteres Stöbern in Ihrer Bibliothek.
Eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur
Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 01.03.2012
Bewertungsnummer: 769348
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Robinson Crusoe ist Bildungs- und Entwicklungsroman zugleich, vereint die unterschiedlichen Formen der zeitgenössischen Literatur wie Abenteuerroman, Reisebericht, Utopie, Bekehrungsliteratur und Seelentagebuch zu einem für damalige Zeit völlig neuem Ganzen. Besonders bei jüngeren Generationen genießt das Buch eine große Beliebtheit, in dessen Vorwort sich Defoe nur als Herausgeber präsentiert, um Anspruch auf die Authentizität des Geschilderten zu erheben und den Roman explizit von der bis dato üblichen Form der fiktiven Romanze abzugrenzen. Anhand verschiedenster Quellen lässt sich die Geschichte auf das wahre Leben des schottischen Seefahrers Alexander Selkirk zurückführen, der über vier Jahre lang einsam auf der Pazifikinsel Juan Fernandez lebte und somit wohl als Vorbild für Robinson diente. Diese Authentizitätsfiktion hat sich seit diesem Werk zu einem entscheidenden Merkmal des Romans entwickelt.
Die vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen auf der Insel, welche durch 28 Jahre führen, offenbaren dem Leser die seelische Wandlung und den Reifeprozess des Hauptprotagonisten Robinson. Im autobiographischen Stil verfolgt man den Weg dieses romantischen und risikofreudigen jungen Mannes, welcher der behütenden Geborgenheit des Elternhauses und einer bürgerlichen Laufbahn entfliehen will und durch diese Entscheidung unglücklicherweise in die Isolation und Einsamkeit einer Insel getrieben wird. Heraus kommt ein nüchterner, von Pragmatismus geprägter Mensch, der inmitten einer martialischen und spartanischen Welt bei seinem Kampf ums Überleben gleichsam das so lang gesuchte Glück findet. Gut möglich, dass Defoe, der mit einiger Bitternis auf seine missratene Karriere zurückblickte, sich absichtlich einen Helden schuf, mit dem er auf einer fernen Insel von neuem und unter freieren Bedingungen beginnen konnte.
Darüber hinaus versteckt sich hinter dem Roman eine gut versteckte Gesellschaftskritik, wirft grundlegende Fragen des Menschen und der Zivilisation auf. Kann ein Mensch auf Dauer alleine leben? Was braucht der Mensch wirklich, um überleben zu können? Was macht den Menschen aus und wofür ist er geschaffen? Diese Fragen verleihen dem Roman eine große Dynamik. Sie regen zum Philosophieren und Nachdenken an. In seine Abenteuergeschichte flocht Defoe vielerlei weitere Motive ein, die zur allgemeinen Attraktivität beitragen. Die Ambivalenz von Mensch und Natur, Erziehung und Politik, Wissen und Bildung, aber auch Spiritualität und Romantik. Bestimmte Arbeitsprozesse und Kompetenzen werden von Defoe minutiös beschrieben. Der "Bau" einer kleinen Festung, das Anbauen von Getreide, die Ziegenzucht, die Herstellung von Kleidern. Arbeiten, die den Menschen am Ursprung zeigen und dem Autor, muss es ein großes Anliegen gewesen sein, dass man sie nachvollziehen kann. Und nicht zuletzt führt Robinson Crusoe als zentrales Thema vor Augen, dass der Mensch mithilfe von Gottvertrauen, Ausdauer, Tat- und Willenskraft, die Widerstände der Natur überwinden kann.
Bis heute bleibt dieses Werk ein lesenswerter Klassiker, der auch in der zweiten, sich in Europa abspielenden Hälfte des Romans, nichts von seiner Faszination verliert, und trotz manch langatmiger Passage durch seine berührende Tiefe längerfristig im Gedächtnis haften bleibt. Das haben bereits damals Autoren wie Jules Verne und Robert Louis Stevenson erkannt, welche sich von Defoe stark inspirieren ließen.
Insgesamt ist Robinson Crusoe ein Meilenstein in der Geschichte der Literatur, der mich nachhaltig beeindruckt und nachdenklich gemacht hat.
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