Produktbild: Kassandra

Kassandra Erzählung | Von einer der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts

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Beschreibung

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Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

12846

Erscheinungsdatum

18.11.2010

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

178 (Printausgabe)

Dateigröße

1321 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783518742204

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18.11.2010

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Suhrkamp

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178 (Printausgabe)

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Deutsch

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9783518742204

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Faszinierende und vielschichtige Erzählung!

Nicole Laquai-Hammam aus Limburg am 01.06.2021

Bewertungsnummer: 678408

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Diese 1983 erstmals veröffentlichte Erzählung zählt zu den wichtigsten Werken Christa Wolfs, die zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart zählt. Ich habe diesen Text gelesen, weil meine Bereichsleitung neugierig war, wie Frauen ihn in der heutigen Zeit verstehen. Gerne gehe ich da mit ihr und selbstverständlich auch mit Ihnen in die Diskussion. Dieses Buch hat einen hoch komplexen Inhalt und verwendet eine Sprache, bei der sich hinter jedem, oftmals Stakkato ähnlichem Satzgebilde eine Interpretation geradezu aufdrängt, zu deren Verständnis man aber auch etwas über die Biographie der Autorin wissen muss. Es geht um Politik, um Macht und auch immer um das Selbstbild der Frau. Und dies war für mich die eigentlich spannende Frage: Wie hat sich die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft im Laufe von rund 30 Jahren verändert? Die Beantwortung dieser Frage ist sehr vielschichtig und nicht eindeutig. Ebenso ist entscheidend, welche Rolle Sie sich selbst zugedacht haben und nach was Sie Streben, denn dann können Sie die Reflexion Kassandras nachvollziehen oder reagieren mit Unverständnis. Für mich war die Lektüre zum einen eine Herausforderung und zum anderen eine Bereicherung - daher an dieser Stelle vielen Dank für den Tipp und ich freue mich über einen regen Austausch von Meinungen!

Faszinierende und vielschichtige Erzählung!

Nicole Laquai-Hammam aus Limburg am 01.06.2021
Bewertungsnummer: 678408
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Diese 1983 erstmals veröffentlichte Erzählung zählt zu den wichtigsten Werken Christa Wolfs, die zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart zählt. Ich habe diesen Text gelesen, weil meine Bereichsleitung neugierig war, wie Frauen ihn in der heutigen Zeit verstehen. Gerne gehe ich da mit ihr und selbstverständlich auch mit Ihnen in die Diskussion. Dieses Buch hat einen hoch komplexen Inhalt und verwendet eine Sprache, bei der sich hinter jedem, oftmals Stakkato ähnlichem Satzgebilde eine Interpretation geradezu aufdrängt, zu deren Verständnis man aber auch etwas über die Biographie der Autorin wissen muss. Es geht um Politik, um Macht und auch immer um das Selbstbild der Frau. Und dies war für mich die eigentlich spannende Frage: Wie hat sich die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft im Laufe von rund 30 Jahren verändert? Die Beantwortung dieser Frage ist sehr vielschichtig und nicht eindeutig. Ebenso ist entscheidend, welche Rolle Sie sich selbst zugedacht haben und nach was Sie Streben, denn dann können Sie die Reflexion Kassandras nachvollziehen oder reagieren mit Unverständnis. Für mich war die Lektüre zum einen eine Herausforderung und zum anderen eine Bereicherung - daher an dieser Stelle vielen Dank für den Tipp und ich freue mich über einen regen Austausch von Meinungen!

