Vergleichende Interpretation der Hinrichtungsszenen in Friedrich Schillers 'Der Verbrecher aus verlorener Ehre' und Jacob Friedrich Abels 'Lebens-Gesc
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Form:Einzelkauf Download
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Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
21.07.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
14 (Printausgabe)
Dateigröße
487 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638400848
Es lässt sich im direkten Vergleich der beiden Erzählungen feststellen, dass sehr verschiedene Autorenintentionen vorgelegen haben. Während Abel ganz im Aufklärungsgedanken die moralische Entwicklung und spätere Läuterung eines Verbrechers darstellen will, versucht Schiller die psychologischen Hintergründe begreiflich zu machen, wie bereits in seinem Vorwort deutlich wird: "An seinen Gedanken liegt uns unendlich mehr als an seinen Taten, und weit mehr an den Quellen seiner Gedanken als an den Folgen jener Taten."1 Dieser Gedanke ist bezeichnend für die Wende des 18. zum 19.Jahrhundert, in der "an Stelle der Tat die Täterinnen und Täter in das Zentrum des Interesses" rückten.2 Trotzdem ist Schillers Der Verbrecher aus verlorener Ehre vielschichtiger und beinhaltet weitere Aspekte außer dem seelenkundlerischen Interesse des Autors. Man kann Schillers gesellschaftspolitische Einstellung erkennen, der von der "Aussöhnung des Gesetzes mit seinem Beleidiger"3 und dem "sanften Geist der Duldung"4 redet, "ohne welchen kein Flüchtling zurückkehrt". Schiller geht es hier vor allem um den humanistischen Gedanken, welchen er mit seiner Erzählung stützen will, und selbst ein Mörder ist für ihn nicht ausgeschlossen von dieser Aussöhnung. Der "Verbrecher" ist nicht wie bei Abel mit guten und negativen Charaktereigenschaften ausgestattet, von denen die schlechten so übermächtig sind, dass er aus Wut und Jähzorn unbeherrschte Dinge tut, er ist vielmehr Produkt seiner Umgebung, in der er keine Akzeptanz oder Anerkennung findet. Seine Anlagen geben keinen Grund ihn zum Verbrecher disponiert zu sehen.
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