Turnen für das Vaterland und die Gesundheit Der Eidgenössische Turnverein und seine Ansichten vom Schulturnen, dem freiwilligen Vorunterricht und dem Vereinsturnen 1900-1930
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Sprache:Deutsch
36,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
02.11.2009
Verlag
GRINSeitenzahl
110 (Printausgabe)
Dateigröße
1022 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640465323
Die Untersuchung zeigt, dass sich die Schweiz den Turnern zufolge in einem politischen und wirtschaftlichen Überlebenskampf befand. Um in diesem Kampf nicht unterzugehen, bedurfte der Staat gesunder und willensfähiger Bürger, die als produktive Arbeitskräfte halfen, die Volkswirtschaft voranzubringen und welche die Staatsgrenzen im Notfall mit ihrem Leben verteidigt hätten. Da die Bürger dafür nicht nur fähig, sondern insbesondere willensfähig sein mussten, sollte das Turnen in der Schule, im Verein und in den Vorunterrichtskursen auch eine ideologische Erziehung zur nationalen Gesinnung hin sein.
Nach dem Ersten Weltkrieg sorgte der in der Schweiz und insbesondere an den Volksschulen herrschende Antimilitarismus und Pazifismus dafür, dass auch im Vereins- und Vorunterrichtsturnen die militärische Komponente der Ideologieerziehung in den Hintergrund trat oder ganz wegfiel. Nun galt es durch Turnen seinen Körper gesund zu halten, damit man eine produktive Arbeitskraft blieb und nicht zur Last der Gesellschaft wurde. Dabei wurde dieses Konzept der Volksgesundheit nicht von den Turnern, sondern von den Ärzten der "Hygienebewegung" aufgestellt. Dies kam dem Eidgenössischen Turnverein (ETV) aber entgegen. Denn so konnte das Turnen trotz des Antimilitarismus weiterhin eine Volksaufgabe bleiben. Zudem versuchte der ETV seine Position mit wissenschaftlichen Studien zu retten, die beweisen sollten, dass das Turnen dem Sport, welcher die grösste Konkurrenz des Turnwesens war, überlegen sei.
Des Weiteren zeigt die Arbeit, dass das Frauenturnen über den gesamten untersuchten Zeitraum nur als Krankheits- und "Degenerationsprophylaxe" empfohlen wurde und dass es darum dem "defizitären" weiblichen Körperbau angepasst sein musste. Der ETV versuchte durch das Turnen in der Schule und im Verein mit Hilfe der Theorien der so genannten "Rassenhygienikern" den Mädchen und Knaben ihre in der Gesellschaft zugewiesenen Geschlechterrollen aufzeigen. Somit kann das Turnen auch als ein Bollwerk gegen die Emanzipation bezeichnet werden.
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