Die Rolle der WTO in der Integrationsstrategie von Entwicklungsländern Eine Analyse am Beispiel China
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
26.03.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
100
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,8 cm
Gewicht
157 g
Auflage
4. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8386-5254-2
Die Fragestellung ist relevant, weil Entwicklungsländer nach einer langen Periode von Protektion und Importsubstitution seit Ende der 1980er Jahre zunehmend Handelsreformen durchführen. Dies resultiert zum einen aus der Erkenntnis, dass Länder mit hohem Protektionsgrad signifikant niedrigere Wachstumsraten der Bruttoinlandsprodukts hinnehmen mussten als jene, die einer eher liberalen Handelspolitik folgten. Zweitens veranlasste der Erfolg der exportorientierten, ostasiatischen Tigerstaaten viele Regierungen zur Nachahmung.
Entwicklungsländer stehen grundsätzlich drei Alternativen der weltwirtschaftlichen Integration zur Auswahl:
Erstens können sie Handelsreformen unilateral, d.h. unabhängig von der Handelspolitik anderer Länder durchführen. Zweitens können sie einem regionalen Integrationsabkommen (z.B. Mercosur, APEC) beitreten. Eine dritte Option ist die multilaterale Liberalisierung im Rahmen von GATT/WTO. In dieser Arbeit werden insbesondere die regionale und die multilaterale Integration vergleichend analysiert, da unilaterale Liberalisierung allein oft keine ausreichende Strategie ist.
Gang der Untersuchung:
Zwar steigern Handelsreformen die allokative Effizienz und erhöhen damit die Wohlfahrt der Gesellschaft als Ganze. Gleichzeitig bewirken sie jedoch Umverteilungseffekte zu Lasten kleiner Gruppen, die durch das protektionistische Handelsregime begünstigt wurden. Wie die politökonomische Analyse in Kapitel B.I zeigt, ist es daher für Politiker rational, Liberalisierung entweder gar nicht erst durchzuführen oder später wieder zurückzunehmen, da auf diese Weise Partikularinteressen bedient und politische Macht gewonnen werden kann.
In Kapitel B.II und B.III soll daher analysiert werden, ob regionale und multilaterale Verpflichtungen als Lock-in dienen, d.h. reformorientierten Politikern Mechanismen bieten können, um protektionistische Rückfälle zu vermeiden und damit Reformen abzusichern. Ergebnis dieser Analyse ist, dass die Lock-in Funktion der WTO gegenüber dem alten GATT entscheidend gestärkt wurde. Auch die neuen regionalen Handelsabkommen können die Lock-in-Funktion erfüllen, unter bestimmten Bedingungen sogar besser als die WTO. Jedoch sind regionale Handelskommen aus anderen (allokationstheoretischen und politökonomischen) Gründen kritisch zu beurteilen und stellen daher keine Alternative zu einem WTO-Beitritt dar.
In Kapitel B.III wird dann untersucht, inwieweit die WTO den Reformprozess in Entwicklungsländern beschleunigen kann. Es werden die Wirkungen eines WTO-Beitritts für weitere Handelsreformen und für allgemeine Wirtschaftsreformen geprüft. Dieser Teil bezieht sich sowohl auf Entwicklungs- als auch auf Transformationsländer, da China Charakteristika beider Ländertypen auf sich vereint.
Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse in B.IV widmet sich Kapitel C dem Anwendungsfall China. Für die Auswahl Chinas spricht erstens die Aktualität. So wird China Anfang 2002 nach 15-jährigen Beitrittsverhandlungen endlich WTO-Mitglied. Zweitens ist China eines der letzten Entwicklungsländer, dessen Handelsregime noch durch einen Importsubstitutionsbias gekennzeichnet ist. So gehörten die chinesischen Zölle noch Anfang der 1990er noch zu den höchsten in der Welt. Trotz seit 1992 eingeführter Reformen ...
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