Mythischer Determinismus…

Bories vom Berg aus München am 23.02.2016

Bewertungsnummer: 2708453

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Mythischer Determinismus Einem verpassten Flug nach Athen verdanken wir die Erzählung «Kassandra» von Christa Wolf, sie habe sich nämlich die Wartezeit lesend mit der «Orestie» des Aischylos verkürzt. Und sei dabei besonders von der Figur der Kassandra, Lieblingstochter des trojanischen Königs Priamos, beeindruckt gewesen. Von Apoll umworben und mit der Gabe einer Seherin beschenkt, wurde sie, als sie Apolls Liebe abwies, mit dem Fluch belegt, dass niemand je ihre Weissagungen glauben sollte. Eine Tragik, der sich Christa Wolf durch die DDR-Zensur damals wohl ganz ähnlich ausgesetzt sah, auf unbequeme Wahrheiten reagierten die Herrschenden auch mehr als zweieinhalbtausend Jahre später mit kleinlicher Zensur und nicht selten auch mit Repressalien. Die 1983 veröffentliche Erzählung wurde inhaltlich, zur Zeit des Nato-Doppelbeschlusses, in Ost und West gleichermaßen geschätzt als versteckte Mahnung an die Politik, wurde aber, des Mythos wegen ebenso wie der modernen sprachlichen Umsetzung des Stoffes, auch geschätzt von einem eher unpolitischen Bildungsbürgertum in beiden deutschen Staaten. Und so gehört diese Erzählung noch heute zu den meistgelesenen Büchern dieser hochgeehrten, trotz ihrer Courage aber nicht unumstrittenen Schriftstellerin. Eine Nebenfigur aus Homers «Ilias» also dient der Autorin als Ich-Erzählerin, wir erleben das Ende des trojanischen Krieges aus der ebenso reizvollen wie ungewohnten Perspektive dieser als Kriegsbeute des Agamemnon verschleppten Königstochter. Auf dem Karren vor den Toren von Mykenae sitzend, den unmittelbar bevorstehenden Tod durch Klytaimnestra, Agamemnons rasend eifersüchtiger Frau, erhobenen Hauptes erwartend, zieht ihr Leben im Zeitraffer noch einmal an ihr vorbei. In Rückblenden erscheint sie als Prophetin der bevorstehenden Niederlage Trojas, als unbeirrbare Mahnerin im Rat von Troja, vom Vater in den Kerker gesperrt deswegen. Als Frau letztendlich ist sie hoffnungslos unterlegen in einem Patriarchat, in der nur der Held etwas gilt, die Frau hingegen wie ein Objekt angesehen und behandelt wird, da ist auch die Königstochter nicht von ausgenommen. Ohne sich durch 15.693 Hexameter quälen zu müssen werden wir Leser hier geradezu kurzweilig durch die wesentlichen Geschehnisse eines Epos geführt, das zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur gehört. Hand aufs Herz, welcher Normalleser kennt schon alle diese Figuren, alle Hintergründe der ausufernden griechischen Mythologie, die Heldengestalten und die Verwandtschaftsverhältnisse der Götterwelt mitsamt den unzähligen Halbgöttern? Insoweit ist die Erzählung auch eine den Horizont erweiternde Lehrstunde der griechischen Antike, die ja das Fundament unserer europäischen Kultur bildet und deren Spuren sich tagtäglich finden, nicht nur in Begriffen wie dem Kassandraruf. Kassandra ringt, wenn auch vergeblich, um Autonomie, versucht ihren eigenen Weg zu gehen, eine feministische Außenseiterin in der männerdominierten Gesellschaft Trojas. «Ich versuche, einen Raum zu erzeugen, in dem das Irrationale, wenn es Macht hat, wie in Kassandra […], durch, ja: humane Werte ein Gegengewicht bekommt», sagte Christa Wolf in einem Interview. Die Sprache, die sie findet für ihre Geschichte, ist wohltuend knapp, geradezu komprimiert, leicht und angenehm lesbar, zuweilen verblüffend direkt in einem heutigen, modernen Stil. Der nicht selten sogar leicht ironisch wirkt und damit durchaus auch zu amüsieren vermag. Ein Kontrast zur hochgestochenen, lyrischen Dichtung des homerischen Originals jedenfalls, der angenehm überrascht von der ersten Seite an. Die politischen Seitenhiebe auf die Stasi zum Beispiel, der ein gleichermaßen rigides Spitzelsystem in Troja entspricht, die Utopie einer zwangfreien sozialistischen Gesellschaft, die im Buch etwa dem entspricht, was Kassandra bei den Armen vor den Mauern Trojas findet, Christa Wolfs Themen sind geschickt verwoben in einer deterministischen Antikriegsgeschichte, die man gelesen haben sollte.

