Eigentlich hat Wilbur nur eines im Sinn: er will aus der Welt verschwinden. Denn bisher hat er kein Glück gehabt. Seine Mutter starb bei der Geburt, sein Vater haute ab. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erlebt er etwas wie ein Zuhause. Als auch seine Großmutter stirbt, gibt Wilbur endgültig die Hoffnung auf. Er ist, das steht für ihn fest, keiner, den man lieben kann. Bis Aimee in sein Leben tritt. Das anrührende Porträt eines an der Welt und sich selbst verzweifelnden Jungen. Ein Meisterstück voller Lakonie und bezwingender Komik.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
05.12.2011
Buch (Taschenbuch)
Der kleine Junge und das rauhe Leben
Wilbur ist ein sensibler, schwächlicher Junge, der sich nichts mehr wünscht als Liebe, Geborgenheit und Stabilität - und genau das bleibt ihm wieder und wieder verwehrt. Wilbur muss sich der Welt stellen, wobei er überhaupt keinen Antrieb hat, für seinen Platz im Leben zu kämpfen. Dem kleinen Jungen wäre es lieber, das Ganze wäre schon vorbei.
Der Beginn seines Lebens ist bereits bezeichnend für den weiteren Verlauf: ein untergewichtiges, schwaches Bübchen, dessen Mutter bei der Geburt stirbt und dessen Vater sich aus dem Staub macht.
Die Figur des Wilbur ist so liebevoll gezeichnet, dass man von der ersten Seite an eine ungemeine Fürsorge und ein starkes Mitgefühl für ihn entwickelt. Auch die Geschichten und Charakteren der Nebenfiguren sind fantastisch ausgearbeitet. Lappert versteht es, die einzelnen Figuren zum Leben zu erwecken.
Ein tragisch-schönes, fesselndes und sprachlich hervorragendes Buch!
Bewertung
5/5
16.05.2010
Buch (Taschenbuch)
Menschenfreundlich
Mir hat nicht nur die Geschichte Wilburs und seine Entwicklung hin zum erwachsenen und dem Leben zugewandten jungen Mann gut gefallen - sondern auch die Kunst des Autors, jeder Figur in diesem Roman eine kleine Biographie zu schenken. Gerade diese Parallelgeschichten sind es, die das Buch für mich so liebenswert und "rund" machen, sie geben der Handlung eine große Vielfältigkeit und Tiefe.
Eine große Lesefreude für alle, die neugierig auf Menschen sind und ruhiges Erzähltempo schätzen!
Birgit Schlechte
aus Dresden
5/5
23.02.2010
Buch (Taschenbuch)
Erwachsen werden
Das ist die Geschichte von Wilbur, einem schwächlichen Knaben, der in den Tag träumt. Er lebt in Irland, hat das Meer vor der Nase und Angst vor Wasser.
Die Mutter ist bei der Geburt gestorben, der Vater hat sich davongemacht.
Alle Liebe erfährt Wilbur von seiner Großmutter, die ein einfaches Leben neben Schafzüchtern und Fischern führt, die auch Wilburs Freunde sind.
Der Großvater leidet an einem Geheimnis, was ihn vermögend gemacht hat, aber auch verschlossen und krank. Als Wilbur und sein Kumpel die Lebenslüge entdecken, bringt das Unglück über zwei Familien und Wilbur verliert alle Menschen, die er liebt. Er kommt zu Pflegeeltern in eine Art Gefangenschaft, aus der er sich durch seine musikalische Begabung zu befreien sucht, mit dem Ziel, seinen schwedischen Vater zu finden. Wieder eingefangen kommt es zu einem Befreiungsversuch, der nur den Pflegevater aus den Fängen der bigotten Ehefrau erlöst, Wilbur aber ins Erziehungsheim bringt.
Viele Menschen bemühen sich um Wilbur. Das Personal und die Schauplätze in dem Roman werden nach dem gemächlichen Anfang immer turbulenter, Wilbur jedoch verschließt sich bis zur Sprachverweigerung. Er will nicht leben, wurde er doch so drastisch in die Welt geworfen, wie er auf ebensolche Weise gezwungen werden sollte, schwimmen zu lernen bis eine Frau in sein Leben tritt, weder Mutter, noch Großmutter, noch weiblicher Vormund.
Der gebürtige Schweizer Rolf Lappert hat einen großen Roman geschrieben, einen irischen Roman.
Nina Dünkel
aus Heilbronn
5/5
05.02.2010
Buch (Taschenbuch)
Ein Lieblingsbuch!
Ein wunderschöner, ein trauriger und manchmal herzzerreißender Blick auf das Leben des jungen Wilbur! Der, der sich als Kleinwüchsiger und Wasserparanoiker durchs Leben kämpft und irgendwann dann doch erkennt, dass es schön ist, das Leben! Wie gerne würde ich Rolf Lappert persönlich zu diesem Geniestreich gratulieren!
Stefanie Müller
aus Pforzheim
5/5
22.01.2010
Buch (Taschenbuch)
Nach Hause schwimmen
Wilburs Leben wird schon früh von schmerzhaften Verlusten geprägt. Seine Mutter stirbt bei der Geburt, sein Vater macht sich daraufhin aus dem Staub. Erst als ihn seine Großeltern von den USA nach Irland holen findet er in Orla, seiner Großmutter, eine feste Bezugsperson. Doch der schmächtige, intelligente Junge, der an einer Wasserphobie leidet, hat weiterhin kein Glück. Sein einziger Freund kommt in eine Erziehungsanstalt, seine Großmutter kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben und bei seiner Pflegefamilie fühlt er sich nie richtig zu Hause. Er findet seinen Platz im Leben nicht und landet nach einer Brandstiftung im Haus der Pflegeeltern selbst im Erziehungsheim.
Erst als er mit über 20 die unkonventionelle Aimee kennen lernt, bekommt er ein Bild davon, was es heißt erwachsen zu sein.
Lapperts Roman über das Leben erinnert mit seiner tragischen Komik, den umfangreichen Charakterbeschreibungen und nicht zuletzt auch wegen der Figur Wilbur an Geschichten von John Irving.
Ein gefühlvoller und genial konstruierter Roman, der unbedingt gelesen werden sollte!
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