Henri Bergson, Materie und Gedächtnis. Über die Reziprozität der Bilder bei der Wahrnehmung
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Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
01.04.2006
Verlag
GRINSeitenzahl
20 (Printausgabe)
Dateigröße
237 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638485128
Die Lebensphilosophie Bergsons hat verkürzt beschrieben zum Ziel, dem Bewusstsein seine Stellung in der Wahrnehmung der Welt aufzuzeigen sowie den Menschen aus den Zwängen seiner Handlungsbezogenheit zu befreien. Sein Ansatz besteht fast durchgängig in einer kritischen Auseinandersetzung mit den szientistischen Naturwissenschaften und der Assoziationspsychologie seiner Epoche. Seine philosophischen Abhandlungen lehnen einen rationalistischen und empiristischen Positivismus ab und charakterisieren sich gleichermaßen durch eine Abgrenzung von idealistischen und realistischen Weltdeutungen.
In dieser Einleitung wird im Folgenden eine Prima-vista-Übersicht der prägnanten Thesen seiner Hauptwerke vorgestellt, die für das Verständnis des Untersuchungsgegenstandes dieser Hausarbeit, Materie und Gedächtnis (1869) , förderlich erscheint.
In Bergsons erstem Buch, Zeit und Freiheit (1889) , wird der zentrale Begriff der Dauer (durée) herausgearbeitet. Dieser ist in Opposition zum Raum (espace) und der Mischform beider, die Zeit (temps), zu betrachten. Die durée ist das Theorem, das für seine Philosophie in differierender Form grundlegend ist. Sie ist als heterogene, qualitative Dauer zu verstehen im Gegensatz zu einer numerischen, quantitativen Auffassung der Zeit, die vom Geist (esprit) in einem homogenen Raum entfaltet wird. Zur Begriffsklärung der beiden temporalen Wörter sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die durée in Zeit und Freiheit der Psyche, also dem Inneren, zugeordnet wird und nicht den Ablauf einer Zeitspanne außerhalb des Menschen darstellt. Sie wird vielmehr mit einem sich kontinuierlich fortsetzenden Werden und Wandel assoziiert. Die durée ist in der deutschen Übersetzung mit den Eigenschaften der Fortdauer, Haltbarkeit, Beständigkeit und Unveränderlichkeit besetzt, während der Begriff der temps die physikalische Auffassung der Zeit (t) beschreibt. Das bewusste Erleben der Wirklichkeit kann sich für Bergson nur durch das Hineinversetzen in die Dauer vollziehen - er nennt dies die Methode der Intuition.
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