Der amerikanische Philosoph und Schriftsteller Ralph Waldo Emerson (1803-1882) war zunächst unitarischer Pfarrer, wandte sich dann jedoch von der traditionellen Theologie ab und begründetet die im Amerika des 19. Jahrhunderts einflussreiche transzendentalistische Bewegung. Emerson war ein enger Freund des »Walden«-Autors Henry David Thoreau und trat wie dieser in seinen Schriften für ein einfaches Leben in Achtung vor der Natur ein. Den ersten Teil des vorliegenden Bandes bilden Essays zur Lebensführung und zum sozialen Zusammenleben. Der zweite Teil enthält unter dem Titel »Repräsentanten der Menschheit« Porträts bedeutender Persönlichkeiten wie Goethe, Montaigne, Shakespeare und Napoleon.
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Dichtung & Wahrheit in Vollendung vereint!
Bewertung am 15.06.2021
Bewertungsnummer: 537613
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Kinder des Waldes, so nannte Emerson die Gedanken dieses Buches, eine Sammlung verdichteter Verse, die sich mühelos ins Gedächtniss meiseln: unvergesslich, atemberaubend!
Eines der ganz wenigen Werke der westlichen Literatur, das Wahrheit und Dichtung in so vollendeter Schönheit vereint, das einem vor Ehrfurcht die Tränen rollen, während man auf die Knie sinkt und diesem Meisterwerk huldigt.
Eines der grössten, vielleicht DAS Grösste Meisterwerk amerikanischer Literatur. Meine Einschätzung und aufrichtige Verehrung für das Werk -wie auch für den Autor dieser herrlichen, erhabenen Zeilen, gründen sich auf Emerson´s tiefe Einsichten in die Wahrheiten transzendentaler Welten und deren Gefühlsentsprechungen, die er in so vollendetem Stil und bestechend klarer Sprache vorträgt, das uns die Sinne taumeln, während wir mit jedem Wort der Schönheit der schlichten Wahrheit lauschen, die keinen Zweifel an der Echtheit seiner Empfindungen lässt; und das alles serviert uns Emerson mit so bedrohlich-scharfer Intelligenz, das wir verloren und voller Angst im Raum herumtrieben, wäre da nicht sein heiter-weiser Stil, der uns inmitten der Schwebe als Kompass diente.
Auf jeder Seite habe ich so viele, geniale Zitate gefunden und notiert, dass am Ende mein Block ebenso dick war wie das Buch.
Bei Emerson bekommt man keine seichten Allerweltseinsichten in Welt, Weib & Wein, sondern transzendentale Erkenntnisse von einem Mann, der lebt, wovon er kündet.
Die zahlreichen Prediger in seiner Familie dürften dem Ausreifen seines Dichterkopfes und der Veredelung seiner Sprache kein Hinderniss gewesen zu sein, im Gegenteil, sie scheinen sie noch vertieft zu haben. Emerson´s Geist entschwebt dem Banalen, dem Profanen auf natürliche Art weil er just keine Ahnung davon besitzt- er triumphiert über jegliche Naturverzückung; leblose, aus verstaubten Fäden der Metaphysik gesponnene, theologische Glaskästen, sucht man vergeblich.
Ein Buch, dass ich noch auf meinem Sterbebett lieben werde; verfasst von einem Genius, der die Jahrhunderte überdauern wird. Das Werk Emerson´s kann nicht ausreichend gewürdigt werden. Kein Wunder, dass Emerson schon zu Lebzeiten als Prophet verehrt wurde. Hätte Emerson eine Orthodoxie zur Verehrung seiner Person hinterlassen, gäbe es heute eine 6. Weltreligion.
Für den, der Emerson liest, gewinnt das Wort begnadet eine neue Bedeutung. Emerson empfängt seine Einsichten direkt aus den lichten Höhen, aus denen er lebt und spricht; anders als Goethe, der wie eine gigantische Enzyklopädie das Wissen der Welt aufsaugte, ohne je etwas Rechtes über sie zu wissen.
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