Pak Jun Do hat noch nie einen Film gesehen, kaum je ein Werbeplakat, er findet es merkwürdig, dass woanders Leute Tiere im Haus halten, und wundert sich über Maschinen, die Geld auswerfen. Er kennt keine Ironie, keine Kunst, keine Mode und keine Magazine. Aufgewachsen im nordkoreanischen Waisenhaus Frohe Zukunft, ist er ein winziges Rädchen im großen Getriebe der absurd-grausamen Herrschaft des »Geliebten Führers« Kim Jong Il. Schon ein falsches Wort kann jeden sofort ins Lager bringen.
Doch mit der Zeit beginnt Jun Do an etwas zu glauben, was stärker ist als Staatstreue: Freundschaft und Liebe. Als er die Schauspielerin Sun Moon trifft, lernt er das bedingungslose Vertrauen in einen anderen Menschen kennen. Und nur dafür lohnt es sich zu überleben.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
26.09.2023
Buch (Taschenbuch)
ein absolutes Meisterwerk - Kaufempfehlung
Ich schreibe selten Rezensionen, aber ich habe mir diesen Roman vor ungefähr zwei oder drei Jahren gekauft und kann hier nur eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Es gibt nicht viele Bücher, die mich mit ihrer Geschichte so gepackt haben wie Jun Dos Geschichte. Ich habe die Geschichte mehrmals gelesen und immer vom Anfang bis zum Ende mit dem Protagonisten mitgefiebert, gefühlt und gelitten. Der Pulizer-Preis ist mehr als verdient.
Bewertung
aus Bad Dürrenberg
5/5
08.07.2014
Buch (Taschenbuch)
absoluter Bestseller
Dieses Buch ermöglicht uns eine Einblick in das Leben und die Politik in Nordkores. Unfassbar . Brilliant geschrieben und sehr fesselnd. Hinterher war ich nur schockiert . Unbedingt weiterzuempfehlen, wer auf Bücher mit Tiefgang steht.
Edith Berger
5/5
18.06.2014
Buch (Taschenbuch)
Pulitzer Preis 2013
Pak Jun Do ist ein Waisenjunge. Zumindest nach außen. Sein Vater ist der Aufseher des Waisenhauses "Frohe Zukunft". Um nach seiner Frau nicht auch noch seinen Sohn an den geliebten Führer Kim Jong II zu verlieren, läßt er unter gar keinen Umständen irgendeine Regung, geschweige denn Zuneigung zu seinem Sohn erkennen. Ganz im Gegenteil. Überhaupt sind die Lebensumstände in Nordkorea unvorstellbar. Die der Waisenkinder aber, unerträglich. Mit 14 wird Jun Do zum Militär geholt, um in der Kunst des lichtlosen Kampfes ausgebildet zu werden. Dafür verschwindet er für 8 Jahre unter der Erde.
" Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" von Adam Johnson wurde mit dem Pulitzer Preis 2013 ausgezeichnet.
Leicht ist diese Lektüre nicht, aber ungemein fesselnd.
Stefania Rubino
aus Ulm
5/5
12.06.2014
Buch (Taschenbuch)
Jetzt als Taschenbuch!
In vielen Jahren in denen Adam Johnson mühsam und aufwändig recherchierte und Nordkorea bereiste, ist die Geschichte von Pak Jun Do entstanden!
Der allererste Nordkorea Roman für alle Interessierten, für den Johnson verdientermaßen gleich den Pulitzer-Preis 2013 erhielt.
Ein neues, leichtes Taschenbuch, aber von inhaltlichem Schwergewicht!
Pyöngyangs Diktatur, "Freiheit", Selbstbehauptung, Identität. Ein unheimlich wichtiges Buch gerade in unserer Zeit (Snowden - NSA).
