Solomon Northup lebte als freier Bürger, bis er von Sklavenhändlern verschleppt und an einen Plantagenbesitzer in Louisiana verkauft wurde. Zwölf Jahre erlitt er grausamste Gefangenschaft, bevor er seine Freiheit zurückgewann und zu seiner Familie heimkehrte. Seine Memoiren von 1853 sind nicht nur wertvolles historisches Testament, sondern auch berührendes Zeugnis eines mutigen und unnachgiebigen Mannes. John Ridleys Drehbuch basiert auf seinem wahren Bericht.
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Die Sehnsucht nach Freiheit
Hopeandlive am 04.05.2026
Bewertungsnummer: 3128442
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Solomon Northrup nimmt den Leser mit in seine wahre Geschichte, die so bewegend ist, dass ich sie nur in Abschnitten lesen konnte. Der Autor berichtet von den zwölf schrecklichsten Jahren seines Lebens, die ihn alles an Kraft, Überlebenswillen und Hoffnung gekostet haben.
Solomon wird frei geboren und wächst im Norden Amerikas auf. Er hat die Möglichkeit eine Schulbildung zu genießen, arbeitet als talentierter Handwerker und ist auch überaus musikalisch. Sein Geigenspiel ist sehr beliebt und er wird oft auf Veranstaltungen eingeladen um dort aufzuspielen. Mit seiner Familie, seiner Ehefrau und seinen drei Kindern, lebt er als freier und anerkannter Bürger in Saratoga, New York. Dort in vermeintlicher Sicherheit wird er geschäftlich von zwei Männern in eine Falle gelockt, eingesperrt und in Ketten gelegt und letztendlich in die Sklaverei in den Süden Amerikas verkauft. Seine anfänglichen Versuche der Beteuerung doch ein freier Mann zu sein wurden in brutalen Peitschenhieben erstickt. Solomon wurde das Opfer perfider Sklavenhändler, die in ganz Amerika unterwegs waren um ihre "Geschäfte" zu tätigen.
Somit sieht er sich nicht nur aller Rechte beraubt, er darf auch seinen Namen nicht mehr erwähnen. Von nun an heißt er "Platt". Mit vielen anderen unwillkürlich gefangenen schwarzen Menschen wird er auf einem Raddampfer nach Louisiana verschifft und dort auf einem Sklavenmarkt verkauft. Solomon erzählt in diesem Buch nicht nur seine Geschichte, sondern auch die seiner Mitgefangenen und deren unermesslichen Leides. Als Sklave war er völlig entrechtet, weniger wert als Vieh und genauso behandelt. Er erlebte bösartigste Willkür und Sadismus von Seiten der Sklavenhändler und auch der Plantagenbesitzer, wurde jedoch auch nicht müde immer wieder zu erwähnen, dass es auch Menschen gab, die ihm Gutes getan haben und bemüht waren, die Bedingungen der Sklaven zu erleichtern. Eine Hinterfragung des Systems fand jedoch nicht statt, vieles wurde sogar mit der Bibel begründet, was die abartige Bosheit auf die Spitze trieb. Dennoch hielt Solomon an seinem Glauben fest, wenn auch still und in absoluter Verzweiflung und bewahrte sich trotz aller Unmenschlichkeit, die ihm widerfuhr seine Menschlichkeit. Oft dachte er an Flucht, doch das System der Sklaverei in Louisiana war so ausgeklügelt, dass es für die Sklaven keine Chance gab, außer sie hatten schon innerlich mit ihrem Leben abgeschlossen.
Solomon wusste nicht, ob er seine Familie zu Lebzeiten noch einmal wiedersehen würde und gerade als die Hoffnungslosigkeit am größten war, macht er die Begegnung eines weißen Mannes, der anders ist als alle anderen weißen Menschen in Louisiana und wagt das Unmögliche. Er gibt ihm Briefe mit an Menschen in Saratoga, die ihn kennen und sich für ihn einsetzen könnten und wartet. Die Wartezeit gestaltet sich unter seinem sadistischen Plantagenbesitzer äußerst gefährlich und doch geschieht das Wunder, auf das er und auch der Leser kaum mehr zu hoffen wagte. Solomon kommt endlich nach zwölf schrecklichen Jahren frei und kann wieder zu seiner Familie reisen.
Im Jahr 1953 schreibt er seine Geschichte als Erzählung auf, vergisst auch seine mitleidenden Mitmenschen wie Eliza und Patsey nicht zu erwähnen, damit auch ihre Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Die Geschichte ist in der Sprache seiner Zeit gehalten, was es für mich umso authentischer macht. Sehr nüchtern beschreibt er die brutalen Behandlungen, die dadurch noch mehr an Grausamkeit gewinnen. Ebenso beschreibt er sehr genau die Baumwoll- und Zuckerrohrernte, was es dem Leser noch besser ermöglicht, sich in diese Zeit hinein zu versetzen. Solomons wahre Geschichte kam ein Jahr nach "Onkel Toms Hütte" von Harriet Becher Stowe heraus, die fiktional geschrieben bis heute ein Klassiker ist. "12 years a slave" versank nach Solomons Tod, bis zum Schluss war er im Auftrag des Abolitionismus unterwegs, in den Tiefen der Historie und wir verdanken es dem Regisseur Steve McQueen und seiner Partnerin, Historikerin, dass Solomon und die Geschichte der Sklaverei nicht in Vergessenheit gerät und genutzt wird auch dieses mehr als finstere Kapitel der amerikanischen Geschichte aufzuarbeiten.
Absolut lesenswert!
12 Years a Slave
Kevin Meyer aus Basel am 07.05.2014
Bewertungsnummer: 843346
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
12 Years a Slave ist die unfassbare & wahre Geschichte über einen freien, schwarzen Mann, der 12 Jahre lang versklavt wurde, ehe er befreit wurde.
Solomon Northup zeigt uns in seinem Buch die tiefsten Abgründe der Menschheit auf.
Das Buch, sowie der Film sind höchst empfehlenswert.
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