Der Händler, Sammelband 1
Ein ganz normaler Tradingtag und Menschliches, allzu Menschliches. Lieber einen Monat in der Hölle, als einen Tag Trader sein. Zurückhaltung ist der bessere Teil von Tapferkeit
DER HÄNDLER – eine Buchserie, die aufbauend auf "Das große Buch der Markttechnik" zum einen beschreibt, warum ein Trader durch den Akt des Aktionismus und fehlende Disziplin seine innere Ruhe verliert und in der Folge dieses Verlustes zur Beute einer Anzahl von Übeln wird, und zum anderen schildert, warum nicht das Geld der größte Gewinn des Tradings ist, sondern das, was in einem geboren wird, während man tradet.
Durch seine lange Ausbildung lernte Philip sich selbst nach und nach kennen. Dabei sind die Trades, an die er sich erinnert, mindestens so unheimlich wie manchmal die Gegenwart. Und so wird die Suche nach weiterer innerer Reife, Duplizierbarkeit und Beständigkeit für Philip zu einem grotesken Abenteuer ...
Ein zufälliges Treffen mit einem anderen Trader wirft Philip aus der Bahn. Ecki hat durch sein unüberlegtes Trading innerhalb kürzester Zeit nicht nur sein Geld, sondern auch seine Familie und das schöne Haus verloren. Philip muss irgendwie der Frage nachgehen, ob ihm das auch passieren könnte.
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Warum endet das Streben von Tradern nach selbstbestimmter Freiheit oft in Unfreiheit?
Dr_ M aus Sachsen am 01.08.2018
Bewertungsnummer: 1122710
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Michael Voigt legt einem der in seiner Händler-Reihe auftretenden Figuren diese Frage in den Mund. Auf sie gibt es viele Antworten. Wenn man bei dem Versuch, die Märkte nachhaltig und dauerhaft profitabel zu handeln, nicht scheitern will, braucht man zunächst einmal eine objektiv profitable Strategie. Solche Methoden existieren, und sie sind öffentlich zugänglich. Voigt preferiert eine Systematik, die er "Markttechnik" nennt. Wer sein entsprechendes Buch nicht vor der Händler-Reihe gelesen hat, wird es an einigen Stellen schwer haben, seinen Ausführungen zu folgen. Zwar stehen meistens am Ende der Händler-Bücher gewisse theoretische Erklärungen, doch sie sind so kurz gehalten, dass man als Ahnungsloser wohl kaum eine Chance besitzt, den Ausführungen wirklich mit Verständnis zu folgen.
Dessen ungeachtet werden sich viele Leser dieser Reihe in den handelnden Personen, ihren Empfindungen und in ihren sich ständig wiederholenden mentalen Turbulenzen wiedererkennen. So etwas macht mit Sicherheit nachdenklich, besonders dann, wenn man nicht in der Lage zu sein scheint, eine tatsächlich profitable Strategie auch selbst profitabel zu handeln. Wenn man aus unerklärlichen Gründen immer wieder denselben Mist fabriziert, obwohl man sich schon so oft geschworen hatte, es anders zu machen.
Voigt setzt in den ersten drei Bänden seiner Reihe, die in diesem Buch zusammengenommen erscheinen, auf eine Haltung, die in den meisten Anfänger-Büchern kaum zu finden ist. Es geht ihm um Duplizierbarkeit und Beständigkeit beim Handeln. Das bedeutet aus seiner Sicht, alle Versuche zu unterlassen, einen Markt anhand eines Charts zu interpretieren. Nach meiner Erfahrung machen das aber sehr viele Trader, insbesondere Anfänger. Vielmehr sollte man sich nach Voigt ein "5-Sterne-Set-up" zurechtlegen, das man in den Märkten entweder sucht oder auf dessen Erscheinen man beim Handeln eines fortlaufenden Live-Charts geduldig wartet. Nur dadurch kann man die von ihm geforderte Duplizierbarkeit des Handelns erreichen. Und nur dadurch kann man wohl auch tatsächlich etwas lernen. Denn wenn man immer wieder die gleiche Situation handelt, werden die eigenen Trades auch vergleichbar. Nur so erreicht man ein immer besseres Verständnis für ein solches Set-up, natürlich vorausgesetzt, es ist objektiv profitabel. Und nur so versteht man wohl auch die eigene Psyche besser und deren ständige Versuche der Selbstsabotage. Auf diese Weise lernt man Zurückhaltung und Geduld und vermeidet, dass man in wenig aussichtsreichen Situationen handelt und dadurch Kräfte und Kapital vergeudet.
Wenn man die ersten drei Bücher der Händler-Reihe unter diesem Gesichtspunkt liest, dann kann man sicher viel aus ihnen entnehmen. Ob man dafür unbedingt über 300 Seiten vollschreiben musste, ist dagegen eine ganz andere Frage. Gelegentlich konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Michael Voigt gerne doziert, so recht er auch hat. Man hätte den Kern seiner Botschaft auch mit einem Drittel seines Textes genau so eindringlich vermitteln können.
Da Voigts Trading-Ansatz nur am Rande und dann auch noch schlecht erklärt vorkommt, will ich darauf nicht weiter eingehen.Seine "Markttechnik", die so ähnlich auch schon vor ihm von professionellen Händlern verfolgt wurde, bildet allerdings auch nicht den Heiligen Gral des Tradens, der nur noch zu Endlos-Serien von erfolgreichen Trades führt. Aber diese Technik folgt der inneren Mechanik von Wertpapier-Märkten wahrscheinlich so dicht wie keine andere. Es kann deshalb nicht schaden, sie zu verstehen bevor man die Händler-Reihe liest.
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