Ein Toter im Dom. Eine falsche Reliquie. Eine Frau auf der Suche nach der Wahrheit.
Aachen, anno 1412: Der Geselle Klas liegt erschlagen im Dom. Verdächtigt wird sein Meister, der Reliquienhändler Reinold Markwardt. Dessen Frau Marysa glaubt an eine Verschwörung. Unterstützt von dem Mönch Christophorus stößt sie bei ihren Nachforschungen auf einen Handel mit gefälschten Reliquien. Doch ihre Feinde sind mächtig: Marysa wird der Ketzerei angeklagt und soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Und die Zeit arbeitet gegen Christophorus...
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
AMCL
aus Wien
5/5
11.03.2022
eBook (ePUB 3)
Knisternder Beginn der Aachentrilogie
Spät aber doch bin ich ein Fan von Petra Schier geworden, die mich schon mit der Lombardenserie in den Bann gezogen hat. Daher wurde mein Interesse geweckt, auch ihre anderen Romane zu lesen.
Der Beginn der Aachenserie ist schon 2009 erschienen, aber alle Bände kommen aber im Frühjahr 2022 als Hörbuch heraus, daher möchte ich Euch diese spannenden Geschichten nochmals ans Herz legen.
Ein Geselle eines Schreinbauers wird tot im Aachner Dom aufgefunden. Sein Meister wird verdächtigt, ihn ermordet zu haben, woran seine Frau Marysa nicht so recht glauben kann. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen und gerät selbst in das Visier von geistlicher und weltlicher Gerichtsbarkeit. Ihr zu Hilfe steht der Ablassverkäufer und Dominikanermönch Christophorus, dessen Rolle schon von Anfang etwas zwielichtig ist. Allerdings hat er dem verstorbenen Bruder Marysas das Versprechen gegeben, sich um sie zu kümmern. Als Marysa angeklagt wird, mit falschen Reliquien zu handeln und ihr der Tod droht, ist Christophorus gezwunge, für sie einzutreten - mit ungeahnten Folgen.
Petra Schier entführt gekonnt in die pralle Welt des Mittelalters, genau genommen in das aufstrebende Bürgertum und in das Leben der Gilden und Zünfte sowie des Klerus, der in Aachen eine bedeutsame Rolle spielt. Die Streitereien zwischen den Pfaffen und Schöffen haben die Autorin dazu inspiriert, einen spannnenden Kriminalfall in diese Zeit zu verlegen, um die sich eine fesselnde Liebesgeschichte entwickelt - oder auch nicht?
Die Hauptpersonen werden ausführlich und in ihrer Entwicklung psychologisch so gut nachvollziehbar dargestellt, dass man von Anfang an mitfiebert. Aber auch den Nebenpersonen, wie etwa Marysas Familie und ihrem Gesinde wird genug Raum für ihre fundierte Beschreibunggegeben, sodass man alle direkt vor den Augen hat. Bis ins kleinste Detail wird das Leben in Aachen Anfang des 15. Jahrhunderts dargestellt, es ist bunt, aber auch streng, gerade in den Bräuchen der Zünfte, und vorallem was die Rolle der Frau im Mittelalter angeht. Wie wichtig eine "gute" Ehe ist und welche Rolle die Liebe dabei spielt, ist schon oft ein Thema in historischen Romanen gewesen, aber Petra Schier gewinnt dieser Geschichte einen neuen Reiz ab. Sie schreibt flott, wechselt oft die Perspektiven, sodass die Spannung aufrecht und die Aufklärung des Mordes bis zur letzten Seite offen bleibt. Sie spart auch nicht mit den üblichen Bösewichtern, die Marysa das Leben schwer machen, ringt aber sogar diesen manchmal Empathie ab. An Verwicklungen gibt es genung, aber zum Schluß sind fast alle gelöst, oder doch nicht?
Die Fortsetzung wartet schon!
Rosalie
aus Viernheim
5/5
16.03.2014
eBook (ePUB 3)
Sehr gelungen!
Mittelalterliche Atmosphäre, korrupte Geistlichkeit, heimtückische Morde und die erste Regung einer zarten Liebe... Was will man mehr? Detailgetreue ausgearbeitete Personen und ein flüssiger Schreibstil sorgen dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will.
Bisher hat mich von Petra Schier noch nichts enttäuscht. Wem diese Reihen gefallen, dem empfehle ich auch unbedingt die Mittelalterkrimis rund um die Begine Almut von Andrea Schacht.
aebbies.buechertruhe
5/5
15.12.2011
Buch (Taschenbuch)
Tolles neue historische Serie
Aachen, 1412.
Marysa Markwardt wird durch den Tod ihres Vaters, eines Reliquienhändlers, zur Ehe mit Reinhold, einem Schreinbauer, gezwungen. Als der Geselle Klas Tod im Dom aufgefunden wird, findet man bei der Leiche eine gefälschte Reliquie. Markwardt wird der Fälschung bezichtigt, Reinhold steht unter Mordverdacht.
Mönch Christopherus, der auf dem Jakobsweg seinen Freund Aldo verlor, trifft in Aachen ein, um Marysa und deren Mutter vom Tod des Bruders und Sohnes zu berichten. Christopherus hatte Aldo versprochen, für Marysa zu sorgen. Doch Marysa ist Christopherus gegenüber zunächst mißtrauisch.
Marysa wird der Ketzerei bezichtigt. Nun ist Christopherus in der Pflicht, sie zu retten.
Dieses Buch beinhaltet nicht nur den historischen Roman. Es ist gleichzeitig Krimi und Liebesgeschichte. Weiterhin hervor zu heben ist die sehr gute Schilderung des alten Aachens, sowie des alltäglichen Lebens zur damaligen Zeit.
Der sehr flüssige Schreibstil macht es einem einfach, dieses Buch zu genießen!
dorli
aus Berlin
5/5
05.09.2011
Buch (Taschenbuch)
Aachen 1412. Die Vorbereitunge…
Aachen 1412. Die Vorbereitungen für die Heiltumsweisung laufen auf Hochtouren, da wird der Geselle Klas erschlagen im Dom gefunden. Schnell wird sein Meister, der Schreinbauer Reinold Markwardt, nicht nur des Mordes sondern auch des Handelns mit falschen Reliquien verdächtigt, denn neben der Leiche wird ein Reliquiar aus Markwardts Werkstatt mit einer gefälschten Reliquie gefunden. Reinolds Frau Marysa vermutet eine Intrige und versucht, die Unschuld ihres Mannes zu beweisen. Hilfe erhält sie vom Mönch und Ablasskrämer Christophorus, der nach Aachen gekommen ist, um Marysa vom Tod ihres Bruders zu unterrichten. Aufgrund fehlender Beweise kommt Reinold frei. Er beschließt jedoch trotz eindringlicher Warnungen seiner Frau, den ihm zur Last gelegten Handel mit unechten Reliquien tatsächlich zu beginnen. Ein Vorhaben, das nicht nur für ihn selbst, sondern auch für Marysa gefährlich wird. Mit „Die Stadt der Heiligen“ wendet sich Petra Schier einem interessanten historischen Thema zu, dem Handel mit gefälschten Reliquien. Verpackt in einen spannenden Krimi beschreibt sie, wie sich angesehene Bürger eine zusätzliche Einnahmequelle verschaffen, indem sie mit Fälschungen ahnungslosen Pilgern das Geld aus der Tasche ziehen und dabei auch vor Mord nicht zurückschrecken. Von Geldgier angetrieben, blühte zu dieser Zeit aber nicht nur der Handel mit falschen Reliquien, sondern auch ein anderes sehr einträgliches Geschäft mit dem Glauben: der Ablasshandel. Zu diesem Thema erfährt man einiges durch die Figur des Christophorus. Der Erzählstil ist gradlinig und angenehm flüssig zu lesen. Petra Schier verzichtet auf Abschweifungen und allzu überladene Darstellungen, sondern lässt den Leser die bunten Bilder und das geschäftige Treiben in der von Pilgern überfluteten Stadt durch die Augen ihrer Protagonisten erleben. Die Geschehnisse rund um die Heiltumsweisung werden umfassend und präzise geschildert, so dass man die intensive und farbenfrohe Atmosphäre des gesamten Ereignisses spüren kann. Auch die Charaktere sind durchweg gut gelungen. Man leidet mit Marysa, die unglücklich mit dem sauertöpfischen Reinold verheiratet ist und möchte sie so manches Mal schütteln, damit sie sich endlich gegen die dauernden Schikanen wehrt, doch sie zeigt gerade dadurch Stärke, dass sie sich mit ihrer Situation abfindet und ihr Leben so akzeptiert, wie es ist. Christophorus, eine anfangs sehr fragwürdige Gestalt, an deren guten Absichten man zunächst zweifelt, wird im Verlauf der Handlung durchaus sympathisch, bleibt aber geheimnisvoll. In der Beziehung zwischen Marysa und Christophorus wechseln sich Zuneigung, Antipathie, Streit und Freundschaft ab, aber anders als von mir anfangs vermutet, bleibt eine große Romanze zumindest in diesem ersten Teil der Trilogie aus. Das Buch wird abgerundet durch eine historische Nachbemerkung mit Informationen über Heiltumsweisung und Reliquien. Auch ein Rezept für die in der Geschichte erwähnte Konkavelite ist im Anhang zu finden. Es hat mir großen Spaß gemacht, diesen gut recherchierten historischen Roman zu lesen und ich werde die Geschichte von Marysa und Christophorus auf alle Fälle weiterverfolgen.
