Es ist sieben Minuten nach Mitternacht. Wie jede Nacht erwartet Conor den Albtraum, der ihn quält, seit seine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch diesmal begegnet er einem Wesen, das seine geheimsten Ängste zu kennen scheint, ein Wesen, das uralt ist und wild und weise. Und schon bald begreift Conor, dass es der einzige Freund ist, der ihm in den Stunden der Not zur Seite steht. Denn er wird zerrissen von der einen Frage, die er nicht einmal zu denken wagt. Darf er seine Mutter, die er über alles liebt, loslassen? Oder muss er es sogar, um nicht selbst verloren zu sein?
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Meggie
aus Mertesheim
5/5
02.04.2021
eBook (ePUB)
Taschentücher bereit halten
Conor ist 13 Jahre alt und glaubt nicht mehr an Monster. Allein vor seinen Albträumen fürchtet er sich. Und diese kommen jede Nacht, seit seine Mutter schwer erkrankt ist. Als um sieben Minuten nach Mitternacht jedoch ein Monster bei Conor auftaucht und ihm mit Geschichten seine Weisheit vermittelt will, weiß Conor, dass der Schmerz, der in ihm wohnt, etwas Gefährliches von ihm abverlangt. Doch was, muss er erst herausfinden.
Wenn man sich auf diese Geschichte einlässt, muss man darauf gefasst sein, dass die Emotionen über einen hereinbrechen. Bei mir war es so, denn was Conor in seinem jungen Alter erleben muss, sollte nicht sein. Die Mutter schwerkrank, muss Conor zu früh erwachsen werden. Wenn es seiner Mutter sehr schlecht geht, kümmert er sich um den Haushalt, macht sich und seiner Mutter essen. Regelmäßig geht er in die Schule und macht seine Hausaufgaben. Begleitet wird er dabei von neugierigen Blicken und Fragen von Schülern und Lehrern. Doch Conor gibt sich tapfer.
Schon allein dies hat mich unheimlich traurig gemacht, weil Conor, so tapfer und mutig er sich gibt, vollkommen auf sich gestellt ist. Er hat keinen, dem er sich anvertrauen kann, keinen, der ihm hilft, durch die Sache zu kommen.
Sein Vater ist nach Amerika gezogen, seine Großmutter interessiert sich nur für ihren eigenen Schmerz.
Doch dann taucht das Monster auf, sieben Minuten nach Mitternacht. Und Conor hat keine Angst. Sondern nur Fragen, die ihm leider noch nicht beantwortet werden.
Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil, so dass man sich mitten in der Geschichte befindet und auch mitleidet. Ich hätte Conor so gerne in den Arm genommen und ihm gesagt, dass alles gut wird. Dass er weiter tapfer sein und auch seine Gefühle zulassen soll. Dass er noch Kind sein soll. Dass er alles so toll macht und sich wunderbar um seine Mutter kümmert.
Doch leider kann ich dies nicht, deshalb konnte ich ihn nur begleiten auf seinem Weg. Unendlich traurig und mit vielen Emotionen gespickt erlebt man, wie sich Conor auf etwas vorbereitet, was sein Leben nachhaltig verändern wird.
Der Autor erzählt mit einfühlsamen Worten Conors Geschichte. Dabei schont er aber den Leser nicht. Die Krankheit der Mutter steht immer im Vordergrund und durch den Einblick in Conors Gedankenwelt erfährt man auch von seinen Ängsten, die er nach außen nicht richtig preis gibt.
Die Charaktere haben entsprechend des Themas auch viel Tiefe. Ebenso das Monster, das Conor erscheint. Es wirkt furchteinflößend, entwickelt sich dann jedoch ganz anders als gedacht.
Die Geschichte ist unendlich traurig. Und gleichzeitig wunderschön. Das Ende ist von vornherein bekannt, und doch ist es bitter, wenn man die letzte Seite gelesen hat.
Die Illustrationen im Buch sind noch mal das Tüpfelchen auf dem I. Denn sie unterstreichen die Geschichte auf eindrucksvolle Weise. Den zugehörigen Film habe ich noch nicht sehen können und ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich diesen sehen möchte. Wenn beim Buch schon solche Emotionen hochkommen, dann will ich nicht wissen, was laufende Bilder bewirken können.
Fazit:
Taschentücher bereit halten.
Lila
aus Berlin
5/5
16.06.2026
Buch (Taschenbuch)
fesselnder Roman über Trauer und Wut. Ein Buch, das wehtut – und genau deshalb heilt.
