Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen.
Weise, wundersam und hochpoetisch erzählt Gaiman in seinem neuen Roman von der übergroßen Macht von Freundschaft und Vertrauen in einer Welt, in der nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
09.01.2023
eBook (ePUB)
Grenzen, die verschwimmen.
Dieses Buch stand schon ewig und acht Jahre auf meiner Lese-Wunschliste. Als ich gesehen habe, dass das Hörbuch von Hannes Jaenicke gelesen wird, habe ich mich dafür und nicht zum selber lesen entschieden. Ich mag seine Stimmlage und Aussprache sehr und gerade für diese Geschichte war er eine wunderbare Wahl. Man muss schon aufmerksam bleiben. Gaiman spielt gern mit der Perspektive seiner Figuren und des Lesers. Die Metaphern zum Kindsein und Erwachsenwerden sind extrem gelungen. Die Welt ist phänomenal echt und märchenhaft unecht. Sehr zu empfehlen.
PMelittaM
aus Köln
5/5
27.03.2020
eBook (ePUB)
Wow!
Ein älterer Mann kehrt in seinen Heimatort zurück und erinnert sich daran, wie er als Siebenjähriger die Familie Hempstock kennenlernte und mysteriöse Dinge erlebte.
Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Roman erwartet hatte, aber sicher nicht das, was ich bekam. Sicher, ich hatte schon andere Romane des Autors gelesen, und hätte auf manches gefasst sein können, aber zunächst las sich das Ganze wie ein Roman, in dem es um Kindheiterinnerungen geht, um nach und nach immer mehr ins Mysteriöse zu kippen. Teilweise fühlte ich mich ein bisschen wie in einem Stephen-King-Roman, in dem der Protagonist immer mehr in gruselige Dinge verwickelt wird, nur dass Gaimans Sprache deutlich poetischer ist.
Am Ende stellt der Roman – und der Leser sich – die Frage, wie viel davon hat der Junge, dessen Name nie genannt wird, tatsächlich erlebt, wie viel davon war seine Phantasie? Gleichzeitig ist man entsetzt, was er alles durchmachen musste. Ich habe die Frage für mich so beantwortet: In dieser Geschichte ist alles wahr. Bis dahin hatte ich sehr spannende Lesestunden, der Roman entpuppte sich für mich als wahrer Pageturner. Der Junge erzählt selbst in Ich-Form und so kommt der Leser ihm sehr nahe und fühlt mit ihm. Der Leser bekommt eine Menge Stoff, über den er grübeln kann.
Der Roman ist illustriert, für mich wäre das nicht nötig gewesen, gerade bei diesem Thema hat es mich sogar ein bisschen gestört, möchte ich doch lieber meine eigene Phantasie einsetzen.
Der Roman ist mein Überraschungsbuch des Jahres, ich hätte nicht gedacht, dass er mich so faszinieren wird. Ich bin begeistert. Mich hat der Roman von Anfang an gepackt, auch emotional, und sich als wahrer Pageturner entpuppt. Wer es gerne mal mysteriös und/oder gruselig mag, und wen es nicht stört, dass das Ende relativ offen ist, kann sich hier auf unterhaltsame Lesestunden freuen.
Bewertung
aus Hamburg
5/5
14.11.2014
eBook (ePUB)
Vom Zauber der Erinnerung
Gestern Abend habe ich mit dem Lesen dieses Buches begonnen und heute Nachmittag zum Glück die Zeit gehabt, es zu beenden.
Es hat mich wirklich sehr berührt, zu lesen, wie hier der erwachsene Ich-Erzähler, dessen Name nicht genannt wird, an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt und sich in der Rückblende an eine traumatische Erfahrung aus seiner Kindheit erinnert.
