Am Anfang der nationalsozialistischen Diktatur stand die Zerschlagung der freien Gewerkschaften. Widerstand aus den Reihen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft regte sich schon sehr früh und konnte sich trotz aller Verfolgung lange halten. Manche Gruppen wurden bis 1945 nicht entdeckt. Gewerkschaftlicher Widerstand war kein Massenphänomen, auch wenn sich einige Netzwerke im Untergrund über große Teile Deutschlands ausdehnten und Hunderte von Mitgliedern hatten. Willy Buschak würdigt den Mut, den Trotz und die Hoffnung der Menschen aus allen gewerkschaftlichen Richtungen, die diese „Arbeit im kleinsten Zirkel“ geleistet haben. Er spannt den Bogen vom Widerstand gegen die aufkommende nationalsozialistische Bewegung vor 1933 bis hin zum 20. Juli 1944 und den letzten Tagen des II. Weltkrieges. Diese Gesamtdarstellung des gewerkschaftlichen Widerstandes wirft neues Licht auf viele Fragen und ist ein unverzichtbarer Baustein für die Geschichte der Gewerkschaften wie auch die deutsche Geschichte 1933–1945
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Ebbi
aus Berlin
5/5
12.03.2015
Buch (Taschenbuch)
„Arbeit im kleinsten Zirkel“…
„Arbeit im kleinsten Zirkel“ von Willy Buschak eignet sich besonders für Leser, die sich bisher nicht mit dem Widerstand von Gewerkschaftern gegen den Nationalsozialismus beschäftigt haben, um einen ersten Eindruck zu bekommen, ohne dabei gleich von zu vielen Fakten und Namen erschlagen zu werden. In einer chronologischen Abfolge schildert der Autor zunächst, wie die nationalsozialistischen Kräfte bereits weit vor dem letztendlich entscheidenden Schlag am 2. Mai 1933 auf eben dieses Ereignis hinarbeiteten sowie welche Bestrebungen es aus der Arbeiterbewegung gab, sich dem zu Widersetzen. Anschließend gibt Buschak einen umfassenden Überblick von Widerstandsbemühungen aus den Reihen der Gewerkschaften. Dabei beleuchtet er sowohl die im ADGB vertretenen Verbände, als auch den kommunistischen Widerstand aus den Reihen der Revolutionären Gewerkschaftsopposition (RGO). Mit der „Auslandsvertretung der deutschen Gewerkschaften in Komotau“ und der sogenannten illegalen Reichsleitung der Gewerkschaften stehen außerdem zwei größere, übergewerkschaftliche Zusammenschlüsse im Fokus seiner Schilderungen. Natürlich geht Buschak abschließend auch auf das umfangreiche Netzwerk und die Widerstandsbemühungen von Wilhelm Leuschner sowie seine Verbindungen zu den Attentätern des „20. Juli“ ein. Besonders für den „nichtwissenschaftlichen“ Leser ist die Art und Weise, in der Buschak die verschiedenen Aktivitäten schildert sehr interessant und abwechslungsreich. Durch die Einbindung zahlreicher persönlicher Erinnerungsberichte und Beschreibungen von Zeitzeugen sowie die Verbindung dieser mit biographischen Inhalten, gelingt es ihm, den Text aufzulockern, ohne jedoch zu weit abzuschweifen und somit eine sehr angenehme Spannung aufzubauen, die den Leser förmlich an das Buch fesselt.
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