Zitat
"Eine große Reporterin ... Die besten Texte dieses Genres. Gellhorn schaut auf den Schrecken, ohne zu blinzeln ... nie aber verliert sie aus den Augen, was das Schicksal der Menschen ist. 'Hinter dem Stacheldraht und dem elektrischen Zaun saßen die Skelette in der Sonne', heißt es über ihren Besuch in Dachau (Mai 1945), der ein Wendepunkt ihres Lebens ist, dem viele Schrecken folgen. Kaum einer, der sie so klar, so ergreifend beschreibt wie sie."
[Quelle: Susanne Mayer, Die Zeit] "Mochten andere sich berauschen an der Propagandadroge - Martha Gellhorn setzte dem nüchterne Genauigkeit entgegen. Es ist eine unermüdlich Fakten sammelnde Frau, der wir die besten Reportagen aus der ungeheuren Schreckenswelt des modernen totalen Krieges verdanken ... Man merkt Gellhorns Texten den Zorn an ... Macht verdirbt. Das war die tiefe Überzeugung von Martha Gellhorn. Weil sie alle Machtzentren mied und mit großer Empathie zu schildern vermochte, was Krieg für die einfache Bevölkerung hieß und heißt, sind ihre im Kriegsalltag entstandenen Reportagen wohl auch heute noch so lesenswert. Diese Reportagen sind Mahnmale."
[Quelle: Knut Cordsen, Bayern 2] "Lapidar, nüchtern und deshalb umso erschütternder."
[Quelle: Sabine Vogel, Berliner Zeitung] "Sie hat das Gespür der Schriftstellerin für Unscheinbares, das andere nicht mitkriegen, und einen scharfen Blick für alles von Kriegslärm und -geschrei überdröhnte Zivile, das jeweilige Hinterland eingeschlossen. Sie ist in einem Maß embedded, manchmal sogar wörtlich, das heutige Medientheoretiker mit Naserümpfen quittieren. Für sie sind 'Distanz' und 'Objektivität' leere Hülsen, ihr eigener Stil ist das krasse Gegenprogramm: so radikal subjektiv wie akribisch informiert, getränkt mit klugem Witz, tiefer Sympathie und unbändigem Zorn. Sie ist schonungslos, auch sich selbst gegenüber, und bewegt sich so selbstbewusst wie empathisch als - obendrein schöne - Frau auch unter Soldaten, die zu ihrer Zeit alle Männer sind."
[Quelle: Pieke Biermann, Deutschlandradio Kultur] "Natürlich stehen Martha Gellhorns Reportagen mit ihren Beobachtungen und Einsichten nicht alleine da. Trotzdem haben sie ganz besondere und unverwechselbare Qualitäten: Sie bieten ein fesselndes Panorama historischer Erfahrungen aus unmittelbarer Anschauung. Und sie demonstrieren ein paar nach wie vor kursierende Illusionen und Lügen über den Krieg als Weltverbesserungsmittel."
[Quelle: Eberhard Falcke, Tages-Anzeiger] "Die Zeit, als die Konfliktlinien in einem Krieg so deutlich verliefen wie im Zweiten Weltkrieg, sind längst Geschichte. Martha Gellhorns Reportagen zeugen davon in kongenialer Weise. Sie entführen uns weit weg in eine hässliche Welt aus dem letzten Jahrhundert, als Elend, Krankheit, Tod und Leiden sich noch mitten in Europa austobten."
[Quelle: Klaus Bittermann, taz]