"Wir haben keine Heimat mehr...." Felix Mendelssohn Bartholdy oder eine Geschichte kulturellen Antisemitismus im Deutschland des 19. und 20. Jahrhunderts
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
21.08.2012
Verlag
BoD - Books on DemandSeitenzahl
236 (Printausgabe)
Dateigröße
386 KB
Auflage
2. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783844894202
Mendelssohn erahnte bei der Komposition jenes wohl kaum, daß man ihm selbst die Verwurzelung in seiner Heimat Deutschland aus antisemitischen Beweggründen einmal vollständig absprechen würde.
Bereits die Zeitgenossen setzten den jüdisch-stämmigen Komponisten offen-antisemitischen Anfeindungen aus. 3 Jahre nach seinem Tode im November 1847 publizierte Richard Wagner die folgenschwere Schmähschrift "Das Judenthum in der Musik".
Darin sprach Wagner den Juden jede echte und wahre Befähigung zu Kunst und Musik ab. Diese Einschätzung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum musikpublizistischen Allgemeingut und ist in zahlreichen Musiklexika jener und späterer Zeit feststellbar.
Hugo Riemann attestierte der Musik Mendelssohns "Weichlichkeit und Sentimentalität"; Detlev von Liliencron verspottete den Komponisten als "Felix Mendelmaier". Um die Jahrhundertwende war die Musik Felix Mendelssohns kaum noch im Bewusstsein, in den Jahren des "III. Reiches" war sie als jüdisch, also rassisch unerwünscht, verfemt und vollständig verboten.
In den Musikbüchern der BRD reüssirte die negative Beurteilung von Mendelssohns Werk in ungebrochener Kontinuität. Waren doch deren Autoren in Zeiten des Nationalsozialismus oftmals willfährige Diener des Regimes gewesen. Somit erreichen die einstmals von Richard Wagner in die Welt gesetzten antisemitisch motivierten Vorurteile den Leser unserer Tage unmittelbar; werden die Missachtungen weiterhin kolportiert, spielt die Musik Mendelssohns auf deutschen Konzertpodien nur eine Nebenrolle.
Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends kann man von einer breiter getragenen Gegenbewegung sprechen, welche bestrebt ist, das Ansehen Mendelssohns zu rehabilitieren, und ihm schliesslich die verlorene Heimat wiederzugeben, welche ihn nahezu 150 Jahre lang "nirgend mehr haben wollte...." (Briefzitat Mendelssohn)
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice