Produktbild: Rhine Journey

Rhine Journey

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

31.07.2014

Verlag

Macmillan

Seitenzahl

150

Maße (L/B/H)

24/16,1/1,3 cm

Gewicht

398 g

Sprache

Englisch

ISBN

978-1-4472-7080-5

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Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

ab 18 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

31.07.2014

Verlag

Macmillan

Seitenzahl

150

Maße (L/B/H)

24/16,1/1,3 cm

Gewicht

398 g

Sprache

Englisch

ISBN

978-1-4472-7080-5

Herstelleradresse

Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
DE

Email: gpsr@libri.de

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Eine gar nicht so romantische sommerliche Rheinreise

Johanna aus München am 07.05.2025

Bewertungsnummer: 2484956

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Geschichte ist alt, auch die Erfahrung nicht neu, und doch ist es eine gute Geschichte. Eine englische Familie auf Rheinreise im Jahr 1851: Charlotte wird von ihrem Bruder Charles getadelt, weil sie nicht auf das Gepäck der Familie aufgepasst hat, während er, der Reverend, auf dem Dampfer seine frömmelnden Pamphlete verteilt hat. Das ist die Anfangsszene des historischen Romans, von dem man zunächst glaubt, er sei vielleicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasst worden. Ann Schlee hat ihn aber 1980 geschrieben – mit großem Geschick für die Darstellung der zeithistorischen Hintergründe (drei Jahre nach der Revolution von 1848) und für die Beschreibung der Figuren. Ein sehr zarter Einblick in die Sehnsüchte und Verbiegungen einer viktorianischen Seele. Am Ende ein befreiender Hoffnungsschimmer. Charlotte ist das geduldete Anhängsel der Familie Morrison. Kürzlich durch eine kleine Erbschaft zu bescheidenem Wohlstand gelangt, könnte sich die nicht mehr junge Frau eigentlich ein selbstständiges Leben leisten. Allerdings steht das offenbar gar nicht zur Debatte. Sie soll ihrer kränklichen Schwägerin Marion zur Hand gehen und auf die siebzehnjährige Nichte Ellie aufpassen. Beim Aussteigen in Konstanz wird sie einen englischen Reisenden gewahr, den sie im ersten Moment für den Heiratsbewerber ihrer Jugend hält. Der war von ihrem Bruder ohne Rücksicht auf ihre Gefühle als unpassend abgewiesen worden. Sie wurde vorsorglich als Haushälterin zu einem entfernten Verwandten geschickt. Das Erlebnis am Landungssteg löst eine enorme innere Bewegung in dieser viktorianischen Seele aus. Die Gestalt des Reisenden verfolgt sie in ihren Träumen, er wird zum Geliebten ihrer Jugend. So viel Bitterkeit über vergebene Chancen im Leben! Eine große Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und eigenen vier Wänden. Ein Zimmer für sich allein! Dennoch fügt sie sich scheinbar gefasst und wie selbstverständlich in die Konventionen – bis zu einem Kipp-Punkt. Nichte Ellie soll nicht ihr eigenes Schicksal teilen, das hofft sie zumindest. Ann Schlee erzählt die Geschichte vor dem Hintergrund der preußischen Reaktion im Rheinland. Ein historisches Vorwort klärt die politischen Verhältnisse. Die bilden den zweiten Strang der Romanhandlung, lange nur im Hintergrund, am Ende sehr deutlich verwoben mit Charlottes und Ellies Geschichte. Sehr kunstvoll komponiert und sprachlich vom Feinsten! Auf der Shortlist für den Booker Prize im Jahr 1981. Wer nicht englisch lesen will, kann sich auf die deutsche Ausgabe bei @dumontbuchverlag freuen, die im August erscheint.

Eine gar nicht so romantische sommerliche Rheinreise

Johanna aus München am 07.05.2025
Bewertungsnummer: 2484956
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Geschichte ist alt, auch die Erfahrung nicht neu, und doch ist es eine gute Geschichte. Eine englische Familie auf Rheinreise im Jahr 1851: Charlotte wird von ihrem Bruder Charles getadelt, weil sie nicht auf das Gepäck der Familie aufgepasst hat, während er, der Reverend, auf dem Dampfer seine frömmelnden Pamphlete verteilt hat. Das ist die Anfangsszene des historischen Romans, von dem man zunächst glaubt, er sei vielleicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasst worden. Ann Schlee hat ihn aber 1980 geschrieben – mit großem Geschick für die Darstellung der zeithistorischen Hintergründe (drei Jahre nach der Revolution von 1848) und für die Beschreibung der Figuren. Ein sehr zarter Einblick in die Sehnsüchte und Verbiegungen einer viktorianischen Seele. Am Ende ein befreiender Hoffnungsschimmer. Charlotte ist das geduldete Anhängsel der Familie Morrison. Kürzlich durch eine kleine Erbschaft zu bescheidenem Wohlstand gelangt, könnte sich die nicht mehr junge Frau eigentlich ein selbstständiges Leben leisten. Allerdings steht das offenbar gar nicht zur Debatte. Sie soll ihrer kränklichen Schwägerin Marion zur Hand gehen und auf die siebzehnjährige Nichte Ellie aufpassen. Beim Aussteigen in Konstanz wird sie einen englischen Reisenden gewahr, den sie im ersten Moment für den Heiratsbewerber ihrer Jugend hält. Der war von ihrem Bruder ohne Rücksicht auf ihre Gefühle als unpassend abgewiesen worden. Sie wurde vorsorglich als Haushälterin zu einem entfernten Verwandten geschickt. Das Erlebnis am Landungssteg löst eine enorme innere Bewegung in dieser viktorianischen Seele aus. Die Gestalt des Reisenden verfolgt sie in ihren Träumen, er wird zum Geliebten ihrer Jugend. So viel Bitterkeit über vergebene Chancen im Leben! Eine große Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und eigenen vier Wänden. Ein Zimmer für sich allein! Dennoch fügt sie sich scheinbar gefasst und wie selbstverständlich in die Konventionen – bis zu einem Kipp-Punkt. Nichte Ellie soll nicht ihr eigenes Schicksal teilen, das hofft sie zumindest. Ann Schlee erzählt die Geschichte vor dem Hintergrund der preußischen Reaktion im Rheinland. Ein historisches Vorwort klärt die politischen Verhältnisse. Die bilden den zweiten Strang der Romanhandlung, lange nur im Hintergrund, am Ende sehr deutlich verwoben mit Charlottes und Ellies Geschichte. Sehr kunstvoll komponiert und sprachlich vom Feinsten! Auf der Shortlist für den Booker Prize im Jahr 1981. Wer nicht englisch lesen will, kann sich auf die deutsche Ausgabe bei @dumontbuchverlag freuen, die im August erscheint.

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Rhine Journey

von Ann Schlee

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