Es gibt Bücher, die man liest, und es gibt Bücher, die einen tief im Inneren erschüttern. Patrick Ness’ „Sieben Minuten nach Mitternacht“ gehört unweigerlich zur zweiten Kategorie. Es ist ein literarisches Mahnmal gegen das kollektive Schweigen, das wir oft um das Thema Sterben und Verlust errichten.
Es ist 7 Minuten nach Mitternacht. Wie fast jede Nacht erwacht Conor aus seinem Alptraum. Das geschieht seit seine Mutter schwer an Krebs erkrankt ist. Die letzten Nächte waren anders. Conor wird von einem Wesen besucht. Ist es Freund oder Feind? Was will der Baum von ihm?
Angst verspürt Conor nicht, zumindest nicht vor dem Baum.
„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist ein zutiefst nachdenkliches und fesselndes Buch, das den Leser emotional stark fordert und sehr lange nachhallt. Das Zugeständnis, dass Trauer hässlich, wütend und widersprüchlich sein darf. Ein zeitloses Meisterwerk nicht nur für Jugendliche, sondern für jeden, der jemals mit dem Verlust eines geliebten Menschen konfrontiert wurde.
Bianca
aus Duisburg
5/5
26.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Seht bewegend
Ein Buch,dass mich zum perfekten Zeitpunkt getroffen hat. Sprachlich ist es leicht zu lesen, die Thematik jedoch nicht und liegt schwer im Magen ( CW ua Krebs, Mobbing) Es geht um Loslassen und aber auch Hoffnung.
Realität und Phantasie verschmelzen wunderbar miteinander. Mich hat die Geschichte nicht losgelassen, pausieren musste ich es mehrere Male, da ich vor lauter Tränen nichts mehr lesen konnte.
Mir hat es einen Denkanstoß gebracht, den ich gerade gebraucht habe.
WortGewand
aus Krefeld
5/5
02.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Kraftvolles Plädoyer für Wahrheit
Manche Geschichten finden uns nicht zufällig. Sie warten, bis wir bereit sind.
Im Zentrum steht der 13-jährige Conor. Seine Mutter ist schwer krank, sein Alltag geprägt von Verantwortung, Überforderung und Einsamkeit. In der Schule wird er gemobbt, von Mitschülern ignoriert oder gezielt verletzt. Auch das ist eine Form von Schmerz, die oft übersehen wird: Wenn ein junger Mensch ohnehin schon trägt, was kaum tragbar ist und dann auch noch Halt im Außen fehlt.
Nachts erscheint ihm ein Monster. Nicht, um Angst zu machen. Sondern um ihn mit etwas viel Schwererem zu konfrontieren: der Wahrheit.
Dieses Buch ist keine einfache Geschichte. Es ist eine Einladung, hinzusehen. Auf Wut. Auf Schuld. Auf Angst. Auf Liebe.
Und genau hier berührt es etwas, das wir auch aus der Psychologie kennen: Gefühle sind nicht dazu da, „gelöst“ zu werden. Sie wollen durchlebt werden. Resilienz entsteht nicht im Verdrängen, sondern im Durchgehen.
Trauer ist kein Störfaktor eines funktionierenden Lebens. Sie ist Ausdruck von Verbundenheit. Von Bedeutung. Von Beziehung.
Was mich beim erneuten Lesen besonders bewegt hat: Wie still Trauer oft ist. Wie diszipliniert.
Conors Geschichte zeigt noch etwas anderes: Dass Schmerz viele Gesichter hat. Die Krankheit seiner Mutter. Die Abwesenheit seines Vaters. Das Mobbing in der Schule. Und die innere Zerrissenheit, die daraus entsteht.
Und dass genau darin auch Entwicklung liegt.
Dieses Buch ist für mich heute kein Jugendroman mehr. Es ist ein stilles, kraftvolles Plädoyer dafür, Wahrheit auszuhalten. Gefühle ernst zu nehmen. Und Abschied als Teil von Beziehung zu verstehen.
pbahn
aus Germany
5/5
17.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Einfach so unfassbar erdrücken…
Einfach so unfassbar erdrückend und so fassbar befreiend dieses Buch. Ich hab beim Lesen ganze Ozeane entstehen lassen Ich will nicht spoilern, aber dieses Buch behandelt Emotionen auf eine Art und Weise von der sich vielleicht auch jeder etwas abschneiden sollte.
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