Kind sein ist nicht immer einfach und die Welt der Erwachsenen und ihr Verhalten oft beängstigend, gerade für ein Kind wie den Erzähler, der als siebenjähriger Junge so ganz anders ist, als es sich sein Vater wünscht und der sich in seiner Welt der Bücher wohler fühlt als in der Realität. Als er die etwas ältere Lettie Hempstock kennenlernt erfährt er durch sie und ihre Familie zum ersten Mal so etwas wie Freundschaft und Zuwendung, doch in diese Welt dringt das Böse ein, welches Neil Gaiman mit sprachgewaltigen Bildern beschreibt. Was genau am Teich der Hempstocks, den Lettie Ozean genannt hatte, geschehen ist, wurde dem kleinen Jungen damals nicht klar und er hat die Ereignisse verdrängt und mit Bildern aus einer phantastischen Welt überschrieben, um eine Zukunft haben zu können, denn nur er hat überlebt.
Poetisch ist dieses Buch, traurig, aber auch hoffnungsfroh, denn die Kraft der Phantasie und der Freundschaft verleiht auch einem Kind die Stärke, die schrecklichen Ereignisse zu überwinden und sich dem Leben zuzuwenden.
Ganz sicher werde ich dieses Buch noch einmal lesen, denn es sind so viele Anspielungen auf literarische Vorlagen vorhanden, die sich beim ersten Lesen gar nicht alle erschließen und die heilende Kraft der Worte berührt nicht nur Kinderseelen.
Meiner Meinung nach unbedingt lesenswert, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene
Sonja
aus Freiburg
4/5
10.06.2024
eBook (ePUB)
urbane Fantasy / Kinder-Wahrnehmungen
Wegen einer Beerdigung kehrt ein Mann zurück in sein Heimatsdorf und wird magisch angezogen von einem Ententeich. Als er dort verweilt, erinnert er sich an Lettie Hempstock und Ereignisse in seinem siebten Lebensjahr. Und wieder durchlebt er diese gruselige Zeit, die er ohne Lettie nicht überstanden hätte.
Das Buch wird aus der Sicht des siebenjährigen Jungen erzählt und wurde mit schönen Illustrationen von Elise Hurst versehen.
Ob die Ereignisse wirklich so passiert sind oder nur im Kopf des Kindes so stattfanden, wird nicht aufgeklärt und so kann man das Buch als Fantasy-Roman lesen oder als psychologische Studie, wie Kinder schreckliche Ereignisse für sich verarbeiten.
Ich betrachte es als die Studie und daher sehr gelungen. Außerdem wird es sehr gut von Hannes Jaenicke gelesen.
ReaderT2
aus Stuttgart
4/5
03.12.2014
eBook (ePUB)
Ozean-Leserunde-Rezension
Warum ich mich für "Der Ozean am Ende der Straße" entschieden habe:
Mich sprach der Titel an, das Cover sagte mir auch zu, von meiner Stimmung her erschien mir das Buch passend und die Leseprobe, sowie einige gelesene Seiten der gedruckten Ausgabe bei Osiander, Wittwer und Hugendubel steigerten den Wunsch, das Buch lesen zu wollen.
Ohne die Leserunde wäre ich allerdings nie auf das Buch aufmerksam geworden, denn in letzter Zeit fielen mir andere Bücher auf und ich hätte den "Ozean" wohl verpasst.
Vorfreude:
Nachdem das erste Exemplar aus technischen Gründen mit meiner etwas älteren Calibre-Version nicht lesbar war, mußte ich einige Zeit länger auf das Freiexemplar warten, als die anderen Teilnehmer an der Leserunde.
Mit der epub-Version klappte es tadellos. Das Problem dürfte im Zusammenhang mit DRM stehen, da meine im Original belassene Calibre-Version nicht mit hartem DRM klar kommt.
Erster Eindruck vom eBook:
Gegenüber dem zuvor von mir gelesenen ca. 900 Calibre-Seiten langen eBook, war "Der Ozean am Ende der Straße" mit 342 Calibre-Seiten vergleichsweise kurz.
Vom Umfang her erscheint es mir geeignet für Vielleser die mal zwischendurch zur Entspannung ein kürzeres Buch lesen wollen und für Gelegenheitsleser, die lieber nicht soviele Seiten vor sich haben wollen und ganz froh sind, wenn der Buchschluß nicht allzu weit entfernt ist.
