Der Wald ist noch nicht übern Berg Gegenstand romantischer Kunst und Dichtung, Rückzugs- und Erholungsort, aber vor allem Symbol unberührter Natur: Das ist für uns der Wald. Doch was wir für unberührt halten, ist es schon lange nicht mehr. Ein Förster berichtet aus der Praxis: von den Schäden, die Holzindustrie und Jäger anrichten, warum Bioenergie aus Holz falsch verstandener Klimaschutz ist und wie wir das fragile Ökosystem Wald vor dem Kollaps bewahren können. Danach wird man den Wald mit anderen Augen sehen.
Peter Wohllebens jahrzehntelange Erfahrung als Förster hat ihn gelehrt, dass Wälder am besten ohne menschliche Eingriffe gedeihen. Tatsächlich gibt es jedoch kaum mehr einen Wald, den der Mensch nicht nach seinen Bedürfnissen geformt hat. Die Freizeitindustrie und die Jägerlobby, eine am Profit orientierte Holz- und Forstwirtschaft und die boomende Bioenergiebranche schaden ihm nicht weniger als der saure Regen in den 80ern. Wohlleben zeigt in seinem Buch auch, wie es anders gehen könnte: Er bewirtschaftet in der kleinen Eifel-Gemeinde Hümmel einen ökologischen Vorzeigewald, in dem er konsequent auf heimische Buchen setzt, auf Pflanzenschutzmittel verzichtet und Besucher für die Belange der Bäume sensibilisiert. Anschaulich vermittelt er alles Wissenswerte und Überraschende über das Leben und Zusammenleben der Bäume. - Eine spannende Lektüre mit vielen Aha-Erlebnissen.
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Absolute Leseempfehlung eines informativen und doch emotionalen lehrreichen Romans!
Lavinia am 29.01.2025
Bewertungsnummer: 2398301
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Schon lange bin ich den Büchern von Peter Wohlleben verfallen und auch dieses Buch war wieder einmal keine Enttäuschung.
Mit Witz, Charme, Sympathie und Fachkompetenz vermittelt uns der Autor in diesem Werk eine große Portion Wissen zum Thema "Wald".
Wusstest du, dass es in Deutschland mal richtige Urwälder gab und wie der Mensch fast alles abgeholzt hat, um sich als typisches Steppentier wohl zu fühlen und behaupten zu können gegen Fressfeinde? Wusstest du, dass ganze Flächen für Bausiedlungen und Landwirtschaft genutzt wurden, aber dann gesetzlich beschlossen wurde, dass man mehr Wälder benötigt, um den Negativfolgen entgegenwirken zu können.
Oder wusstest du, dass unsere heutigen Nutzwälder kaum Einfluss auf den Klimaschutz nehmen, da sie zwar CO2 einspeichern, aber bei der Verbrennung (egal ob privat oder der industriellen Zerstörung von Büchern, Zeitschriften, Möbeln) die gleiche Menge wieder freigeben und wir deswegen nicht nur wegen des Klimaschutzes, sondern auch zum Schutze hunderter Tierarten wieder Urwälder brauchen? Wälder, die wirklich Böden auflockern können und nicht nach 20cm auf eine Sperrschicht stoßen und sich deswegen zu Flachwurzlern entwickeln müssen und deswegen keinen Halt und keine gute Gesundheit entwickeln können. Wäldern, die für Vielfalt stehen.
Wo wir Natur sehen ist Menschen gemachtes Chaos und wo unsere Natur verschwindet, um Neubaugebieten oder Windrädern Platz zu machen, wird in einigen Generationen kein Aufschrei mehr sein. Denn der Mensch ist ein Gewöhnungstier - so gibt es einige Inseln, auf denen früher ein prächtiger Regenwald lebte und dieser nun Palmölplantagen weichen musste. In einigen Generationen weiß niemand mehr, was dort eigentlich war, die Plantagen werden ordentlich gepflegt (nur so viel nutzen, wie man pflanzen kann) und ein paar übrig gebliebene Tierarten werden sich angepasst haben. Das wird für sie Natur sein.
Muss es hier auch so weit kommen oder gibt es noch Hoffnung für uns?
Auf ca. 255 Seiten behandelt Peter Wohlleben folgende Themen: wie er Förster wurde, was es damals bedeutete und was es bis heute bedeutet, sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Jobs und wie viele Gemeinden diese naturschädliche Art der Waldnutzung fördern; die kultivierten Bäume, die uns umgeben; das Thema Jagd; was unter Schutz gestellt ist und wie es wirklich umgesetzt wird; das Waldsterben und damit verbunden Klimawandel und erneuerbare Energien.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und man nimmt leicht verständlich eine Vielzahl an Informationen mit. Neben vielen Erklärungen findet der Autor auch Worte der Kritik, zum Beispiel an die Partei "die Grünen", die ganze Schutzgebiete als nicht schützenswert deklarieren, nur um ihre Windparks bauen zu können. Er steht ganz klar für Klimaschutz und Naturschutz, aber diese überhastete Art, wie in unseren Gefilden damit umgegangen wird, wird kein gutes Ende haben.
Zum Abschluss findet er aber auch Worte der Hoffnung, so wurden nach der katastrophalen Abholzung des Regenwaldes in einem Gebiet Beweise gefunden, dass der Regenwald eigentlich kein Urwald ist, sondern von damaligen Ureinwohnern gepflanzt wurde, nachdem sie bereits Waldstücke vernichtet hatten um dort zu leben. Ich denke diese Information könnte falsche Signale senden, von wegen "machen wir alles kaputt, man kann es ja wieder reparieren", doch er sieht darin Hoffnung für unser Land, dass wir wieder zurück zu Urwäldern finden und diese wieder schützen werden.
Wenn ihr euch für eure Umwelt interessiert, seid ihr also mit dem Buch bestens bedient und ich kann es wirklich jedem nur ans Herz legen - so wie seine anderen Werke auch. Ein Mann, der im Laufe seines Lebens sich die Aufgabe gesetzt hat, wirklichen Naturschutz zu betreiben und diesen mit der Gesellschaft zu verbinden.
Alle Bücher von Peter Wohlleben sind eine Freunde für Naturmenschen
Bewertung aus Seevetal am 22.09.2020
Bewertungsnummer: 1380043
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich habe alle Bücher von Peter Wohlleben und bin begeistert über seine Erlebnisse und Beschreibungen der Natur.
Ich kann alle Bücher sehr empfehlen.
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