Untersuchung der Bedeutungsveränderung des Begriffs 'Ansehen' in der Literatur des deutschen Mittelalters. Anhand des 'Eneasromans' von Heinrich von V
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
19.01.2015
Verlag
GRINSeitenzahl
15 (Printausgabe)
Dateigröße
395 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656878780
Die Antwort darauf könnte in der Entwicklung dieses Wortes vom Mittelalter hin zur Neuzeit liegen, oder besser gesagt im Zusammenspiel von "Ansehen" und der Bedeutung von Visualität für die mittelalterliche Gesellschaft. In dem mittelhochdeutschen Wörterbuch herausgegeben von Mathias Lexer findet sich zum Wort "ansehen" noch keine große Veränderung zum Verb, jedoch weist das Substantiv im Wörterbuch der Gebrüder Grimm bereits große Nähe zur heutigen Bedeutung auf. Außerdem wird hier noch auf ein mittelhochdeutsches Wort "anesehen" verwiesen, das sich jedoch bei Lexer nicht finden lässt. Abgesehen von der exakten lexikalischen Bedeutung lässt sich durchaus eine Verbindung von Ansehen im Sinne von Ehre, Macht, Einfluss und der feudalen Gesellschaft des Mittelalters ziehen. Die äußere Erscheinung einer Person, denn nur in Bezug auf Personen oder personalisierte Gegenstände wird das Wort "Ansehen" gebraucht, lässt im Mittelalter häufig auf die soziale Stellung schließen. Bestimmte Stoffe oder Schmuck durften beispielsweise nur von Angehörigen des Adels verwendet werden.
In der Literatur wird das Aussehen schließlich mit Tugenden verbunden - in der Figur des klassischen Helden. Wer gut aussieht ist somit auch innerlich gut, im Umkehrschluss sieht man den Widersachern ihren schlechten Charakter auch an ihrer Hässlichkeit an. Natürlich wird dieses Konzept in der Literatur auch häufig durchbrochen oder umgekehrt, dennoch bestätigt es einen in der Literatur überspitzten Kult der Öffentlichkeit im Mittelalter. Abstammung und Charakter sollen immer öffentlich zur Schau getragen werden, das wortwörtliche "ansehen" einer Person kann also durchaus zu Rückschlüssen auf ihren Charakter führen.
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