Bories vom Berg
aus München
2/5
09.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Creative Writing ohne…
Creative Writing ohne Intention Ausgerechnet Nordkorea steht im Fokus des Romans «Das geraubte Leben des Waisen Jun Do» von Adam Johnson, der für dieses Buch 2013 den Pulitzerpreis bekommen hat. Während das Buch in Amerika hymnisch gefeiert wurde, ist das Interesse in der deutschen Leserschaft äußerst verhalten, und die Kritik in den deutschen Feuilletons fiel überwiegend negativ aus. Wie der amerikanische Schriftsteller berichtet hat, dauerten seine Recherchen für den Roman sechs Jahre, was angesichts der absurden Abschottung dieses letzten ur-kommunistischen Regimes auf der Welt nicht weiter verwundert. Der aberwitzige Führerkult dort lädt den Autor geradezu zwangsläufig zum Spotten ein, die Lebenswirklichkeit jedoch zwingt ihn erzählerisch auch zu Grausamkeiten, die man als Leser versucht ist, dem Roman anzulasten, selbst wenn sie mutmaßlich nur eine unfassbare Realität abbilden. Kein Wohlfühl-Roman also! Obwohl, neben dem Horror ist auch die Liebe ein Thema. Pak Jun Do trägt seinen Namen nach einem nordkoreanischen Märtyrer. Er gilt als Waise, weil sein Vater als Aufseher mit ihm im Waisenhaus «Frohe Zukunft» lebt, so dass jeder glaubt, auch er müsse eines der Waisenkinder sein. Das bedeutet in diesem Land automatisch, vogelfrei zu sein, völlig rechtlos also. Und so landet er als junger Mann denn auch prompt als «Tunnelkämpfer» in der entmilitarisierten Zone zu Südkorea, wo er tagelang in völliger Dunkelheit leben und das Land gegen Eindringlinge verteidigen muss. Sein selbstloser Einsatz wird belohnt, er wird vom Geheimdienst auf einen Fischkutter geschickt, wo er als Funker die feindlichen Gewässer überwachen soll und ganz nebenbei auch für etliche Entführungen eingesetzt wird. Zur Belohnung kommt er auf eine Sprachschule, lernt Englisch und wird mit einer kleinen Gruppe zu Verhandlungen in die USA geschickt, für ihn ein Kulturschock. Anschließend kommt er in ein Umerziehungslager, tötet quasi aus Versehen den unbeliebten Kommandanten Ga, der mit der beliebten Volks-Schauspielerin Sun Moon verheiratet ist, und schlüpft sogar in dessen Rolle. So gelangt er in den Generalstab der Armee, ist bei Gesprächen mit einer amerikanischen Besucher-Delegation dabei und trifft dann auch auf den «Geliebten Führer» Kim Jong Il höchstpersönlich. Letztendlich nutzt er seine erschwindelte Stellung dazu aus, seiner falschen Frau und ihren Kindern zur verbotenen Flucht aus Nordkorea zu verhelfen, dem Musterland der Demokratie mit seinem allen anderen deutlich überlegenen Wirtschafts-System. In dem zweiteiligen, zuerst dem Protagonisten Jun Do und schließlich dann dem Kommandanten Ga gewidmeten Roman tritt auch ein Verhörbeamter auf, der dem Kommandanten, an dessen Identität Zweifel aufgekommen sind, auf die Schliche kommen soll. Außer vielen, oft in witzigen Dialogen dargestellten Nebenfiguren werden als Inbegriff staatlicher Indoktrination auch überall in der Öffentlichkeit installierte Propaganda-Lautsprecher eingesetzt. Mit ihrer Hilfe erfolgt ein gehirnwäsche-artige Bevormundung und Umerziehung der gesamten nordkoreanischen Bevölkerung, eine sinnvolle Maßnahme, bei der sogar längere Geschichten abschnittsweise in einer täglichen Vortragsreihe vorgelesen werden. Mit spürbarer Lust an maßlos übertriebener Spöttelei schildert Adam Johnson die an Don Quijote erinnernden Abenteuer seiner Protagonisten. Dem stehen als Widerspruch so gar nicht lustige Grausamkeiten gegenüber, wie die - einen breiten Raum einnehmenden - Folterszenen, welche eine Lektüre allenfalls für Horrorfans erfreulich machen dürften. Geradezu enttäuschend aber ist, aus rein literarischer Sicht, der dem typischen ‹Creative Writing› verpflichtete, amerikanisch nüchterne Schreibstil, in dem da geradezu schulbuchartig erzählt wird in einem fast siebenhundert Seiten dicken Wälzer, - reine Effekthascherei, so ganz ohne nachvollziehbare Intention des Autors!
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