Kleeblatt
aus Berlin
5/5
03.09.2011
Buch (Taschenbuch)
Marysa sah sich nach dem Tod…
Marysa sah sich nach dem Tod ihres Vaters gezwungen, mit Reinhold, einem Schreiner, eine lieblose Ehe einzugehen, um zu verhindern, dass das Erbe ihres Vaters an ihren Cousin geht. Eines Tages steht ein Mönch vor ihrer Tür, der ihr die Kunde vom Tod ihres Bruders Aldo bringt, mit dem er gemeinsam auf dem Jacobsweg unterwegs war. Der Mönch Christophorus war ein Freund von Aldo und gab diesem vor seinem Tod das Versprechen, sich um die Schwester und Mutter zu kümmern. Marysa begegnet dem Mönch mit Misstrauen, muss aber anhand der Fakten, die dieser von ihrem verstorbenen Bruder weiß, einsehen, dass er wirklich das Vertrauen ihres Bruders hatte. Trotzdem lehnt sie jede Hilfe seitens des Mönches ab. Da wird eines Tages der Geselle ihres Mannes im Dom zu Aachen ermordet aufgefunden. Ihr Mann Reinhold wird, da er in der Nähe des Tatortes gesehen wurde, des Mordes verdächtigt und festgenommen. Bei dem toten Klas wurde eine gefälschte Reliquie gefunden und Reinhold wird nicht nur des Mordes beschuldigt, sondern auch der Reliquienfälscherei. Marysa vertritt die Meinung, dass es sich hierbei um eine Verschwörung handelt. Mit Hilfe des Mönches Christophorus gelingt es ihr auch, Reinhold aus dem Gefängnis zu holen. Reinhold versucht nun seinerseits, den Mörder zu finden, einen Diener der Kirche zu beschuldigen und zu beseitigen, um selbst in das scheinbar sehr erträgliche Geschäft der Reliquienfälscherei mit einzusteigen. Dabei sehen sich die Drahtzieher gestört, spinnen eine Intrige und beseitigen Reinhold. So bleibt nur noch Marysa, die nunmehr beschuldigt wird, die Reliquienfälscherei im großen Rahmen zu begehen. Das ist gleichzusetzen mit Ketzerei und die wird auf dem Scheiterhaufen geahndet. Der Mönch Christophorus fühlt sich an das Versprechen an Marysas Bruder gebunden und setzt nun seinerseits alles daran, die Unschuld von Marysa zu beweisen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn auch Christophorus hat etwas zu verbergen ... Meine Meinung: Die Autorin Petra Schier versetzt den Leser in das Jahr 1412, wo Ketzerei schwer geahndet wird und Frauen nichts zu sagen haben. Alle 7 Jahre wird in Aachen die Heiltumsweisung inkl. Kirmes durchgeführt, wo der Reliquienschatz des Aacherner Doms öffentlich gezeigt wird. Genau zu dieser Zeit spielt der Roman um Marysa und Christophorus. Durch die genaue Recherche von Frau Schier ist es dem Leser möglich, den genauen Ablauf der Heiltumsweisung mitzuverfolgen. Tausende Pilger bevölkern Aachen und dank der Erzählkunst von Frau Schier ist man selbst mittendrin im Geschehen. Als Leser fällt es einem nicht schwer, die damalige Zeit mitzuerleben, ja man hat förmlich auch die Gerüche in der Nase. Die Protagonisten Marysa und Christophorus sind einfühlsam und liebevoll beschrieben worden. Die Personen sind sympatisch und es fällt einem nicht schwer, sie zu mögen, mit ihnen zu bangen, zu leben. Sehr gut erfasst und dargestellt sind auch die Lebensumstände der Frauen zur damaligen Zeit, wo Frauen nicht als Personen gesehen wurden, sondern eher in die Rubrik Haushaltsgegenstand gefallen sind. Die Spannungskurve wurde von Anfang an gesetzt und sie hielt bis zum Ende ohen Schwankungen. Ich habe jeden Moment verflucht, den ich das Buch aus der Hand legen musste. Das Einzige, was ich persönlich in diesem Buch vermisst hatte, war eine Zusammenstellung von Begriffen, die für Otto Normalverbraucher nicht so geläufig sind. Beispielsweise konnte ich mir unter Heiltumsweisung gar nichts vorstellen und musste das selbständig nachlesen. Da wäre im Anhang eine kleine Übersicht sicher gut angekommen. Dem Lesevergnügen tat dies jedoch keinen Abbruch und ich habe das Buch förmlich inhaliert. Ich kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen und freue mich schon auf die Teile 2 und 3, die ich mir natürlich ebenfalls besorgen werde, denn einige Fäden in der Geschichte sind noch lose und wie es weitergeht interessiert mich sehr.
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