Ein dunkles Geheimnis belastet den jungen Ritter Gregorius: Seine Eltern sind Geschwister und haben ihn als Säugling ausgesetzt. Als er dann erfährt, dass die schöne Königin, die er gerettet und geheiratet hat, seine Mutter ist, verzweifelt er. Als lebenslange Buße legt er alle Annehmlichkeiten ab und lässt sich von einem Fischer auf einem Felsen anketten. 17 Jahre verharrt er dort, bis ihm Gesandte des Vatikans eine unglaubliche Nachricht überbringen: Gregorius wurde von Gott selbst zum Papst bestimmt. Eine mittelalterliche Heiligenlegende über Schuld, Buße und die Macht der Liebe – ungekürzt gelesen von Rolf Boysen. Ungekürzte Lesung mit Rolf Boysen 1 mp3-CD | ca. 2 h 20 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
11.12.2016
Buch (Taschenbuch)
Eine verlässliche Ausgabe des Gregorius!
Hartmanns von Aue faszinierende Legende vom guten Sünder liegt hier in einer fundierten Ausgabe vor. Durch den revidierten kritischen Text und den ausführlichen Anmerkungsapparat, der Abweichungen der Handschrift vom kritischen Text, unterschiedliche Lesarten, Abweichungen vom Text früherer Auflagen, sprachliche Erläuterungen usw. festhält, genügt das Buch wissenschaftlichen Ansprüchen und kann daher gut für eine germanistische Beschäftigung mit dem Text genutzt werden. Ausserdem enthält der Band neben einer praktischen Einleitung auch Literaturhinweise. All dies macht das Buch meiner Meinung nach zur momentan verlässlichsten Ausgabe des Textes. Ich selbst habe an der Universität auch mit dieser Ausgabe gearbeitet.
Wichtig: Der Text an sich ist nur in der mittelhochdeutschen Fassung enthalten. Wer den Gregorius also lediglich zum Vergnügen lesen möchte und/oder des Mittelhochdeutschen nicht (ausreichend) mächtig ist, greift möglicherweise lieber auf eine zweisprachige Ausgabe (Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch) zurück.
margaret k.
3/5
17.01.2019
Buch (Taschenbuch)
Der gute Sünder
Die Geschichte handelt von Gregorius, der ohne es zu wollen eine schlimme Sünde begeht und versucht diese vor Gott begleichen zu können.
Man merkt im Text wie wichtig den Menschen im Mittelalter ihre Sünden waren bzw. keine zu haben. Aus der heutigen Sicht finde ich die Art zu Denken etwas befremdlich. Auch das Thema des ständigen Inzests ist nicht unbedingt etwas, was mich besonders interessiert, weshalb ich das Buch nur für mein Literaturstudium gelesen habe.
Trotzdem muss ich sagen, dass die hochdeutsche Übersetzung sich leicht und schnell lesen lässt. An einigen Stellen wird es sogar etwas spannend. Jedoch lässt sich darüber streiten wie realistisch die Handlung ist.
Insgesamt gibt das Buch einen guten Blick in das Denken der Menschen des Mittelalters und ist für Studienzwecke und Interesse gut geschrieben, dennoch leider nicht mein Geschmack.
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