Die gedruckte Ausgabe gehört ebenfalls eher zu den dünneren Büchern, erschien mir aber vom Umfang her okay und wertig gearbeitet. Würde ich das Buch selbst kaufen oder mir zu Weihnachten wünschen, würde ich mich für die gedruckte Fassung entscheiden.
Als eBook liest es sich aber auch ganz gut.
Inhalt:
Der Erzähler kommt in die Gegend seiner Kindheit zurück, geht an den Teich, den Lettie Hempstock als Ozean bezeichnet und erinnert sich an ein Ereignis, als er ein 7-jähriger Junge war.
Was wie ein im Alltag spielender Roman beginnt, entwickelt sich zu einem Werk, das mehr in den Fantasy-Bereich passt. Das wird aus der Leseprobe nicht ganz deutlich, denn mit dem Einstieg in die Geschichte, hätte es genauso gut ein Krimi werden können.
Geworden ist es eine der längsten Kurzgeschichten, die ich je gelesen habe.
Kritik:
Dem Buch/eBook ist anzumerken, daß es eigentlich eine Kurzgeschichte ist, die zu einem Roman ausgearbeitet wurde. Meinem Empfinden nach wäre mehr an Inhalt möglich gewesen.
Die Ideen des Buches sind teilweise sehr interessant, aber genau an den Stellen würde man gerne mehr dazu lesen. Einige Szenen sind meiner meinung nach zu ausgewalzt, was den Eindruck zurück läßt, sich gleichzeitig zu wünschen, daß das Buch an spannenden Stellen ruhig sehr viel länger sein dürfte und an anderen Stellen ruhig wesentlich kürzer.
Illustrationen sollen eigentlich die Handlung unterstützen, doch hier gelingt das nicht immer. Teils reißen sie einen aus dem eigenen inneren Film heraus, weil die gezeichnete Ansicht nicht mit dem was mal vor innerem Auge sieht übereinstimmt.
Füür sich genommen sind die Zeichnungen gut gelungen. Als Comic würde sich die Geschichte sicher auch ganz gut machen.
Auch dem Autor gelingt es an paar Stellen, einen aus dem Geschehen rauszuholen und einem bewußt zu machen, daß man hier gerade eine Erinnerung liest und nicht dabei ist.
An manchen Stellen gelingt es dem Autor zu eigenen Gedanken zu finden, die die Handlung zusätzlich bereichern. Bei mir beispielsweise die Klavierszene.
Das Buch gewinnt an den Stellen, an denen Lettie Hempstock mit dabei ist, oder die bei den Hempstocks spielen.
Leider wird alles aus Sicht des Erzählers gesehen, daher ist man bei einigen Geschehnissen nicht dabei, die man zu gerne miterleben würde.
Cliffhanger mag ich persönlich nicht so gern, daher gab es einige Stellen, über die ich gern einfach nur hinweggelesen hätte.
In einer Szene hätte ich dem Erzähler gerne einen eReader in die Hand gedrückt, damit er in Ruhe lesen kann, während um ihn herum spannende Dinge geschehen, an denen er nicht beteiligt ist. Aber das Buch spielt in einer Zeit, als es das noch nicht gab.
Vermutlich wird das Buch interessanter werden in der Erinnerung, weil da dann mehr die Stellen zum Vorschein kommen, die das Buch als Geschenk geeignet machen.
Fazit:
Da dies das erste Buch ist, das ich von dem Autor gelesen habe, kann ich es nicht mit anderen Werken von ihm vergleichen. Einige Szenen hätten ruhig ausführlicher beschrieben werden können.
Das Buch wurde vom Autor aus einer als Kurzgeschichte geplanten Idee entwickelt, was sich stellenweise bemerkbar macht.
Aus der Perspektive betrachtet, hat man mit dem Buch weniger einen dünnen Roman, sondern vielmehr eine sehr umfangreiche Kurzgeschichte vor sich. Ich bin mal gespannt, ob der Autor diese Idee nochmal aufgreift und detailreicher ausarbeitet. Mich würde es freuen.
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