Die verschiedenen Schlüsse des "Iwein" - Präzedenzfall für den unfesten Text des Mittelalters Eine exemplarische Untersuchung poetischer Konzepte anhand der Handschriften A, B und f
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
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Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.02.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
22 (Printausgabe)
Dateigröße
371 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656120599
Im ausgehenden 12. Jahrhundert treten zum ersten Mal neben die lateinische und volkssprachliche Literatur der Kleriker mittelhochdeutsche, höfische Dichtungen. Werke wie der Eneit, Parzival oder Tristan lassen zwischen 1170 und 1250 die Hofkultur aufblühen und ihren Höhepunkt erleben. Gemeinsam mit Heinrich von Veldeke und Wolfram von Eschenbach formt Hartmann von Aue, der seinerzeit einen der erfolgreichsten und schöpferischsten Dichter darstellte, nicht nur einen neuen literarischen Stil, sondern entwirft viel mehr noch Vorstellungen vom Rittertum und der gesamten Hofkultur mit mustergültigem Charakter. [...]
Viele der weitgehend erhaltenen Textzeugnisse aus dem Mittelalter leiden an einer schlechten bis sehr schlechten Überlieferung. Anders ist dies bei Hartmanns Iwein. Die Überlieferung des Werkes ist, gemessen an anderen mittelalterlichen Werken, sehr gut; es gibt 16 einigermaßen vollständig erhaltene Handschriften und 17 Fragmente. Die vorliegende Hausarbeit soll sich aber nicht mit der gesamten Überlieferungssituation des Werkes auseinandersetzen, sondern vielmehr die jeweiligen Schlüsse der Handschriften in den Fokus setzen. Denn so wie sich die Iwein-Handschriften aus den verschiedensten Jahrhunderten in ihrer Form und ihrem Sinn unterscheiden, so liefern auch die jeweiligen Schlüsse Einblicke in zeitgeschichtliche Einflüsse, in den gesellschaftlichen Geschmack und verfolgte didaktische Prinzipien. Den festen und gesetzten Text, so wie wir ihn aus dem 21. Jahrhundert her kennen, gibt es zu dieser Zeit nicht. Gerade deswegen ist eine Analyse divergierender Handschriften so interessant. Heutzutage können wir uns verschiedene Versionen oder Neufassungen eines Werkes gar nicht mehr vorstellen. Dazu kommt, dass der Schluss eines jeden literarischen Werkes sein Ende markiert und - genauso wie zuletzt genannte Argumente in einer Diskussion - am stärksten im Gedächtnis des Rezipienten erhalten bleibt. Es ergibt sich aus ihm die Moral der Erzählung und der Kreis der Erzählung schließt sich.
Im Folgenden sollen anhand der Handschriften A und B, die beide zum Anfang des 13. Jahrhunderts hin datiert werden und den Anfang der Iwein-Überlieferung markieren, sowie der Handschrift f aus dem 15. Jahrhundert die Schlüsse auf Verhältnisse, Beziehungen, starke Abweichungen und Tendenzen hinsichtlich des poetischen Konzepts analysiert werden. Eine Interpretation, weshalb diese drei Schlüsse so stark divergieren, schließt sich an.
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