Sonntag, 28. Juni 1914, 10.45, Sarajevo, Ecke Franz-Joseph-Straße/Appelkai: Mit zwei Pistolenschüssen tötet der 19-jährige Gavrilo Princip den Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie. Einen Monat später erklärt Österreich dem Königreich Serbien jenen Krieg, der den Ersten Weltkrieg auslöst. Franz Ferdinand d’Este, Neffe des Kaisers Franz Joseph, war ein Tyrann, scheu und voller Menschenverachtung, der den Tod des Monarchen Franz Joseph herbeisehnte und widersprüchliche Staatspläne entwarf. In diesem biographischen Roman, der nach Erscheinen 1937 sofort verboten wurde, verdammt Ludwig Winder seinen armseligen Helden jedoch nicht, sondern zeigt, wie erstarrt das habsburgische Hofzeremoniell war – eine Wiederentdeckung hundert Jahre nach dem Attentat von Sarajevo.
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4.0/5.0
Marie-Therese Reisenauer
aus Wien
4/5
14.10.2014
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine Alleinstellung
Es ist was es ist, ein Roman über den Thronfolger, Franz Ferdinand von Este. Sicher auch nicht das Letzte Buch über Franz Ferdinand. Aber eines der wichtigsten. Ein Roman, keine Biographie, kein Sachbuch. Der Roman fängt dort an, wo das Leben des Thronfolgers endete. Durch die Schüsse von Sarajevo. Bekannterweise Auslöser des Ersten Weltkriegs. Winder versucht sich des Menschen Franz Ferdinand anzunehmen. Er tut dies mit Akribie, und bleibt fern jedweder Verherrlichung. Das Buch wurde, 1937 erschienen, sofort verboten. Es enthielt wohl zuviel Brisanz für manche Kreise, umso mehr ist es dem Zsolnayverlag zu danken, dass er dieses grandiose Werk nicht in Vergessenheit geraten lässt.
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