Maximilian Graf von Montgelas Sein Leben und Wirken unter Berücksichtigung der innenpolitischen Reformen im Allgemeinen und der schulischen Reformen im Speziellen
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
03.12.2010
Verlag
GRINSeitenzahl
87 (Printausgabe)
Dateigröße
1936 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640767700
Alle auf den Weg gebrachten Reformen, namentlich die Trennung von Staat und Dynastie, welche den Monarchen zu einem Staatsorgan macht, die Reformierung des Strafrechts und die Gesetzesgleichheit aller Bürger, die Einführung einer allgemeinen Steuerpflicht, der Abbau der Adelsprivilegien, die Verstaatlichung des Erziehungs- und Bildungswesens und die Professionalisierung der Lehrerausbildung haben einen sehr leistungsfähigen Staatsapparat geschaffen, der auf der Basis einer effizienten Verwaltungs- und Behördenstruktur, einem Berufsbeamtentum und der Trennung von Justiz und Verwaltung einerseits die Souveränität des Staates stärkt, andererseits aber
erst eine individuelle Freiheit ermöglicht.
Seinem umfassenden und folgenreichen Lebenswerk ist es geschuldet, dass sowohl unter seinen Zeitgenossen als auch in der heutigen Zeit anerkennende wie kritische Stimmen laut werden, wobei letztere zahlenmäßig weit unterlegen sind. Aufgrund der Machtfülle Montgelas'
finden sich Gegner und Neider; mit seinem außenpolitischen wie
innenpolitischen Vorgehen macht er sich Feinde in Regierungskreisen, allen voran von Zentner und der damaligen Kronprinz und spätere bayerische König Ludwig I., der ihm aufgrund der Allianz mit Napoleon "unteutsches Verhalten" vorwirft. Zugleich hinterlässt er vor allem aufgrund der Enteignung und Aufhebung der Klöster zahlreiche Leittragende in der Bevölkerung.
Aus heutiger Sicht stellt sich die Frage, ob das Ansehen Montgelas, sonst gerühmt als "der fähigste Staatsmann, der jemals die Geschicke Bayerns geleitet hat", unter dem Akt der Säkularisation gelitten hat. Für Bauerreiss gehört sie "zu den bittersten Geschehnissen der Kirchengeschichte" und Montgelas, "dem man ebensowenig religiöse Toleranz und Innerlichkeit zusprechen, wie man ihm Kirchenhaß und staatsmännischen Weitblick aberkennen kann", wird dafür verantwortlich gemacht.
Neben dem emeritierten Münchner und Freisinger Erzbischof zeigt sich auch Pater Bauerreiss versöhnlich, denn die Kirche, von "weltlichen Aufgaben befreit, konnte [...] sich auf ihre eigentliche Aufgabe, die Verkündung der Heilsbotschaft, konzentrieren" und wird dadurch "stärker und freier".
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