Mythischer Determinismus…

Bories vom Berg aus München am 23.02.2016
Bewertungsnummer: 2708453
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Mythischer Determinismus Einem verpassten Flug nach Athen verdanken wir die Erzählung «Kassandra» von Christa Wolf, sie habe sich nämlich die Wartezeit lesend mit der «Orestie» des Aischylos verkürzt. Und sei dabei besonders von der Figur der Kassandra, Lieblingstochter des trojanischen Königs Priamos, beeindruckt gewesen. Von Apoll umworben und mit der Gabe einer Seherin beschenkt, wurde sie, als sie Apolls Liebe abwies, mit dem Fluch belegt, dass niemand je ihre Weissagungen glauben sollte. Eine Tragik, der sich Christa Wolf durch die DDR-Zensur damals wohl ganz ähnlich ausgesetzt sah, auf unbequeme Wahrheiten reagierten die Herrschenden auch mehr als zweieinhalbtausend Jahre später mit kleinlicher Zensur und nicht selten auch mit Repressalien. Die 1983 veröffentliche Erzählung wurde inhaltlich, zur Zeit des Nato-Doppelbeschlusses, in Ost und West gleichermaßen geschätzt als versteckte Mahnung an die Politik, wurde aber, des Mythos wegen ebenso wie der modernen sprachlichen Umsetzung des Stoffes, auch geschätzt von einem eher unpolitischen Bildungsbürgertum in beiden deutschen Staaten. Und so gehört diese Erzählung noch heute zu den meistgelesenen Büchern dieser hochgeehrten, trotz ihrer Courage aber nicht unumstrittenen Schriftstellerin. Eine Nebenfigur aus Homers «Ilias» also dient der Autorin als Ich-Erzählerin, wir erleben das Ende des trojanischen Krieges aus der ebenso reizvollen wie ungewohnten Perspektive dieser als Kriegsbeute des Agamemnon verschleppten Königstochter. Auf dem Karren vor den Toren von Mykenae sitzend, den unmittelbar bevorstehenden Tod durch Klytaimnestra, Agamemnons rasend eifersüchtiger Frau, erhobenen Hauptes erwartend, zieht ihr Leben im Zeitraffer noch einmal an ihr vorbei. In Rückblenden erscheint sie als Prophetin der bevorstehenden Niederlage Trojas, als unbeirrbare Mahnerin im Rat von Troja, vom Vater in den Kerker gesperrt deswegen. Als Frau letztendlich ist sie hoffnungslos unterlegen in einem Patriarchat, in der nur der Held etwas gilt, die Frau hingegen wie ein Objekt angesehen und behandelt wird, da ist auch die Königstochter nicht von ausgenommen. Ohne sich durch 15.693 Hexameter quälen zu müssen werden wir Leser hier geradezu kurzweilig durch die wesentlichen Geschehnisse eines Epos geführt, das zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur gehört. Hand aufs Herz, welcher Normalleser kennt schon alle diese Figuren, alle Hintergründe der ausufernden griechischen Mythologie, die Heldengestalten und die Verwandtschaftsverhältnisse der Götterwelt mitsamt den unzähligen Halbgöttern? Insoweit ist die Erzählung auch eine den Horizont erweiternde Lehrstunde der griechischen Antike, die ja das Fundament unserer europäischen Kultur bildet und deren Spuren sich tagtäglich finden, nicht nur in Begriffen wie dem Kassandraruf. Kassandra ringt, wenn auch vergeblich, um Autonomie, versucht ihren eigenen Weg zu gehen, eine feministische Außenseiterin in der männerdominierten Gesellschaft Trojas. «Ich versuche, einen Raum zu erzeugen, in dem das Irrationale, wenn es Macht hat, wie in Kassandra […], durch, ja: humane Werte ein Gegengewicht bekommt», sagte Christa Wolf in einem Interview. Die Sprache, die sie findet für ihre Geschichte, ist wohltuend knapp, geradezu komprimiert, leicht und angenehm lesbar, zuweilen verblüffend direkt in einem heutigen, modernen Stil. Der nicht selten sogar leicht ironisch wirkt und damit durchaus auch zu amüsieren vermag. Ein Kontrast zur hochgestochenen, lyrischen Dichtung des homerischen Originals jedenfalls, der angenehm überrascht von der ersten Seite an. Die politischen Seitenhiebe auf die Stasi zum Beispiel, der ein gleichermaßen rigides Spitzelsystem in Troja entspricht, die Utopie einer zwangfreien sozialistischen Gesellschaft, die im Buch etwa dem entspricht, was Kassandra bei den Armen vor den Mauern Trojas findet, Christa Wolfs Themen sind geschickt verwoben in einer deterministischen Antikriegsgeschichte, die man gelesen haben sollte.

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