Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zu Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?
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Spannender Krimi, packende Story aus ungewöhnlicher Sichtweise
Charlotte O'Fraise am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 1030827
Bewertet: eBook (ePUB)
Ich bin kein "Katzenkrimi"-Fan. Das will ich nur kurz mal feststellen. Denn diese ganzen "Niedliches-Tier-findet-Leiche-und-bringt-den-bösen-Mörder-zur-Stecke"-Bücher, manchmal auch im Team von Tieren, manchmal alleine, die alle mit Rita Mae Wests Romane um Mrs. Murphy verwandt sind die solche Plots als erste in Buchfassung brachte, sind sehr ähnlich aufgebaut. Das sind die Katzen von Montmartre zum Glück nicht. Der eigentliche Krimi bzw. Mordfall ist Nebensache, denn im Grunde sind es mehrere Geschichten die hier wunderbar verwoben und gelöst werden. Manchmal mit Hilfe der Katzen, manchmal ohne die Katzenhilfe, manchmal einfach weil die Katzen eben "irgendwie immer irgendwo herum sitzen" und die Menschen deren Reaktionen beobachten und für sich interpretieren.
Die Katzen von Montmartre hat es sehr schnell auf meine Liste der "Auf-jede-Fall-mehr-von-lesen"-Schriftsteller geschafft!
Spannung gepaart mit einer Prise Humor machen diesen tierischen Krimi unvergesslich!
Pan Tau Books - Ein Buchblog am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 1013909
Bewertet: eBook (ePUB)
Nachdem ich von dem Schafkrimis Glennkill und Garou von Leonie Swann begeistert war, hat mich an Tessa Korbers Krimi die Idee fasziniert, Katzen zu Ermittlern in einem Mordfall zu machen. Meine Erwartungen waren demensprechend hoch und obwohl mir eigentlich die typisch seichten Romane aus Katzenperspektive gar nicht gefallen, hatte ich beim Lesen von Die Katzen von Montmartre ziemlich viel Spaß.
Das Setting des Romans hat genau meinen Geschmack getroffen: Das Pariser Künstlerviertel Montmartre wird im gesamten Roman sehr authentisch und unverfälscht geschildert, was dazu geführt hat, dass meine Sehnsucht nach Frankreich wiedererwacht ist! Gepflasterte Gassen, dichtgedrängte Künstlerstände, Touristen, Straßenmusiker und gemütliche Cafés prägen das Bild des Montmartre und damit auch die Heimat der vierbeinigen Protagonisten des Krimis. Das Viertel aus Katzenperspektive kennenzulernen war wahnsinnig interessant, denn man lernt nicht nur entlegene Ecken kennen, sondern bekommt auch einen Eindruck von den unglaublich geschärften Sinneseindrücken einer Katze.
Die Katzen von Montmartre werden zu Beginn der Geschichte nacheinander vorgestellt und gleichzeitig ihre Verbindungen untereinander und zu den Menschen des Viertels deutlich gemacht. Bonnard der Friedhofskater lässt sich gerne die Ängste und Nöte der Friedhofsbesucher erzählen, Suzanne macht sich Sorgen um ihre melancholische Besitzerin Madame Valladou, der junge Kater Matisse verfolgt einen schwarzen Straßenjungen und der Streuner Dégas himmelt die kleine graue Katzendame Grisette an, die sich gerne von einem fremden Künstler malen lassen würde. Korbers Vorgehen hier hat mir sehr gut gefallen, denn obwohl es viele Figuren sind, die man als Leser auf den ersten Seiten kennenlernt, behält man trotzdem gut den Überblick. Alle Katzen sind von Korber mit vielfältigen Charakterzügen ausgestattet worden, was sie gut unterscheidbar und individuell macht. Jede einzelne ist mir während der Geschichte ans Herz gewachsen, denn durch die Perspektivwechsel hat man als Leser die Möglichkeit, sich in jede von ihnen hineinzuversetzen.
Die Handlung der Geschichte an sich war durchweg ansprechend und spannend. Durch den ständigen Wechsel der Perspektive wurde man zwar immer wieder aus einer Szene heraus- und in die nächste hinein katapultiert, trotzdem ging der rote Faden der Handlung nicht verloren und man hat als Leser permanent versucht, den großen Zusammenhang zwischen dem Mord des Mädchens und dem Verschwinden der Katze zu sehen. Die Aufklärungsversuche der Katzen waren dabei oft einfach witzig. Sehr schön beschrieben war auch, mit welchen Mitteln die Katzen sich die Menschen des Montmartre zu eigen machen und immer das bekommen, was sie von ihnen wollen. Das hat wunderbar gezeigt, wie viel Katzen wahrscheinlich von der menschlichen Psyche durchschauen und hat mich gleichzeitig sehr an meine eigenen Erfahrungen mit Katzen erinnert. Die Auflösung des Falls am Ende war meiner Meinung nach ein bisschen abrupt, trotzdem wurde es letzten Endes noch einmal richtig brenzlig, sodass man mit einem spannenden Höhepunkt aus der Geschichte entlassen wurde.
Tessa Korbers Schreibstil war lebendig und abwechslungsreich, sodass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen hatte. Korber hat es mit Worten geschafft, die Gedankengänge der Katzen so echt und humorvoll wirken zu lassen, dass man als Leser das Gefühl hat, selbst die Katze zu sein, die Gerüche zu riechen, die sie umgibt und die Geräusche zu hören, die sie wahrnimmt.
Fazit & Bewertung
Die Katzen von Montmartre ist ein Krimi, der ohne grausige Szenen und unheimlichen Psychoterror auskommt. Die witzige Zeichnung der ermittelnden Katzen hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung war auch aufgrund der Katzenperspektive vielschichtig und interessant. Ein Krimi, der zwar keine allzu komplizierten Verwicklungen hat, trotzdem mit viel Humor und Spannung punktet.
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