Formen und Funktionen der narrativen Inszenierung nationaler Selbst- und Fremdbilder in zeitgenössischen englischen Romanen
-
- Einzelkauf Download ausgewählt
-
Sprache:Deutsch
36,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.09.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
102 (Printausgabe)
Dateigröße
329 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638306027
Im Herbst 1973 beschwerte sich der deutsche Botschafter in London bei einem Presseempfang inoffiziell über die Masse an alten Kriegsfilmen und die damit verbundene Darstellung der Deutschen im britischen Fernsehen (vgl. Wocker 1976: 3). In Deutschland herrschte zu dieser Zeit eine rege Diskussion über die Wahrnehmung der Bundesrepublik in den britischen Medien. "Die BBC hält sich die Nazis warm" (zitiert nach Wocker 1976: 5) titelte damals Die Welt. Bemängelt wurde vor allem, daß BBC und ITV neben diesen "Zweckproduktionen der 40er Jahre [...], die sich über die Propagandastücke der Nazis kaum merklich erhoben" (ebd. 1976: 9) auch noch Eigenproduktionen herstellten, die das Dritte Reich zum Thema hatten. In den Nachrichtenredaktionen der Sender hingegen erschienen nur verhältnismäßig wenige Berichte über Westdeutschland. Obwohl sich Teile der deutschen Öffentlichkeit schon in den 1970er Jahren über die Darstellung ihrer Nation in den britischen Medien erregten, hat sich bis zum heutigen Tag an der Art der Darstellung nicht viel geändert. Die Häufigkeit, mit der alte Kriegsfilme aus den 1940er Jahren gezeigt werden, dürfte abgenommen haben, die Zahl der Eigenproduktionen, in denen der "häßliche Deutsche" dargestellt wird oder zumindest Anspielungen auf die NS-Zeit gemacht werden, hat eher zugenommen.
Die Darstellung des Deutschlandbildes in den Printmedien weist ähnliche Tendenzen auf. Auch wenn es sehr wohl differenzierte Berichterstattung gibt, wird auch hier auf Bilder aus der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzung der beiden Länder gerne zurückgegriffen. Als die deutsche Wiedervereinigung auf politischer Ebene diskutiert wurde, bediente sich die britische Presse erneut verstärkt einer Metaphorik, die von der Zeit des Zweiten Weltkrieges geprägt war (vgl. Moritz 1998: 56). Dies mag einerseits die Angst der Engländer vor einem Wiedererstarken der Deutschen auf dem Kontinent reflektieren (vielleicht weniger als militärische Hegemonialmacht, sehr wohl aber als Wirtschaftsmacht); andererseits erfreut sich dieses Bild des häßlichen Deutschen auch in trivialeren Zusammenhängen der Alltagskultur gerade in der Boulevardpresse einer besonderen Beliebtheit: Als Beispiel sei hier die Fußball- Europameisterschaft 1996 genannt; anläßlich des Spiels England gegen Deutschland titelte der Daily Mirror "Achtung! Surrender" (vgl. ohne Autor, 24.6.1996) und konfrontierte seine Leser mit Kampfparolen aus dem Zweiten Weltkrieg (vgl. Moritz 1998: 15)...
Kundinnen und Kunden meinen
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice